150 Euro Bußgeld

Ordnungskräfte wollen wegen Masken-Muffeln nicht Zug fahren

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Bus- und Bahnfahren ohne Mund-Nasen-Schutz soll 150 Euro kosten.

Bus- und Bahnfahren ohne Mund-Nasen-Schutz soll 150 Euro kosten.

Von Axel Richter

Remscheid. Keine Diskussion mit Masken-Muffeln. Das fordert NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in einem Zeitungsinterview: Wer ohne Maske im Bus oder in der Bahn sitzt, soll künftig 150 Euro Bußgeld zahlen und an der nächsten Haltestelle aussteigen. Mit den Ordnungsbehörden in den Städten und den Verkehrsunternehmen hat der Minister jedoch nicht gesprochen. Entsprechend fallen in Remscheid die Reaktionen aus.

„Wie das gehen soll, weiß ich nicht“, sagt Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann. „Wir werden gewiss nicht jeden Tag Bahn fahren und im Bus sitzen.“

Bisher wurden Bußgelder nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz der Aufforderung einer Amtsperson weigerten, die Maske aufzusetzen. Das Ordnungsamt kontrollierte die Einhaltung der Coronaschutzmaßnahmen vor allem zu Beginn der Pandemie an den Haltestellen. Und zwar gemeinsam mit den Stadtwerken, denn die haben in den Bussen das Hausrecht. „In der Folgezeit gab es lediglich vereinzelte Beschwerden“, berichtet Jürgen Beckmann. Fahrgäste berichteten über andere Fahrgäste, die keine Maske getragen hätten.

„Unsere Busfahrer sollen den Bus fahren.“
Klaus Zehrtner, Stadtwerke

Die Stadtwerke belassen es bislang in solchen Fällen bei freundlichen Hinweisen. Ärger habe es deshalb nur in seltenen Fällen gegeben, berichtet Unternehmenssprecher Klaus Zehrtner. „Wir können den Remscheiderinnen und Remscheidern wirklich ein großes Lob aussprechen. Die große Mehrheit hält sich an die Regeln. Und wer die Maske vergessen hat, der lässt mit sich reden.“

Fahrgäste, die nicht mit sich reden lassen, darf der Busfahrer an der nächsten Haltestelle herauskomplimentieren. Bußgelder dürfen und sollen sie auch in Zukunft nicht aussprechen „Unsere Busfahrer sollen den Bus fahren“, sagt Zehrtner. Und nicht hoheitliche Aufgaben übernehmen.

Zurückhaltend äußert sich auch Abellio. „Natürlich gibt es schwarze Schafe unter den Reisenden“, sagt Franka Spiekermann, Sprecherin des Unternehmens, dessen Züge auf der S 7 zwischen Wuppertal, Remscheid und Solingen unterwegs sind. „In der Regel aber kommen sie den Bitten unserer Kundenbetreuer nach.“ Wenn nicht, endet auch für sie die Fahrt abrupt. Gibt es Ärger, kommt die Bundespolizei zum Einsatz. Allerdings muss sie auch erst einmal vor Ort sein.

Ordnungsämter und Verkehrsunternehmen warten nun auf Ansagen, wie die Einhaltung der strengen Regeln in Bussen und Bahnen kontrolliert werden sollen. Ansonsten gilt, was die Ordnungshüter in der Corona-Krise schon oft erlebt haben: „Da haben sich welche etwas Neues ausgedacht, die mit der Umsetzung nichts zu tun haben.“

Die Remscheider hatten das Virus erfolgreich ausgebremst. Das verhießen jedenfalls die offiziellen Zahlen, die der Corona-Krisenstab an jedem Tag veröffentlichte.

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