EWR erweitert Angebot

Photovoltaik: Wie die Sonne vom Dach in den Tank gelangt

Bewerben das Photovoltaik-Programm der EWR: (v. l.) Klaus Günther-Blombach und Professor Dr. Thomas Hoffmann. Foto: Roland Keusch
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Bewerben das Photovoltaik-Programm der EWR: (v. l.) Klaus Günther-Blombach und Professor Dr. Thomas Hoffmann.
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Energieversorger setzt verstärkt auf Photovoltaik – Hausbesitzer erhalten auf EWR-Website erste Einschätzung.

Remscheid. Die EWR GmbH erweitert ihre Dienstleistungen. Zu dem Standardangebot Strom, Wasser, Gas rückt Natur und Umwelt intensiver in den Fokus. Der Energieversorger setzt auf die Sonne und verquickt dabei Photovoltaik (PV) mit Elektromobilität. Ab sofort bietet die EWR Privatkunden neben der Ladetechnik für Elektroautos (Wallboxen) auch Photovoltaik-Solarpakete zum Direktkauf an. Die Stadtwerke-Tochter folgt dabei dem Öko-Gedanken und den Notwendigkeiten der Energiewende. Klaus Zehrtner, Leiter Energiedienstleistungen & Elektromobilität: „Die Anfragen zur Lade- und Verbrauchstechnik bei uns nehmen zu. Auf zwei bis zehn pro Tag kommen wir.“

Dem wird ab sofort mit vier passgenauen PV-Paketen Rechnung getragen. Dem Kunden soll es dabei so einfach wie möglich gemacht werden, Anhaltspunkte zu bekommen, ob sich auf seinem Haus Solarenergie finanziell lohnt, verspricht EWR-Projektleiter Tim Folger. Gedacht ist das Angebot für Ein- und Zweifamilienhäuser, die 60 Prozent der Gebäude in Remscheid ausmachen.

„Mit der E-Mobilität macht die Photovoltaik noch mehr Sinn.“

Klaus Zehrtner, EWR

Wer auf die Website der EWR unter „Strom“, dann „Leistungen“ geht, stößt auf die Photovoltaik. Das Solarpotenzialkataster der Stadt, in Verbindung mit der Firma Tetraeder entstanden, ermöglicht es, dass nach Eingabe der eigenen Adresse über Luftaufnahmen von der Immobilie ruckzuck erste Daten zusammengetragen werden.

Der Anlagenkonfigurator spiegelt die Größe des Dachs in Quadratmeter wider, die benötigten Module sowie der jährlich zu erwartende Ertrag. Wer die ermunternde Antwort auf dem Bildschirm erhält: „Prima, ihr Dach ist gut für die Nutzung von Photovoltaik geeignet“, geht etwas mehr ins Detail. Gebäudetyp, Material der Dacheindeckung, jährlicher Stromverbrauch werden abgefragt. Am Ende steht neben der ungefähren Investition ein Annäherungswert, wie viel vom Grünstrom der Besitzer aus der PV-Anlage selbst nutzen kann, um den Eigenbedarf zu decken. Richtig wirtschaftlich wird die Rechnung, wenn die Sonne übers Dach direkt in den Tank gelangen kann. „Mit der E-Mobilität macht die Photovoltaik noch mehr Sinn“, kündigt Klaus Zehrtner an.

Mit oder ohne E-Auto – am Ende erhält der Kunde, gerechnet auf 20 Jahre, einen Überblick auf den zu erwartenden Gewinn, die kwh/pro Jahr erneuerbare Energie, den Unabhängigkeitsgrad von Fremdstrom, die Baukosten der Anlage und nach wie viel Jahren sich die Anlage amortisiert. Die EWR rechnet dabei nicht mit Stromteuerungsraten, als Basis dient der Status Quo. Klaus Günther-Blombach, Geschäftsbereichsleiter Markt und Vertrieb, betont: „Uns geht es nicht darum, so viele Module wie möglich zu verkaufen. Wir wollen das optimale Paket für den Kunden definieren, verbunden mit Perspektiven für E-Auto und Ladekapazitäten.“

Dazu zählt, und dies ist zwingend erforderlich, später mit EWR-Beratern vor Ort die häuslichen Gegebenheiten anzuschauen. Wie bei den EWR-Ladepunkten, von denen es stadtweit bislang um die 300 gibt, setzt der Energieversorger auf ein „Rundum-Paket“, das aus einer Hand die Installation mitliefert, sofern der Kunde nicht einen Handwerker seines Vertrauens einbindet. Der Realisierungszeitraum beträgt aufgrund der hohen Nachfrage momentan um die drei Monate. Die Haltbarkeit der PV-Module liegt bei 25 Jahren und länger. Die EWR fördert pro PV-Anlage und Verbrauchsstelle mit 200 Euro. Hundert Euro gibt es zusätzlich für den Bezug eines Stromspeichers. Bedingung für den Erhalt des Zuschusses ist der Bezug der Technik über die EWR und der Abschluss eines Ökostromvertrages der EWR für zwei Jahre.

Während Windkraft in Remscheid aufgrund der Gegebenheiten kein Thema ist, Wasserkraft nur in geringem Maße genutzt wird, soll die Photovoltaik zu einem großen Thema werden. „Wir sehen viel Potenzial auf den Dächern“, erklärt Klaus Günther-Blombach.

Mit einem Bürgerfonds möchten SPD, Grüne und FDP für mehr Solarstrom in Remscheid sorgen. Das hatten sie erst kürzlich bekanntgegeben.

Online-Infoabend

Stadt, Verbraucherberatung und EWR informieren online über Sonnenenergie. Hierzu bieten sie heute, 18 Uhr, den Infoabend „Sonne im Tank“ an. Es geht um die Gewinnung von Solarstrom und dessen Nutzung für das eigene Fahrzeug. Außerdem werden Öko(fahr)-Stromtarife sowie der Aufbau des öffentlich zugänglichen Ladenetzes in Remscheid thematisiert. Fragen zur Größe der Photovoltaik-Anlage, Ladeleistung, Kosten und Förderung sind erwünscht. Kostenfreie Teilnahme per Zoom: Meeting-ID: 895 7129 5841; Kenncode: 952651.

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