Organisatorin Andrea Lugg verabschiedet sich

Pianokonzert in der Klosterkirche ist von starker Dynamik geprägt

Michael Rosenboom und Chie Tsuyuki bearbeiteten einige Werke selbst für das vierhändige Pianospiel. Foto: Roland Keusch
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Michael Rosenboom und Chie Tsuyuki bearbeiteten einige Werke selbst für das vierhändige Pianospiel.

Ehepaar Chie Tsuyuki und Michael Rosenboom traten bei „Weltklassik am Klavier“ auf.

Von Peter Klohs

Remscheid. Am Sonntagnachmittag war ein hochkarätiges Pianistenduo in der Lenneper Klosterkirche zu Gast. Bei „Weltklassik am Klavier“ spielten die Japanerin Chie Tsuyuki und der aus Emden stammende Michael Rosenboom ausgewählte und zum Teil selbst für vierhändig gespieltes Piano transkribierte Werke. Das Ehepaar tritt seit Jahren miteinander auf und verbreitet bei seinen Konzerten eine innige, harmonische Stimmung.

Mit Bachs Passacaglia und Fuge c-moll (BWV 582) ging es los. Vom Ursprung der Passacaglia (ein aus Spanien stammender Tanz) ist in der vom Duo übertragenden Version nicht viel geblieben. Die 50 Zuhörer in der Klosterkirche brauchten Geduld. Die ostinate Basslinie ist die Basis für die Verzierungen, die sich langsam entwickeln. Der Aufbau des Stückes ist von starker Dynamik geprägt. Die abschließende Fuge wurde kunstvoll und in einem angenehmen Tempo angegangen.

Musiker geht Beethovens Allegro di molto etwas zu forsch an

In seinem Solobeitrag spielte Michael Rosenboom die Klaviersonate op. 13 von Beethoven, die sogenannte Pathétique. Das Allegro di molto im Kopfsatz ging der Pianist vielleicht etwas zu forsch an und musste sich in der Reprise zurücknehmen. Das Adagio gestaltete er souverän und ließ im finalen Rondo seine Virtuosität aufblitzen.

Nach der Pause spielte, nein, zelebrierte Chie Tsuyuki eine von Johannes Brahms bearbeitete Klavierversion einer Chaconne von Johann Sebastian Bach, arrangiert für die linke Hand allein. Das ursprünglich für Solovioline komponierte Werk wird in der Klavierversion noch vergeistigter, teilweise völlig entrückt, dem Leben abgewendet. Bach soll dieses Werk nach dem Tod seiner Mutter verfasst haben.

In dem Konzert abschließenden Duo-Teil erklang Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre zu „Romeo und Julia“. Von Tsuyuki und Rosenboom transkribiert, gilt das Original als erstes Meisterwerk des russischen Komponisten. Das tragische Ende der Liebesgeschichte scheint durch das komplette zwanzigminütige Werk hindurch, selbst im Thema der Liebesmusik. Der Streit der beiden Familien wurde durch mächtige und donnernde Akkorde versinnbildlicht. Mächtig und donnernd war auch der Beifall der Musikliebhaber in der Klosterkirche, die das Choralvorspiel zu Bachs „Herzlich tut mich verlangen“ (vom Duo den ukrainischen und russischen Opfern des Krieges gewidmet) sowie die dritte kanonische Etüde von Robert Schumann als Zugabe erhielten.

Mit diesem Konzert verabschiedete sich nach 13 Jahren in der Klosterkirche Organisatorin Andrea Lugg von den Gästen der Weltklassik. Ihre Arbeit wird in jüngere Hände gegeben und fortgesetzt.

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