Omikron

Diese Notfallpläne gibt es in Remscheid wegen der neuen Infektionswelle

Omikron bedroht die Handlungsfähigkeit der kritischen Infrastruktur. Feuerwehr, Stadtverwaltung und TBR, die Polizei und andere Einrichtungen reagieren mit Schutzmaßnahmen und Notfallplänen.
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Omikron bedroht die Handlungsfähigkeit der kritischen Infrastruktur.

Polizei, Stadtwerke und Feuerwehr bereiten sich auf die hochansteckende Omikron-Virusvariante vor.

Von Frank Michalczak und Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid steckt noch mitten in der vierten Corona-Welle, da baut sich die fünfte, die Omikron-Welle, bereits auf. Die Krankheitsverläufe sind bei der neuen Variante nach ersten Erkenntnissen überwiegend mild, dafür ist das Virus offenbar sehr viel ansteckender als seine Vorgänger. Bis zu 100 000 Neuinfektionen täglich befürchtet das Robert-Koch-Institut im Januar. Einige Experten rechnen vor, dass zeitweise bis zu sechs Millionen Menschen gleichzeitig erkrankt und in Quarantäne sein könnten. Wenn zeitgleich viele Polizisten, Feuerwehrleute und städtische Beschäftigte ausfallen, könnte das Auswirkungen auf die öffentliche Daseinsvorsorge haben. Verschiedene Schutzmaßnahmen sollen dem entgegenwirken. Außerdem gibt es Notfallpläne, falls die Ausfälle zu groß werden.

Die Polizei in Remscheid könne „lageangepasst“ auf Ausfälle und Einschränkungen reagieren, berichtet Pressesprecherin Simone Mellin: „Zu möglichen Maßnahmen zählen dann beispielsweise interner Ausgleich innerhalb der eigenen Direktion.“ Reiche das nicht aus, fordere man Kräfte aus anderen Direktionen oder von anderen Behörden an, zum Beispiel von der Bereitschaftspolizei. Auch Anpassungen von Dienstzeiten seien eine Möglichkeit, um die Einsatzbereitschaft der Polizei sicherzustellen.

Feuerwehr, Stadtverwaltung und TBR und andere Einrichtungen reagieren mit Schutzmaßnahmen und Notfallplänen.

Damit es aber gar nicht so weit kommt, versuche man, Ansteckungen unter den Beamten zu vermeiden, so Mellin. Neben der Maskenpflicht vor allem durch Kontaktvermeidung: „Auch die Polizei greift in den Bereichen, in denen es die Aufgaben zulassen, verstärkt auf die Möglichkeit zum Homeoffice zurück. Besprechungen werden grundsätzlich in Form von Video- oder Telefonkonferenzen durchgeführt.“ Zudem arbeite man, wo es möglich ist, in festen Teams.

Bei der Remscheider Feuerwehr herrsche Urlaubssperre – und tägliche Testpflicht bei Dienstantritt. „Bei uns herrscht somit 2G plus“, berichtet Leiter Guido Eul-Jordan, der seine rund 150 Mitarbeiter darum bittet, unnötige Kontakte zu vermeiden. Zudem sei das Tragen von FFP2-Masken am Arbeitsplatz Pflicht. Die Einteilung in feste Gruppen solle außerdem dazu dienen, dass es stets personelle Reserven gebe, sollte ein Team komplett in Quarantäne geschickt werden. „Wir werden bei unserem Dienstplan flexibel sein müssen“, erklärt er.

Remscheid: Freiwillige Feuerwehren sollen sich gegenseitig unterstützen

Auch die Freiwillige Feuerwehr sei auf Änderungen eingestellt. Die feste Einteilung der jeweiligen Einsatzgebiete könnte entfallen, so dass zum Beispiel die Lenneper Kräfte Lüttringhausen oder die Bergisch Borner Lennep mitübernehmen könnten, nennt Brandamtsrat Sascha Ploch ein Beispiel. „Zudem verzichten wir derzeit auf Übungen, an denen Mitglieder unterschiedlicher Einheiten teilnehmen. Unser Ausbildungsdienst ist eingestellt, Schulungen erfolgen nur noch online“, listet Sascha Ploch weitere Sicherheitsmaßnahmen auf. Dabei verfüge die Leitstelle in Ueberfeld über ein eigenes Labor, wo PCR-Tests der Kräfte ausgewertet werden können. Es liefere schnelle Klarheit über das Ergebnis.

Die Wasser-, Gas- und Stromversorgung in Remscheid könne notfalls auch unter schwierigsten Bedingungen gewährleistet werden, sagt Stadtwerke-Sprecher Klaus Zehrtner: „Dies ist auf jeden Fall sichergestellt, da muss sich keiner Sorgen machen.“ Als Netzbetreiber und Grundversorger habe die Stadtwerke-Tochter EWR schon vor Corona über umfangreiche Sicherheitskonzepte verfügt. In der Pandemie habe man die Schutzmaßnahmen weiter verschärft.

Das gilt auch für die Polizei.

Das gelte vor allem für die Leitwarte, „das Herzstück eines Versorgungsunternehmens“, wie Zehrtner es nennt. Die Mitarbeiter, die von hier aus die gesamte Versorgung der Stadt überwachen, unterlägen besonderen Verhaltensvorschriften, die aus Sicherheitsgründen zum Teil gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürften, erklärt der Pressesprecher: „Wir leben ja jetzt schon eine Zeit lang mit der Pandemie und haben uns inzwischen gut darauf eingestellt.“

Priorisierung im Bürgerservice möglich

Auch die Stadtverwaltung bereitet sich auf Ausfälle vor. „Um dies beim Kommunalen Ordnungsdienst zu vermeiden, haben wir feste Einsatzgruppen gebildet“, berichtet Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke. Sollte Corona die Belegschaft im Ämterhaus treffen, müssten Prioritäten gesetzt werden. „Diese liegen im Meldewesen und bei Kfz-Angelegenheiten für gewerbliche Zwecke.“ Nur im Notfall soll es aber zu Einschränkungen im Bürgerservice kommen, wobei Barbara Reul-Nocke dies angesichts der Omikron-Variante nicht ausschließen kann.

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