Prozess

Party landet vor Gericht und wird teuer

Remscheider wegen Drogendelikts verurteilt.

Remscheid. Dass sich Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie in einer Ausnahmesituation befindet, schien einen 43 Jahre alten Mann aus Remscheid nicht zu interessieren. Denn statt unnötige Kontakte zu meiden, feierte er in der Nacht auf den 13. Juni vergangenen Jahres mit Kumpels in einer Kleingartenanlage in Remscheid eine Party. Nun kam ihm seine Ausgelassenheit teuer zu stehen. Im Amtsgericht Remscheid wurde der Hartz-IV-Empfänger zu 1050 Euro Geldstrafe verurteilt. Aber nicht, weil er trotz Corona gefeiert, sondern weil die Polizei Drogen bei ihm gefunden hatte – drei Gramm Amphetamin und 0,1 Gramm Kokain.

Zum Einsatz der Beamten war es aufgrund von Ruhestörung gekommen. Als der Angeklagte die Polizisten hatte kommen sehen, steckte er seine Drogen schnell einem vor ihm sitzenden Kumpel in die Hosentasche. Doch sein Plan ging nicht auf, der Stoff wurde letztlich ihm zugeordnet. „Das war eine blöde Reaktion. Ich wusste nicht, wohin damit“, gab der 43-Jährige im Gericht bezüglich des Versteckens seiner Drogen in der Hosentasche des anderen zu. Im Verlauf der Verhandlung kam heraus, dass der Angeklagte bereits seit seinem 16. Lebensjahr Drogen konsumiert: „Erst Gras, dann Amphetamin, dann Koks“. Früher habe er täglich etwas gebraucht, inzwischen konsumiere er etwa alle zwei Monate. An eine Therapie habe er nie gedacht. „Ich seh da keinen Sinn drin.“

Beim Blick in den Bundeszentralregisterauszug zeigte sich der Richter überrascht. Trotz jahrzehntelanger Drogenkarriere hat der Remscheider bisher lediglich eine Vorstrafe wegen Urkundenfälschung kassiert. Mit Betäubungsmitteln war er hingegen nie erwischt worden.

In seiner Urteilsbegründung legte der Vorsitzende dem Angeklagten ans Herz, zu versuchen, von den Drogen loszukommen. Ansonsten würde er sich regelmäßig strafbar machen und Gefahr laufen, immer wieder erwischt zu werden. Während es dieses Mal bei einer Geldstrafe hatte bleiben können, würden die Strafen dann höher. Am Ende könnte der Mann sogar wegen Drogendelikten im Gefängnis landen. Das wolle er nicht, so der Angeklagte. jape

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