Bürgerpreis

Petra und Robert Köser sind die Alltagshelden 2022

Petra und Robert Köser sind die Alltagshelden 2022
+
Petra und Robert Köser sind die Alltagshelden 2022
  • VonKatharina Birkenbeul
    schließen

Zum achten Mal wurde die Auszeichnung verliehen. Mutter und Sohn sammelten die meisten Stimmen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Zum ersten Mal in der Geschichte des Bürgerpreises erhielt ein Team die Auszeichnung, die an diesem Freitag bei einer Feierstunde in der Stadtsparkasse verliehen wurde: Petra Köser (52) und ihr Robert (21) sammelten die meisten Stimmen bei der Wahl, an der Hunderte Interessierte in den vergangenen Wochen teilgenommen hatten. Die beiden kämpfen in vielfältiger Weise für Menschen in Not und gründeten dazu den gemeinnützigen Verein „Bergisch Land Hand in Hand“. Sichtlich gerührt nahmen Mutter und Sohn den Preis von Sparkassenvorstand Michael Wellershaus entgegen. „Also, ich bin sprachlos“, erklärte Petra Köser. „Es ist eine tolle Anerkennung unserer Arbeit. Aber die anderen Kandidaten hätten es genauso verdient wie wir.“

Petra (Mitte) und Robert Köser (zweiter von rechts) erhielten gestern den Bürgerpreis 2022. Mit ihnen freuten sich die übrigen drei Kandidaten: Wolfgang Moritz, Rolf New und Marita Lauer (v.l.).

Zum achten Mal würdigte die Stadtsparkasse gemeinsam mit dem RGA und Radio RSG mit dem Bürgerpreis den ehrenamtlichen Einsatz in Remscheid. Neben Petra und Robert Köser waren dafür drei weitere Kandidaten nominiert, die in ganz unterschiedlichen Bereichen Impulse setzen: Marita Lauer (63) kümmert sich seit über einem Jahrzehnt um Mädchen und Jungen aus Kremenholl und bietet ihnen im Treffpunkt „Echt Kremig“ vielfältige Freizeitaktivitäten. Das Kulturleben liegt Wolfgang Moritz (71) besonders am Herzen. Bis zuletzt wirkte er hinter den Kulissen der Klosterkirche und trug seit 1987 maßgeblich dazu bei, die Kleinkunstbühne bei einem überregionalen Publikum zu etablieren. Rolf New (75) hatte seit 1996 als Vorsitzender von Frisch Auf Lennep die Verantwortung in einem Club, den er mit einem vielfältigen Sport- und Kursangebot breit aufstellte.

Bevor die Entscheidung verkündet wurde, schilderte OB Burkhard Mast-Weisz als Schirmherr, wie bedeutend das private Engagement für das Zusammenleben in Remscheid ist: „Ohne diesen Einsatz wäre unsere Stadtgesellschaft arm.“ In Abwandlung eines Kennedy-Zitats erklärte er. „Für Sie ist wichtig, was Sie für die Stadt tun können - nicht was die Stadt für Sie tun kann.“ Sparkassen-Chef Michael Wellershaus ergänzte: „Sie alle können stolz sein auf das, was Sie geleistet haben.“

Das gilt zweifellos auch für die beiden Preisträger: Petra und Robert Köser krempelten nach der Flutkatastrophe vor einem Jahr die Ärmel hoch. Eine Fahrt in das überflutete Ahrtal gab den Ausschlag dafür, dass der 21-Jährige auch künftig Menschen in Notsituationen beistehen wollte - seine Mutter wusste er an seiner Seite. „Es war so etwas wie eine Wende in meinem Leben“, blickte Robert Köser zurück. Nach seiner Unterstützung für die Opfer des Hochwassers, unter anderem in Clemenshammer, hob er gemeinsam mit seiner Mutter ein Hilfsnetzwerk ins Leben, in dem sich insbesondere junge Leute um das Gemeinwohl verdient machen und das möglichst unbürokratisch im neuen Verein „Bergisch Land Hand in Hand“. Dieser kümmert sich aktuell unter anderem um Geflüchtete aus der Ukraine, bietet ihnen Alltagshilfen in der für sie fremden Umgebung. Nur ein Beispiel dafür ist die Unterstützung für den Spitzensportler Vitali (17), der mit seinem gehbehinderten Vater vor dem Krieg in seiner Heimat flüchtete. Zum einen war der Verein behilflich, eine barrierefreie Wohnung zu finden. Zum anderen fahren die ehrenamtlichen Mitstreiter den 17-Jährigen mehrfach in der Woche zum Kanu-Training auf dem Beyenburger Stausee.

.

Aber auch Menschen, die in großer Armut und Isolation leben, werden von „Bergisch Land Hand in Hand“ unterstützt. So wie eine Rentnerin, der Robert Köser kürzlich Lebensmittel vorbeibrachte. Mit Tränen in den Augen habe sie ihn an der Haustür empfangen. „Menschen eine Freude zu bereiten, ist mehr wert als alles Geld der Welt“, hatte der 21-Jährige im RGA-Gespräch seine Motivation für den ehrenamtlichen Einsatz beschrieben. Dieser Einsatz wurde nun mit dem Bürgerpreis 2022 belohnt.

Die Preisträger

Die bisherigen Preisträger heißen: Kai Mosner (2021), Elisabeth Erbe (2020), Bettina Stiel-Reifenrath (2019), Monika Biskupek (2018), Karin Lenhard-Moyzyczyk (2017), Angelika Hidalgo (2016) und Günter Dannenberg (2015) . Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 1000 Euro verbunden. Die drei Zweitplatzierten erhalten für die Nominierung 500 Euro, die sie ihrer jeweiligen Initiative zur Verfügung stellen können.

Unsere Meldung vom 17. Juni, 17.50 Uhr: Bürgerpreis für Mutter und Sohn

Remscheid. Remscheid hat nicht nur einen, sonder gleich zwei neue „Helden des Alltags“. Der Bürgerpreis 2022 geht an Petra und Robert Köser. Mutter und Sohn gründeten nach dem Hochwasser den gemeinnützigen Verein „Bergisch Land Hand in Hand“ und halfen so den Opfern der Flut.

Für den Bürgerpreis waren fünf Kandidaten, darunter ein Team für den achten Bürgerpreis vorgeschlagen: Petra und Robert Köser, Marita Lauer, Wolfgang Moritz und Rolf New. Die Gewinner erhalten 1000 Euro Preisgeld, alle anderen erhalten 500 Euro für ihre gemeinnützigen Projekte.

Alle Nominierten für den Bürgerpreis 2022

Die bisherigen Preisträger: Kai Mosner, Elisabeth Erbe, Bettina Stiel-Reifenrath, Monika Biskupek, Karin Lenhard-Moyzyczyk, Angelika Hidalgo, und Günter Dannenberg. kab

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Schutz des Morsbachtals: Betonbecken an der Hägener Mühle sollen vor Flut schützen
Schutz des Morsbachtals: Betonbecken an der Hägener Mühle sollen vor Flut schützen
Schutz des Morsbachtals: Betonbecken an der Hägener Mühle sollen vor Flut schützen
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD

Kommentare