Stadt zeigt sich „überglücklich“

Penny schließt die Versorgungslücke auf der Alleestraße

Peter Heinze, Volker Siegert, Joachim Karp und Robbert Sanders (v.l.) im neuen Penny-Markt auf der oberen Allee. Foto: Roland Keusch
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Peter Heinze, Volker Siegert, Joachim Karp und Robbert Sanders (v.l.) im neuen Penny-Markt auf der oberen Allee.
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Lebensmittelkette eröffnet am kommenden Montag ihre neue Filiale.

Von Axel Richter

Remscheid. Der Mann mit der Hilti macht keine Pause. Während die Einrichter hubwagenweise Chips, Flips, Cola und Bratpfannen in die neuen Verkaufsräume schieben, treibt er Bohrloch um Bohrloch in den Deckenbeton. Noch hängen dort jede Menge Kabel. Bis Montag sollen sie in Kanälen verschwunden sein. Denn dann, viele sagen: endlich, eröffnet der neue Penny-Markt auf der oberen Alleestraße um 7 Uhr.

Der Discounter schließt eine klaffende Versorgungslücke. Reihenweise hatten die Einkaufsmärkte die Remscheider Innenstadt zuvor verlassen. Von der Theodor-Körner-Straße verschwand der Nahkauf, von der Elberfelder Straße der Kaufpark und der Netto aus der Daniel-Schürmann-Straße. Als letzter verabschiedete sich die Kette Real aus dem Allee-Center, womit sich insbesondere den älteren Bürgerinnen und Bürgern die Frage stellte, wo auf dem Stadtkegel sie denn noch Lebensmittel einkaufen können. Bei Penny, lautet die Antwort von Volker Siegert, Expansionsleiter des Lebensmittel-Discounters mit Sitz in Köln. Wie Nahkauf zählt auch Penny zur Rewe-Gruppe. Auf der oberen Allee in Höhe der Zange verspricht sich das Unternehmen gute Geschäfte und investierte deshalb erheblich in den Standort.

Entstanden ist ein Lebensmittelmarkt nach dem „Markthallenkonzept“, sagt Volker Siegert. Auf 800 Quadratmetern sollen die Kunden alles finden, was sie im Haushalt brauchen. Geöffnet ist werktags von 7 bis 22 Uhr, 14 Mitarbeiter kümmern sich um Verkauf und Anlieferung. Letzteres stellte die Planer vor einige Probleme. Immerhin haben die Waren, die auf der Daniel-Schürmann-Straße vom Lkw ins Geschäft gebracht werden, zwei Meter Höhenunterschied zu überwinden. Eine Rampe macht’s möglich. Eigene Parkplätze hat Penny nicht.

Die Verkaufsräume, die zuvor von der Modekette Adler genutzt wurden, ließ Penny entkernen. Adler blieb am Standort, verkleinerte sich jedoch. Mit dem Eigentümer der Immobilie – die Gebäudezeile aus den 60er Jahren gehört heute der Gilde Investors Immobilien GmbH in Bad Bentheim – wurde sich Penny bald einig. „Penny hat ein langfristiges Interesse. Penny will bleiben“, freut sich Gilde-Projekt- und Bestandsmanager Robbert Sanders für den Vermieter.

Mehr als zufrieden zeigt sich auch Remscheids Baudezernent Peter Heinze. „Wir sind überglücklich, dass das funktioniert hat“, sagt er. Heinze weiß um die Probleme, die die Schließung so vieler Lebensmittler in Folge insbesondere bei denen hinterlassen hat, die nicht mit dem Auto zum nächsten Discounter fahren können. Zugleich setzte sich damit aber auch etwas in Bewegung.

So eröffnete die Familie Buschhaus vor vier Monaten im verlassenen Nahkauf in der Theodor-Körner-Straße einen zweiten Frischmarkt. Die neue Konkurrenz durch Penny fürchten die Remscheider nicht, wie sie sagen.

Die von Real verlassene Fläche in der unteren Etage des Allee-Centers liegt unterdessen brach. Center-Chef Nelson Vlijt möchte zwei Geschäfte dort ansiedeln: einen Lebensmittelmarkt und einen im Bereich Nahversorgung. Noch lärmen weder für den einen noch für den anderen die Baumaschinen, doch Nelson Vlijt versichert: „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Das Ergebnis werden wir zum richtigen Zeitpunkt bekanntgeben.“

Standpunkt: Mit spitzem Bleistift

Von Axel Richter

axel.richter@rga.de

Spätestens im Juli 2016 wuchs sich der Schwund im Lebensmitteleinzelhandel für den Stadtteil Alt-Remscheid zu einem ernsten Problem aus. Da hatte der Discounter Nahkauf, Teil des Rewe-Konzerns, das Aus für seinen Markt in der Theodor-Körner-Straße angekündigt. Ulrich Wester, Pfarrer der Evangelischen Lutherkirchengemeinde, schrieb deshalb einen Brief an die Zentrale des Rewe-Konzerns: „Gerade für unsere älteren Menschen ist die Schließung des Marktes eine einschneidende Maßnahme.“ Doch vermutlich hätte selbst göttlicher Beistand den Konzern nicht davon abhalten können, sein Geschäft zu schließen. Der 350 Quadratmeter kleine Markt passte dem Unternehmen längst nicht mehr ins Erfolgskonzept. Nun macht Rewe, zu dem auch Penny gehört, auf 800 Quadratmetern einen neuen Markt in Remscheid auf. Baudezernent Peter Heinze wünscht dem Unternehmen deshalb in Zukunft gute Geschäfte in Remscheid. Er weiß: Die Discounterketten rechnen mit spitzem Bleistift. Das heißt: Nur wenn am Ende des Tages der Umsatz stimmt, werden sie tatsächlich am Standort bleiben.

Bänke auf der Alleestraße: Neue Bänke sollen im Juli ankommen

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