Lappen weg

Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht

Bis 2033 verschwinden die Papierführerscheine aus den Geldbörsen der Republik und werden durch Plastikkarten ersetzt. Foto: wey
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Bis 2033 verschwinden die Papierführerscheine aus den Geldbörsen der Republik und werden durch Plastikkarten ersetzt.

Bis 2033 gibt es nur noch EU-Führerscheine im Plastikkartenformat.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Tage der grauen Pappen und rosa Lappen sind gezählt, in den kommenden Jahren müssen alle „alten“ Führerscheine in EU-Führerscheine im Plastikkartenformat umgetauscht werden. So soll sicher gestellt werden, dass alle Fahrzeugführer fälschungssichere Papiere haben. Wir klären hier die wichtigsten Fragen.

Welcher Führerschein muss wann umgetauscht werden?

Um die große Anzahl bewerkstelligen zu können, ist der Umtausch schrittweise geplant. Welcher „Lappen“ wann dran ist, hängt entweder vom Ausstellungsjahr oder vom Geburtsjahr des Inhabers ab. Dabei gilt: Ist der Führerschein bis Ende 1998 ausgestellt, gilt das Geburtsjahr, für alle ab 1999 ist das Ausstellungsjahr maßgeblich.

Bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellte Führerscheine: Die Geburtsjahrgänge 1953 bis ´58 müssen bis spätestens zum 19. Januar 2022 umtauschen, die Jahrgänge 1959 bis ´64 bis zum 19. Januar 2023, die Jahrgänge 1965 bis ´70 bis zum 19. Januar 2024 und alle ab 1971 bis zum 19. Januar 2025. Alle vor 1953 geborenen Inhaber müssen ihren Führerschein bis zum 19. Januar 2033 umtauschen.

Ab dem 1. Januar 1999 ausgestellte Führerscheine: Liegt das Ausstellungsjahr zwischen 1999 und 2001, muss der Umtausch bis zum 19. Januar 2026 erfolgen, für zwischen 2002 und 2004 ausgestellte Führerscheine ist bis zum 19. Januar 2027 Zeit, für 2005 bis 2007 ausgestellte bis zum 19. Januar 2028. Danach verlängert sich die Frist mit jedem weiteren Ausstellungsjahr um ein Jahr, 2008 ausgestellte Führerscheine bis 19. Januar 2029, 2009 ausgestellte bis 2030 und so weiter. Zuletzt sind alle 2012 und bis zum 18. Januar 2013 ausgestellten Fahrerlaubnisse dran, die bis zum 19. Januar 2033 erneuerten werden müssen.

Wo und wie erfolgt der Umtausch in Remscheid?

Die Stadt hat ein eigenes Büro für den Führerschein-Umtausch eingerichtet. Dafür seien zwei zusätzliche Mitarbeiter abgestellt und das Terminkontingent erhöht worden, heißt es in einer Mitteilung. Termine können online vereinbart werden, auf der Internetseite remscheid.de unter dem Menüpunkt Termine buchen -> Fahrerlaubnisangelegenheiten -> Führerscheinstelle -> Allgemeine Fahrerlaubnisangelegenheiten -> Umtausch EU-Kartenführerschein. Die Verwaltung weist darauf hin, dass an so vereinbarten Terminen keine anderen Anliegen bearbeitet werden. Mitzubringen sind der Personalausweis oder der Reisepass, der bisherige Führerschein und ein biometrisches Passfoto (alternativ steht ein Passfotoautomat zur Verfügung). Wichtig: Wurde der Führerschein nicht in Remscheid gemacht oder zwischenzeitlich von einer anderen Fahrerlaubnisbehörde ein neuer Führerschein ausgestellt, braucht es zusätzlich noch einen Karteikartenabschrift, auch Dateiauszug genannt, der vorher bei dieser Behörde angefordert werden muss. Dies geht telefonisch, schriftlich oder per E-Mail, viele Kommunen und Kreise bietet den Antrag zudem online über ihre Internetseite an. Eine solche Abschrift wird in der Regel kostenfrei erstellt, man sollte dafür aber etwas Zeit einplanen.

Wie viel kostet der Umtausch, was ist dabei sonst noch zu beachten?

Ein neuer EU-Führerschein kostet pauschal 25,30 Euro, hinzukommen unter Umständen die Kosten fürs Passfoto. Wer nicht umtauscht, muss nach der Ablauf der Frist mit einem Verwarngeld rechnen, wenn er bei einer Kontrolle erwischt wird. Zudem kann es im Ausland zu Problemen kommen. Anders als bisherige Führerscheine läuft der EU-Führerschein nach 15 Jahren ab und muss dann erneuert werden. Eine neue Prüfung oder eine ärztliche Untersuchung sind dafür allerdings nicht notwendig.

Hintergrund

Fragen rund um den Führerschein-Umtausch beantwortet die Führerscheinstelle der Stadt auch telefonisch unter Tel. (02191) 16 30 16, erreichbar sind die Mitarbeiter montags, mittwochs und freitags 8 bis 12 Uhr, außerdem montags und mittwochs 14 bis 15.30 Uhr. Der ADAC geht davon aus, dass bis 2033 etwa 43 Millionen Führerscheine umgetauscht werden, darunter rund 15 Millionen aus Papier, die bis Ende 1998 ausgestellt wurden, und knapp 28 Millionen Scheckkartenführerscheine, die ab 1999 ausgestellt wurden.

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