Nach neuneinhalb Jahren

Pastor André Carouge wechselt in die Notfallseelsorge

Baptisten sind weltweit gesehen die größte evangelische Kirche. In Remscheid besteht sie seit 1901 und hat 360 Mitglieder, beheimatet ist sie in der Schützenkirche 32, Pastor Carouge ist (noch) ihr Pfarrer. Foto: Roland Keusch
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Baptisten sind weltweit gesehen die größte evangelische Kirche. In Remscheid besteht sie seit 1901 und hat 360 Mitglieder, beheimatet ist sie in der Schützenkirche 32, Pastor Carouge ist (noch) ihr Pfarrer.

Pastor André Carouge verlässt die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.

Von Peter Klohs

Remscheid. Pastor André Carouge wird Ende Mai sein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis ruhen lassen und sein bisheriges Ehrenamt als Notfallseelsorger hauptberuflich ausüben. Neuneinhalb Jahre war er in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Remscheid tätig. Als Pastor prägte er die Baptisten nachhaltig.

Bereits vor 20 Jahren hatte Carouge die Möglichkeit, einen Wechsel in den Beruf als Notfallseelsorger anzugehen, aber damals sprachen zu viele Gegebenheiten dagegen. Jetzt hat sich jedoch Einiges geändert. „Ich sitze in Gremien“, berichtet der Pastor, „in denen ich die Notfallseelsorge bundesweit verfolgen kann. Und dort erfuhr ich auch, dass der Kreis Düsseldorf/Mettmann einen Koordinator für die Notfallseelsorge und die psychosoziale Unterstützung der Einsatzkräfte wie Rettungsdienst oder Feuerwehr suchte.“

Carouge bleibt in Remscheid

Neben den grundsätzlichen Erwägungen kamen auch andere Gedanken auf: Wie alt bist du und wie möchtest du die Zeit, die dir noch bleibt, verbringen? Auch die Möglichkeit, in Remscheid wohnen bleiben zu können, hat bei der Entscheidung mitgespielt. Einen erneuten Umzug wollte ich der Familie nicht zumuten.“ Nachdem sich André Carouge entschieden hatte, einen Neuanfang zu wagen, wurden nur wenige Menschen in der Gemeinde eingeweiht.

Lesen Sie auch: Pastor André Carouge knüpft Kontakt ins türkische Kirsehir

Erst, als der Wechsel in trockenen Tüchern war, informierte Carouge die Gemeinde als Ganzes. Die Reaktionen waren vielfältig. „Die typisch bergischen Reaktionen waren dabei“, berichtet der Pastor, „nämlich gar keine. Es gab Trauer und Bestürzung, aber auch offene und ehrliche Freude wie ‚Super, dass du das jetzt machen kannst’.“

Wichtig ist Carouge, dass er auch als Koordinator aktiv tätig sein wird. „Es ist wichtig, in der Thematik zu bleiben und Einsätze wahrnehmen zu können. Außerdem zählt das Begleiten der Teams und die Ausbildung zu meinen Aufgaben. Auch das ist mir wichtig: Das stärkt den vertrauensvollen Zusammenhalt.“ Kontakte zwischen Menschen waren ihm immer ein wichtiges Anliegen. Durch Corona war das in der Friedenskirche in den vergangenen Monaten nur sehr eingeschränkt möglich.

Carouge verlässt die Friedenskirche als Pastor, nicht als Mensch

„Man feiert Gottesdienste vor einer Kamera“, bedauert er. André Carouge wird Angestellter des evangelischen Kirchenkreises Düsseldorf / Mettmann werden. „Und mit der Tätigkeit in der Notfallseelsorge bin ich dort tätig, wo die Arbeit der Kirche ausschließlich positiv erlebt wird. Diese Aufgabe ist eine der wichtigsten, die die Kirche leistet.“ Bereits jetzt hat er positive Erfahrungen im neuen Umfeld gesammelt.

„Ich bemerke eine offene und freundliche Art des Kennenlernens“, erzählt er. „Meine Zugehörigkeit zur evangelisch-freikirchlichen Gemeinde hat nie eine Rolle gespielt.“ Er wird die Friedenskirche als Pastor verlassen, nicht als Mensch. „Ich werde die Gemeinde anders wahrnehmen“, weiß Carouge, „und mit anderen Mitgliedern in den Bänken sitzen. Das ist eine neue Perspektive, auf die ich mich freue.“

Über seine Nachfolge wird im Berufungsrat entschieden. Dieses Gremium des Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden wird sich klar werden, welche Schwerpunkte es setzen will, wer die Gemeinde in der Zukunft am Besten vertreten kann, welche Anforderungen nötig sind. „Da bin ich völlig raus“, sagt Carouge. „Und das ist auch gut so.“

Hintergrund

Der Kirchenkreis Düsseldorf / Mettmann ist groß. Trotz des Namens gehört die Landeshauptstadt nicht dazu. Der Kreis reicht von Hilden im Süden über Erkrath und Haan bis nach Velbert, Heiligenhaus und Ratingen im Norden. „Ich bleibe Pastor“, sagt André Carouge. „Wenn Not am Mann ist, helfe ich gerne in Remscheid aus.“

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