Personalie

Paschmann-Haus erhält neue Leiterin

Die neue Leiterin des Wilhelm-Paschmann-Hauses: Yvonne Zarrath. Foto: Roland Keusch
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Die neue Leiterin des Wilhelm-Paschmann-Hauses: Yvonne Zarrath.

Yvonne Zarrath übernimmt die Regie in der Lenneper Einrichtung für alkoholkranke Männer.

Von Sabine Naber

Remscheid. Die neue Leiterin des Wilhelm-Paschmann-Hauses in Lennep heißt Yvonne Zarrath. Schon seit 2007 arbeitet die Remscheiderin in der Einrichtung, die sich an obdachlose Männer mit einer Suchterkrankung richtet. „Ich habe soziale Arbeit in Düsseldorf studiert und mich eigentlich schon immer für dieses Thema interessiert“, berichtet Yvonne Zarrath. Nach ihrem Abschluss bewarb sie sich mit Erfolg auf eine Stelle im Wilhelm-Paschmann-Haus. „Anfangs habe ich in der Aufnahme gearbeitet und die Herren in Empfang genommen, die aus der Entgiftung zu uns kamen.“

Den reinen Alkoholiker gebe es heute allerdings kaum noch, meist würde eine Doppeldiagnose gestellt. „Die vorher obdachlosen Menschen leiden häufig unter psychischen Erkrankungen, sie brauchen ein besonderes Hilfsangebot“, weiß die Einrichtungsleiterin. Und das bedeute gerade in Corona-Zeiten eine besondere Arbeit und Verantwortung. Einige Bewohner hätten noch Kontakte zu ihren Familien oder zu Freunden. Alle hätten sich aber in dieser Pandemie-Zeit vorbildlich an die zahlreichen Beschränkungen gehalten. „Dafür haben wir uns dann auch mit einem kleinen Obolus bei ihnen bedankt.“

Yvonne Zarrath, die bereits viele Jahre als stellvertretende Heimleiterin im Wilhelm-Paschmann-Haus gearbeitet hat, betreut zusätzlich zu ihrer neuen Funktion auch weiterhin eine Bewohnergruppe. Den Männern werden hier sowohl Gruppentherapien als auch Einzelgespräche angeboten. „Unseren Bewohnern wird ein Taschengeld zur Verfügung gestellt und darüber hinaus ein kleiner Obolus, den sie sich in einer unserer Werkstätten erarbeiten können. Alles basiert auf Freiwilligkeit“, erklärt sie. Mit der Stiftung Tannenhof wird zusammengearbeitet – nicht zuletzt, weil Rückfälle nicht ausgeschlossen sind.

„Immer mehr Jüngere kommen in die Suchteinrichtungen“
Yvonne Zarrath

„Es geht uns hier um eine Alltagsbegleitung. Duschen, Wäsche wechseln, zu den Mahlzeiten erscheinen und an Maßnahmen teilnehmen, das gehört dazu. Und viele Bewohner sind froh, wenn sie das geschafft haben“, weiß die Fachfrau. Auch Arbeitsgemeinschaften werden angeboten, die der Beschäftigung dienen. Spiele, Bewegung und ein Kreativ-Angebot sind hier die Themen. Da werden zum Beispiel Ideen zur Verschönerung des eigenen Zimmers entwickelt und vieles mehr. Im April soll eine neue Hauswirtschaftsleitung eingestellt werden. „Da hoffen wir, dass dieser Bereich in unsere eigentliche Arbeit integriert werden kann. Vielleicht gehen dann einige Herren von uns zum Kochen dorthin“, erläutert Yvonne Zarrath .

Zum Haus gehört auch die Abteilung Ambulantes Betreutes Wohnen. Es richtet sich an Klienten, die auch nach Ende ihrer stationären Therapie Unterstützung brauchen. „Da suchen wir gerade eine neue Immobilie für vier Bewohner“, sagt die Heimleiterin. Zwei Werkstätten gibt es im Wilhelm-Paschmann-Haus. Fünf Firmen lagern zurzeit leichte Tätigkeiten dorthin aus, geeignete Bewohner übernehmen die Arbeiten. Außerdem ist der Gartenbereich zu bewirtschaften, Arbeit für die Klienten gibt es auch an der Zentrale. Bewohner übernehmen zudem Aufgaben wie das Putzen der Flure, sie desinfizieren Klinken und Treppengeländer oder kümmern sich um die Wäsche.

„Immer mehr Jüngere kommen in die Suchteinrichtungen. Das ist eine traurige Entwicklung. Und klar ist, dass auch Corona dazu beigetragen hat“, berichtet Yvonne Zarrath. Aber sie mache ihre Arbeit, bei der es ihr wichtig ist, die Lebensqualität ihrer Bewohner aufrecht zu erhalten, weiterhin gerne.

Das Wilhelm-Paschmann-Haus ist über 50 Jahre alt. Es handelt sich um eine Rehabilitationseinrichtung für nichtsesshafte Männer mit Alkoholproblemen.

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