Spendenaktion auf der Plattform Gofundme

Pizzeria Dallas: Privatdetektiv soll Täter überführen

Drei Stiche in den Reifen, dann läuft er weg: Das Überwachungsvideo zeigt die Sachbeschädigung in der Nacht auf Dienstag. Screenshot: wey
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Drei Stiche in den Reifen, dann läuft er weg: Das Überwachungsvideo zeigt die Sachbeschädigung in der Nacht auf Dienstag.

Im Fall der Pizzeria Dallas gibt es eine Spendenaktion auf der Plattform Gofundme.

Remscheid. Im Fall der Pizzeria Dallas, die seit Jahren mutmaßlich von einem ehemaligen Stammgast terrorisiert wird, gibt es inzwischen eine Spendenaktion auf der Plattform Gofundme. Ziel sei es, 7.500 Euro zu sammeln, um damit einen Privatdetektiv auf den Verdächtigen anzusetzen, um den auf frischer Tat zu ertappen, schreiben die Initiatoren.

Zwar gab es in dem Fall schon eine Verurteilung wegen Bedrohung und Beleidigung, für die zahlreichen Sachbeschädigungen wurden aber bisher keine gerichtsverwertbaren Beweise gefunden. Das wollen die Initiatoren ändern. Sollte bei der Aktion Geld übrigbleiben, gehe das an das Inhaber-Ehepaar, dem bislang ein Sachschaden in fünfstelliger Höhe entstanden sei. -wey-

gofund.me/4aaae816

Artikel vom 14.4.2021

Der Dallas-Terror geht trotz Verurteilung weiter

Er hat wieder zugeschlagen, oder besser: zugestochen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Mann, der mutmaßlich die Inhaber-Familie der Pizzeria Dallas seit mehreren Jahren terrorisiert, wurde in der Nacht auf Dienstag gefilmt, wie er einen Reifen an einem Auto der Familie zersticht. Diesmal hat das Ehepaar Tsolakidis das Überwachungsvideo aber in den sozialen Netzwerken hochgeladen. „Ich weiß, dass das nicht gerngesehen wird“, sagt Andrea Tsolakidis. „Aber wenn er ein Problem damit hat, kann er mich ja verklagen.“

Seit mehr als drei Jahren schon werden den Tsolakidis regelmäßig Autos beschädigt und Reifen zerstochen, die Wände ihrer Gaststätte beschmiert und die Familie beleidigt und bedroht. Dahinter steckt, da sind sie sich sicher, ein ehemaliger Stammgast, dem man irgendwann keinen Kredit mehr gewähren wollte.

Remscheid: Remscheider gilt als vorbestraft

Während die Sachbeschädigungen für den Mann bisher ohne Folgen blieben, trotz einer installierten Überwachungskamera war er aufgrund seiner Maskierung nicht zweifelsfrei zu identifizieren, erhielt er für durch Zeugen belegte Beleidigungen und Bedrohungen zwischenzeitlich einen Strafbefehl über 110 Tagessätzen zu je 15 Euro. Damit gilt er als vorbestraft. Die Hoffnung der Familie Tsolakidis, dass damit auch der Terror ein Ende nimmt, erfüllte sich aber nicht.

Auch an einen von der Polizei erteilten Platzverweis halte sich der Verdächtige nicht, berichtet Andrea Tsolakidis: „Man hat echt keine Worte mehr.“ Dass das nun hochgeladene Video die Beweislage nicht verändert, ist den Imbiss-Inhabern bewusst. Der Mann trägt darauf einen Kapuzenpulli und eine OP-Maske und ist deswegen wieder nicht zu erkennen. Grundsätzlich gilt die Veröffentlichung solcher Überwachungsvideos als juristisch heikel – auch Straftäter haben Persönlichkeitsrechte. Trotzdem erhoffen sich die Tsolakidis dadurch eine gewisse Wirkung.

Zum einen kann man deutlich erkennen, dass der Mann sich durchaus bewusst ist, dass er etwas Verbotenes tut. Auf dem Weg zu dem Auto der Tsolakidis blickt er sich um, dann sticht er blitzschnell dreimal zu und rennt sofort weg. Zum anderen soll das Video den Täter ein Stück weit provozieren, lässt Andrea Tsolakidis durchblicken: „Ich habe mich genau erkundigt, wenn er gegen sich Veröffentlichung wehren will, muss er das innerhalb von drei Monaten machen.“ Und würde damit dann auch zugeben, dass er der Täter ist.

Das Ehepaar Tsolakidis setzt weiter auf die Mittel des Rechtsstaates. Von privaten Fahndungsaufrufen samt eines versprochenen Kopfgeldes, die unlängst per Flyer verteilt wurden, distanzierte sich das Ehepaar öffentlich: „Wir möchten auf legale Art und Weise zu unserem Recht kommen. Wir vertrauen weiterhin auf Polizei und Rechtsstaat.“ Gleichwohl steigt nach den vielen Jahren des Terrors und dem inzwischen immensen Sachschaden die Frustration bei der Familie, wie Andrea Tsolakidis deutlich macht: „Wir haben die Faxen so dicke.“

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