Stadtforstamt verbessert Wachstumsbedingungen

Ohne Pflege funktioniert ökologischer Waldumbau nicht

Um die Pflegearbeit so schonend wie möglich durchzuführen, kommen auch Rückepferde zum Einsatz. Archivfoto: Bernd Büllesbach
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Um die Pflegearbeit so schonend wie möglich durchzuführen, kommen auch Rückepferde zum Einsatz.

Um den Wald für die durch den Klimawandel veränderten Lebensbedingungen fit zu machen, setzt das Stadtforstamt auf ökologischen Waldbau.

Remscheid. Um den Remscheider Wald für die durch den Klimawandel veränderten Lebensbedingungen fit zu machen, setzt das bei den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) angesiedelte Stadtforstamt seit gut zwei Jahrzehnten auf ökologischen Waldbau. Dieser soll jetzt in der kalten Jahreszeit in den Bereichen Schimmelbusch, Lobach, Lüttringhausen, Ibacher Mühle und Spelsberg fortgesetzt werden, kündigt das Stadtforstamt an.

Ökologischer Waldumbau bedeutet stufig aufgebaute und naturnahe Waldbestände mit möglichst vielen unterschiedlichen Baumarten, in denen Bäume aller Altersklassen und Dimensionen in einem Bestand vertreten sind. Dafür erforderlich ist eine turnusmäßige Waldpflege. Vorrangiges Ziel der Pflegemaßnahmen ist es, Eichen, Vogelkirschen und Ahorne durch Öffnung des zuvor geschlossenen Kronendaches zu fördern. Vitale Bäume und der bereits vorhandene Baumnachwuchs erhalten so mehr Raum. Es wird Licht in zuvor geschlossene Waldbestände gebracht und die so eingeleitete natürliche Verjüngung des Waldes unterstützt.

Um einen ökologischen Waldumbau zu erzielen, ist es laut Stadtforstamt erforderlich, die Waldbestände regelmäßig zu pflegen, das bedeute, auch gesunde Bäume müssen eventuell gefällt werden. Dies geschehe im Remscheider Wald planmäßig in einem Turnus von in der Regel fünf Jahren – auch und gerade in den hiesigen Naturschutzgebieten.

Bei den Arbeiten kommen Rückepferde zum Einsatz

Das bei den Waldpflegemaßnahmen anfallende Holz wird durch das TBR-Stadtforstamt verkauft. Rückepferde helfen dabei diese Maßnahmen besonders bodenschonend und vorbereitend für die eingesetzte Forsttechnik durchführen zu können.

Es könne vorkommen, dass bereits verkaufte Stämme von Fuhrunternehmern der Holzkäufer übersehen oder der Wald als zeitweises Außenlager von Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben liegengelassen würden, erläutert das Stadtforstamt weiter.

Restholz, das nicht einer stofflichen oder energetischen Verwertung zugeführt wird, verbleibt als für den Wald wichtige Biomasse auf der Fläche und bietet einer Vielzahl von Organismen einen Lebensraum. Die im Holz gebundenen Nährstoffe werden bei der Verrottung wieder freigesetzt und dem Waldboden zugeführt. Für den unbedarften Waldbesuchenden hinterlasse das allerdings den Eindruck eines eher „unaufgeräumten“ Waldes. Die Natur selbst kenne und brauche dabei keinen „aufgeräumten“ Wald, macht das Stadtforstamt deutlich.

Das für das Waldökosystem erhaltenswerte stehende Totholz bleibt bei der Maßnahme dauerhaft als Lebensraum für viele Vogelarten, Fledermäuse, Insekten und Pilze erhalten. Von den vielerorts deutlich sichtbaren Erfolgen dieses Waldumbaus der letzten Jahre können sich Waldbesucher in vielen Waldgebieten Remscheids, insbesondere im Bereich Küppelstein, in Lüttringhausen oder an Eschbach- und Neyetalsperre (Wipperfürth) selbst überzeugen, teilt die Stadtförsterei mit. -ma-

Die Stadt Remscheid hat 2019 den NRW-Preis für vorbildliche Waldbewirtschaftung erhalten.

Der Anteil schadhafter Bäume in deutschen Wäldern wächst gewaltig. Experten warnen auch vor massiven Schäden duch Massenvermehrung von laub- und nadelfressenden Insekten. Doch das ist nicht das einzige Problem für die Wälder.

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