Abschied

Pfarrerin wird eine riesige Lücke hinterlassen

Abschied der evangelischen Kirchengemeinde an der Hardtstraße: Der letzte Gottesdienst von und mit Pfarrerin Anke Menn konnte draußen abgehalten werden. Fotos: Roland Keusch
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Abschied der evangelischen Kirchengemeinde an der Hardtstraße: Der letzte Gottesdienst von und mit Pfarrerin Anke Menn konnte draußen abgehalten werden.

Antje Menn nahm am Sonntag bei einem Gottesdienst an der Hardtstraße Abschied – „Sie wagte so manche verrückte Sache“.

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Antje Menn war neun Jahre als Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep tätig. Nun schlägt sie neue Wege als erste hauptamtliche Superintendentin ein. Jeder Abschied geht mit einem lachenden und weinenden Auge vonstatten. Ein solcher Abschied steht auch in der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep an. Antje Menn schlägt ab dem 1. Oktober neue Wege ein.

Ein wenig aufgeregt und gespannt sei sie, so Pfarrerin Menn. Es falle ihr schwer, ihre Gemeinde, die über die Jahre hinweg das Miteinander (vor-)lebte, zusammenwuchs und auch „verrückte Dinge“ anstieß, zu verlassen. „Als Mitglieder bleiben wir als Familie aber dennoch der Gemeinde erhalten.“ Nach neun Jahren als engagierte Vorsteherin der Gemeinde sei es an der Zeit, neue Pfade zu beschreiten. Auf einer außerordentlichen Tagung der Kreissynode wurde Antje Menn im Juni zur Superintendentin gewählt.

Antje Menn führt Tradition in der fünften Generation fort

Als Tochter eines Pfarrers fand sie früh den Weg Richtung Kirche und trat in die Fußstapfen ihres Vaters Dietrich Menn. Bereits in der fünften Generation führt sie eine Tradition innerhalb der Familie fort und entschied sich für das Anlegen des Talars. Von Familienfreizeiten, Gottesdiensten, Veranstaltungen und Sitzungen, die gebürtige Radevormwalderin nahm sich stets Zeit für ihre Lenneper Schäfchen.

Im Rahmen eines Open-Air-Gottesdienstes am Gemeindehaus an der Hardtstraße bedankten sich gestern Morgen nicht nur Gemeindemitglieder, sondern auch Kolleginnen und Kollegen. Neben besonderen Sketchen und Liedern, setzte das Team der Familienkirche der Abschiedsfeier ein besonders Denkmal. Von Anekdötchen und Erinnerungen aus neun Jahren Ferienfreizeit wurde so manches Bonmot hervorgeholt.

Der Abschiedsgottesdienst fand unter freiem Himmel statt.

Von Kriminaljagden auf Norderney, Segeltouren in den Niederlanden oder einer Freizeit, die für Menn vor allem als „Urlaub mit viel Übelkeit, die sich acht Wochen später als Schwangerschaft entpuppte“ in Erinnerung blieb, wagt das Team einen humoristischen Einblick in den Alltag einer Pfarrerin. Dass Menn eine „Riesenlücke hinterlassen wird“, dessen sind sich Gemeinde und Kollegen einig.

„Antje Menn wagte so manche verrückte Sache und blickte stets über den Tellerrand“, so das Pfarrerteam der Evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen anerkennend. Ob Gottesdienste im Röntgen-Museum, gemeinsame Heiligabend-Feiern, Putzaktionen auf der Berliner Straße oder der Teilnahme am Rosenmontagsumzug – die Pfarrerin gestaltete eine Kirche zum Anfassen, „wo man Gemeinde sein konnte und lebte“.

Antje Menn weiter: „Die letzte Messe, die letzte Trauung und auch die letzten Sitzungen waren sehr emotional für mich.“ Dennoch freut sie sich auf ihr neues Amt als Superintendentin. „Die Stelle wird erstmals als Hauptamt angelegt, so dass in allen Gemeinden Messen möglich sind.“ Ihrer Gemeinde fällt es nicht leicht, die engagierte Pfarrerin gehen zu lassen.

Familie möchte der Gemeinde weiterhin treu bleiben

Unterstützung fand Antje Menn in ihrer Tätigkeit vor allem innerhalb der eigenen Familie. Ehemann Christoph las nicht nur manche Beerdigungsansprache, sondern fühlte sich in der Lenneper Gemeinde wohl. „Es ist der Spirit und das Miteinander, diese ganz eigene Atmosphäre, die das Leben hier ausmachen.“ Kirche sei aus seiner Sicht nicht nur eine Anlaufstelle, sondern „Kirche kann und muss auch ein Gesicht zeigen.“

Die Familie kann sich vorstellen, auch die ein oder andere ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen. Denn trotz neuer Tätigkeit, Antje Menn möchte künftig ihrer Gemeinde und den Lennepern treu bleiben.

Neue Aufgabe

Am 1. Oktober tritt Antje Menn ihre Aufgabe als Superintendentin an. Bisheriger Amtsinhaber war seit 2005 Hartmut Demski, der Ende September in Ruhestand geht. Der Evangelische Kirchenkreis Lennep wird von der Kreissynode geleitet, die aus den Vertretern der 16 Kirchengemeinden im Kirchenkreis besteht.

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