Verhandlung am Landgericht

Nach Messerstichen: Opfer soll 15-jährigen Täter bedroht haben

Noch ist für die Richter am Landgericht unklar, wer die beiden 16- und 24-Jährigen mit Messerstichen verletzt haben soll. Archivfoto: Leon Hohmann
+
Noch ist für die Richter am Landgericht unklar, wer die beiden 16- und 24-Jährigen mit Messerstichen verletzt haben soll.

Prozess um lebensgefährliche Messerstiche am Allee-Center geht weiter.

Von Dirk Lotze

Remscheid/Wuppertal. In einem Prozess um lebensgefährliche Messerstiche in Alt-Remscheid soll der 24-jährige Hauptgeschädigte nach seiner Aussage im Sitzungssaal den jüngsten der drei Angeklagten (15, 17 und 21 Jahre alt) bedroht haben. Das berichtete die Verteidigerin des betroffenen Jugendlichen zur Fortsetzung im Landgericht Wuppertal: „Er hat uns einige Zeit angestarrt und mit zwei Fingern erst auf seine Augen und dann auf die Augen meines Mandanten gezeigt.“ Sie fügte hinzu: „Ich habe lange überlegt, ob ich das erwähnen soll, weil ich noch unter dem Eindruck seines Auftritts stand.“

Der 24-Jährige war im Rollstuhl erschienen. Er hatte bei dem Geschehen vom September 2021 einen Messerstich in eine Schläfe erlitten, mit schweren Hirnschäden. Die Staatsanwaltschaft geht bezüglich des ältesten Angeklagten von versuchtem Mord aus.

Das Gericht muss das Zusammentreffen der drei Angeklagten mit zwei späteren Geschädigten (16 und 24 Jahre alt) an einem Abend der Herbstkirmes 2021 aufklären: Beide Gruppen benutzen den Bus gegen 20.40 Uhr vom Quimperplatz bis zum Allee-Center. Laut Zeugen waren alle Beteiligten alkoholisiert.

Video zeigt drohende Geste

Eine Freundin des 16-Jährigen sagte aus, sie habe von Anfang an gefürchtet, dass es unter Alkoholeinfluss Streit gebe. Die Gruppe der Angeklagten habe bereits an der Einstiegshaltestelle gepöbelt, „Hurensohn“ und „Ich stech’ Dich ab!“ gerufen. Im Bus hätten die Angeklagten hinten gesessen, die Geschädigten anfangs vorn. Ein Video zeigt, wie einer der Jugendlichen eine drohende Geste mit einem Zeigefinger über seine Kehle macht.

Die Zeugin fuhr fort, es sei klar gewesen, dass die anderen ein Messer hatten: „Mein Freund ist nach hinten gegangen, um die höflich zu bitten, das einzustecken, weil da noch andere Leute waren.“ Ein 17-jähriger Zeuge saß hinter dem Fahrer und schrieb seiner Freundin Nachrichten: „Hier sind alle besoffen.“ – „Der hat ein Messer.“ – „Die rasten voll aus!“ – und nach dem Halt am Allee-Center: „Hier wird einer abgestochen!“ Der Zeuge bestätigte, dass er zwei der Angeklagten kennt. Der Polizei hatte er das zunächst verschwiegen. Vor Gericht gab er an, die entscheidenden, gefährlichen Stiche außerhalb des Busses nicht beobachtet zu haben.

Der Richter warnte ihn: „Das ist möglich, dass das stimmt, wie Sie es sagen. Aber vielleicht auch nicht. Wenn Sie von jemandem bedroht werden, wird man Sie schützen. Aber Sie müssen die vollständige Wahrheit sagen, sonst werden Sie hart bestraft.“ Der Zeuge blieb bei seiner Aussage.

Ein Sicherheitsmitarbeiter aus dem Allee-Center berichtete, er habe beim Abschließen eines Tores drei Personen aus Richtung der Haltestelle vorbei laufen gesehen. Jemand habe gerufen: „Bloß weg, Jungs!“ Die Beschreibung passt in Teilen zu den Angeklagten aus dem Bus.

Das Landgericht hat fünf weitere Verhandlungstage vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Irrfahrt unter Alkohol endet im Gebüsch
Irrfahrt unter Alkohol endet im Gebüsch
Irrfahrt unter Alkohol endet im Gebüsch
Torsten Dehnke brachte Wiesn-Stimmung nach Remscheid
Torsten Dehnke brachte Wiesn-Stimmung nach Remscheid
Torsten Dehnke brachte Wiesn-Stimmung nach Remscheid
Frau (40) zerkratzt Autotür während Fahrer im Wagen sitzt
Frau (40) zerkratzt Autotür während Fahrer im Wagen sitzt
Frau (40) zerkratzt Autotür während Fahrer im Wagen sitzt
Lennep: Planer kosten 200.000 Euro
Lennep: Planer kosten 200.000 Euro
Lennep: Planer kosten 200.000 Euro

Kommentare