Pandemie

Omikron: Das passiert, wenn der Schnelltest positiv ist

Ist ein Familienmitglied mit Omikron infiziert, sind es meist bald alle.
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Ist ein Familienmitglied mit Omikron infiziert, sind es meist bald alle.
  • Axel Richter
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Omikron rauscht durch die Familien – Die müssen sich selbst helfen – Keiner ruft an, keiner schreibt.

Remscheid. Zu Beginn der Pandemie, als eine Infektion mit Sars-CoV-2 noch den Hauch des Exotischen hatte, da konnte es, sein, dass der Infizierte daheim mit einem Mal die sonore Radiostimme des WDR-Mannes Horst Kläuser am Telefon hatte. Kläuser gehörte zum Team der Freiwilligen, die dem Gesundheitsamt damals bei der Kontaktnachverfolgung halfen. Heute ruft keiner mehr an, um den Virusträger nach dem werten Befinden zu fragen. Im Gegenteil: Wen es erwischt, der ist weitgehend auf sich allein gestellt.

Der Schnelltest ist positiv. Was jetzt?

Sich daheim einschließen, das ist klar. Aber Moment: Gültig ist nur der Test aus dem Testzentrum. „Der Selbsttest daheim oder im Büro zählt nicht“, sagt Jens Pfitzner, Chef des Remscheider Gesundheitsamtes. Denn: „Die werden oft falsch gelagert, zu warm oder zu kalt und sind möglicherweise fehlerhaft.“ Jedenfalls taugen sie nicht als offizielles Dokument. Nun sind auch an der Arbeitsweise in manchem Testzentrum Zweifel erlaubt. Das Ergebnis eines Schnelltests von dort gilt dennoch als Dokument, das dem Arbeitgeber vorgelegt werden muss, damit der sich zum Beispiel die Lohnkosten erstatten lassen kann.

Wer braucht künftig auf jeden Fall noch einen PCR-Test?

Zum Beispiel Pflegerinnen und Pfleger in Altenheimen. Der Test soll Menschen vorbehalten bleiben, die in Kontakt zu gefährdeten Gruppen stehen.

Jens Pfitzner steht an der Spitze des Gesundheitsamtes. Er weiß: Ist ein Familienmitglied infiziert, sind es bald alle.

Werde ich noch vom Gesundheitsamt angerufen?

Nein. Zwar verliert das Infektionsgeschehen an Geschwindigkeit. Doch seit die Inzidenz über 200 liegt, sieht sich das Gesundheitsamt außerstande, alle Infizierten telefonisch zu betreuen. Nur noch vulnerable Gruppen werden angerufen, vor allem alte Menschen und solche in Heimen.

Und auf Post brauche ich auch nicht mehr zu warten?

Genau. „Sonst erfahren Sie in zehn Tagen, dass Sie sich seit zehn Tagen in Isolation befinden müssen“, sagt Jens Pfitzner. Mit anderen Worten: Die Behörden kommen nicht mehr nach. Wichtig: Wer positiv getestet wurde, muss möglichst alle Personen darüber informieren, mit denen er zuletzt zusammengetroffen ist.

Wie verhalte ich mich außerdem richtig?

Wer positiv getestet wurde, der begibt sich daheim in Isolation – und zwar am besten in einem eigenen Raum ohne Kontakt zu anderen Familienmitgliedern. Sie gehen in Quarantäne. Es sei denn, sie sind geimpft und geboostert, zeigen negative Testergebnisse und keine Symptome. Omikron lässt das allerdings kaum noch zu. Die Erfahrung der Gesundheitsbehörden ist: Ist in der Familie erst einer infiziert, stecken sich nahezu sicher alle anderen Familienangehörigen an.

Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne?

Der Unterschied ist nur begrifflicher Natur. Bei Infizierten sprechen die Behörden von Isolation, bei Familienangehörigen sprechen sie von Quarantäne. Das Ergebnis ist das gleiche. Keiner darf das Haus verlassen, auch nicht zum Spazierengehen. Lediglich der Aufenthalt auf Balkon und im Garten ist erlaubt. Dort darf sich der Infizierte aber nur allein aufhalten.

Und wie komme ich jetzt wieder aus Quarantäne und Isolation heraus?

Nach zehn Tagen dürfen alle die eigenen vier Wände wieder verlassen. Oder mit einer Freitestung bereits nach sieben Tagen - Kinder sogar zwei Tage früher. Wichtig: Zuvor dürfen seit 48 Stunden keine Symptome mehr vorliegen. Auch wer sich freitesten möchte, braucht dazu ein offizielles Ergebnis aus einer Teststelle. Zur Vorlage beim Arbeitgeber reicht der Schnelltest aus. Angehörige von Pflegeberufen brauchen auch in diesem Fall einen nunmehr negativen PCR-Test. Gezählt wird ab dem Tag des positiven Ergebnisses. Wer also am 10. eines Monats positiv getestet wurde, der kann sich am 17. frei testen lassen. Die Tages- oder Uhrzeit spielt dabei keine Rolle.

Quarantäne

Nach wie vor versehen vier Soldaten der Bundeswehr ihren Dienst in Remscheid, um das Gesundheitsamt in seinem Kampf gegen Corona zu unterstützen. Angesichts des hohen Infektionsgeschehens konzentriert sich die Behörde auf Einrichtungen, wie Heime, Schulen und Kindergärten.

Mit einer ordnungsbehördlichen Allgemeinverfügung hat die Stadt auch gestern weitere Quarantänen angeordnet. Betroffen ist die Integrative Kindertageseinrichtung Fuchsweg.

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