Pandemie

Ohne Maske zum Arzt: Absprache notwendig

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In Arztpraxen herrscht Maskenpflicht, seit dieser Woche sind zudem medizinische Masken wie diese vorgeschrieben. Für manche Patienten wird das zum Problem.

Krankenkasse und Kassenärztliche Vereinigung sehen kein generelles Problem.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Stefan H. (Name von der Redaktion geändert) fürchtet um seine medizinische Versorgung. Aus psychischen Gründen könne er keine Maske tragen, sagt er. Und deswegen würden ihn viele Arztpraxen gar nicht erst reinlassen. Grund sei eine Angststörung, sagt H.: „Wenn ich eine Maske aufsetze, können Sie direkt den Notarzt rufen.“ Darüber habe er auch ein Attest. „Ein ordentliches, ich bin ja kein Aluhut-Schwurbler.“

Doch ob mit oder ohne Attest, viele Praxen würden generell den Zutritt ohne Maske verweigern, berichtet Stefan H., der dadurch schon den hippokratischen Eid gefährdet sieht. In Telefonaten mit seiner Krankenkasse habe er zudem erfahren, dass er nicht der einzige Versicherte mit diesem Problem sei.

Seine Kasse, die Barmer, allerdings sieht kein generelles Problem. Entsprechende Fragen oder Fälle lägen den Fachzentren derzeit nicht vor, antwortet Pressesprecher Tobias Klingen auf eine RGA-Anfrage. Ähnliches berichtet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein. Ihr Sprecher Dr. Heiko Schmitz sagt: „Uns ist nicht bekannt, dass es sich hier um ein generelles oder häufiger vorkommendes Problem handelt.“

Schmitz weist zudem darauf hin, dass in den Praxen laut Landesverordnung Maskenpflicht herrsche: „Das Praxispersonal schützt sich ja selber auch.“ Und auch Barmer-Sprecher Klingen betont, dass Kassenärzte die Behandlung ablehnen dürfen, „wenn ein triftiger Grund vorliegt und es sich nicht um einen Notfall handelt“. Ob das hier zutreffe, sei aber noch nicht abschließend geklärt.

Ob Kasse oder KV, als Lösung schlagen beide vor, die Praxis frühzeitig zu kontaktieren: „Grundsätzlich empfiehlt sich aber, das telefonische Gespräch mit dem Arzt beziehungsweise der Ärztin zu suchen“, sagt Tobias Klingen. Dann könnte der Patient zum Beispiel einen Termin außerhalb der Sprechstunde bekommen. Oder eine Videosprechstunde nutzen.

Ähnliches rät Dr. Heiko Schmitz: „Wenn ein Patient tatsächlich keine Maske tragen kann oder darf, muss er den Praxisbesuch mit dem Arzt vorab besprechen – ohnehin finden ja aus Infektionsschutzgründen überwiegend Termine nur mit Voranmeldung statt.“ So lasse sich die Situation im Vorfeld klären.

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