Verkehr

Parkprobleme: In der Stockder Straße wird es eng

In der Stockder Straße (hier vor den Haus-Nr. 21 bis 23) ist das Parken durch den Zuzug der Zetex schwierig geworden.
+
In der Stockder Straße (hier vor den Haus-Nr. 21 bis 23) ist das Parken durch den Zuzug der Zetex schwierig geworden.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Nach dem Zuzug einer Transportvermietung mit einem großen Fuhrpark beschweren sich Anwohner. In der Nordstraße wurde eine Lösung gefunden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Freie Parkplätze sind rar in Remscheid. Das gilt insbesondere für Unternehmer, die ihre Laster im öffentlichen Raum abstellen wollen. Eine beliebte Nische war die Nordstraße, ab der Abzweigung Kirchhofstraße entlang der Mauer des evangelischen Stadtfriedhofs. Beidseitig wurde der Abschnitt von größeren Fahrzeugen zugepflastert, auch von auswärtigen. In der Spitze waren es mehr als 20. Immer wieder wurde dies zum Dorn im Auge, jetzt schritt das Ordnungsamt ein. Seit 1. September gilt ein Halteverbot.

Mit einer Einschränkung: „Auf dem Seitenstreifen darf geparkt werden, es dürfen aber keine Fahrzeugteile auf die Straße ragen“, erklärt Amtsleiter Arndt Liesenfeld. Denn erstens wurde dadurch das Straßenprofil in der Vergangenheit verengt, vor allem aber Fußgängern die Überquerung erschwert. Eine Gefahrenquelle entstand. Konsequenz nach dem Einschreiten der Stadt: Die ersten zehn Tage erhalten Sünder Zettel mit einer Ermahnung, sich an die neuen Regeln zu halten, danach wird mit 50 Euro verwarnt.

Parkschwierigkeiten gibt es auch in der Stockder Straße. Dort liegt die Gemengelage diffiziler: In der Hausnummer 23 hat sich dieses Jahr die Zetex Freight GmbH mit Büro und Lagerhalle auf 1000 qm angesiedelt – mit einem Fuhrpark von um die 20 Transportern, Klein- und Lieferwagen, SUVs, von denen etwas über die Hälfte vor Ort ist. Das junge Unternehmen von Shayan Ansari und Leonard Gier vermietet Fahrzeuge für den Personen- wie Materialtransport.

Zetex-Chef Shayan Ansari setzt auf Dialog mit den Nachbarn

Mehrere Anwohner fühlen sich durch die weißen Kastenwagen vor ihrer Haustür beeinträchtigt. Unmittelbare Nachbarn sind Wiebke und Hartmut Otremba. Das Ehepaar, 71 und 79 Jahre alt, hat zwar eine Garage Am Langen Siepen, würde jedoch, wie vor dem Zetex-Einzug im Sommer möglich, wohnortnah Be- und Entladen. „Der längere Fußweg zur Garage mit Einkäufen ist für uns zu beschwerlich“, erklären die Otrembas.

Hartmut Otremba fragt: „Inwieweit darf ein Unternehmen zur Fahrzeugvermietung mit einem derart großen Fuhrpark in einem gemischt gewerblichen Wohngebiet angesiedelt werden, ohne dass die Voraussetzungen zur Abstellung dieser Fahrzeuge, zum Beispiel durch Anmietung entsprechender Parkflächen geregelt sind?“ Mit weiteren Anrainern beschwerte er sich.

Das Ordnungsamt prüft den Sachverhalt. Mitarbeiter Norbert Leisner schickt eins vorweg: „Verkehrsrechtlich sind die Fahrzeuge korrekt aufgestellt, so dass aktuell keine Tatbestände gegeben sind, im Rahmen von Verwarnungen einzuschreiten.“ Ob der Situation gewerberechtlich begegnet werden könne, ermittele derzeit eine andere Abteilung im Ordnungsamt.

Shayan Ansari setzt auf Dialog: „Wir tun, was wir können, um Konflikte zu vermeiden, und möchten uns nicht mit den Anwohnern anlegen.“ Der Firmenchef betont aber, dass die Stadt nun mal an dieser Stelle Gewerbe gestatte und erklärt, dass die Zetex 15 Arbeitsplätze geschaffen habe. Sein Personal sei instruiert, weiter entfernt zu parken, um die angespannte Parksituation nicht zu verschärfen.

Hartmut Otremba beobachtete Montagabend elf Zetex-Fahrzeuge. Sieben seien in der Lagerhalle gewesen, drei am Straßenrand, ein weiteres auf einem der beiden gemieteten Parkplätze vor der Firma. Meist seien es nur drei Fahrzeuge, die draußen im öffentlichen Parkraum stünden, versichert Ansari. Dies sei akzeptabel. Er habe den Nachbarn angeboten, seine Einfahrt zum Be- und Entladen zu nutzen.

Otremba regt an: „In der Stockder Straße 25 war mal ein Fernsehgeschäft untergebracht. Für Kunden war ein zeitlich beschränktes Halteverbot von 9 bis 17 Uhr für zwei Plätze eingerichtet worden. Als das Geschäft aufgegeben wurde, wurde das Parkverbot aufgehoben. Vielleicht kann man diese Regelung aufgreifen, dann hätte Zetex vier Parkplätze.“ Shayan Ansari ist dafür offen, hält es für sinnvoll, mit Anwohnern und Ordnungsamt gemeinsam eine Lösung zu suchen.

Hintergrund

Weil Parken schwierig geworden sei, stünden die Anwohner in der Rosenstraße oder Am Langen Siepen, erklärt Hartmut Otremba. „Besucher mit Auto können nicht mehr kommen, es sei denn, sie bringen ihren Parkplatz mit“, meint er süffisant. Die Otrembas beobachten, dass private Mitarbeiterautos der Zetex als Platzhalter geparkt werden, zudem Otrembas Grünabfallbehälter nachts von Mietern der Zetex missbraucht worden sei. „Ich konnte die Verursacher feststellen, da auf einem DHL-Karton die Telefonnummer des Kunden vermerkt war.“

Passend zum Thema: Knöllchen zum Fußballspiel - SPD fordert Gespräche mit Eigentümer

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Vertragsabschlüsse ziehen sich: RSV wird kein Risiko eingehen
Vertragsabschlüsse ziehen sich: RSV wird kein Risiko eingehen
Vertragsabschlüsse ziehen sich: RSV wird kein Risiko eingehen
Corona: Inzidenz steigt in Remscheid - Ein weiterer Todesfall
Corona: Inzidenz steigt in Remscheid - Ein weiterer Todesfall
Corona: Inzidenz steigt in Remscheid - Ein weiterer Todesfall

Kommentare