Terrassen statt Parkplätze

Ohne Außengastronomie wird der Winter für Kneipiers hart

Durch die Lage der „Erlebbar“ in der Hindenburgstraße bringt Simon Riesebeck eine längere Öffnungszeit nicht weiter. Archivfoto: Roland Keusch
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Durch die Lage der „Erlebbar“ in der Hindenburgstraße bringt Simon Riesebeck eine längere Öffnungszeit nicht weiter.

Kneipiers sehen weitere Umsatzeinbußen kommen – sie fordern daher Terrassen statt Parkplätze und längere Öffnungszeiten.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der Sommer liegt in den letzten Zügen, der Herbst ist schon beinahe da und der Winter auch nicht mehr fern – für die Gastronomie keine gute Zeit. Denn wenn es kälter wird, können Wirte beispielsweise keine Außengastronomie anbieten. Was sie tun können, um nicht noch stärker durch die Corona-Krise gebeutelt zu werden, war Gegenstand einer Diskussionsrunde am Montagabend. Der Verein MyViertel hatte dazu in den Vaßbendersaal eingeladen. Marvin Christian Schneider von Myviertel moderierte den Abend.

Im Allgemeinen treffen sich die Gastronomen in unregelmäßigen Zeitabständen, im vergangenen Vierteljahr jedoch monatlich. Dass der eine oder die andere einmal nicht kann, ist den Beteiligten klar. Am Montagabend waren zehn Gastronomen anwesend.

„Es ist nicht besonders schön für die Umwelt, aber mir als Gastronom haben die Heizpilze immer sehr geholfen.“ 

Torsten Dehnke vom Miro

Auf Anregung von Torsten Dehnke vom Miro wäre eine Ausweitung der Öffnungszeiten bis 24 Uhr hilfreich. Dem konnten sich die meisten seiner Kollegen anschließen. Nur Simon Riesebeck von der „Erlebbar“ war aus nachvollziehbaren Gründen darüber nicht begeistert. „Nach den Plänen der Stadt ist die ‘Erlebbar’ in der Hindenburgstraße nicht mehr zur Stadtmitte gehörig“, gab er an.

Torsten Dehnke vom Miro schlägt Heizpilze vor.

„Ob ich will oder nicht: Ich darf die Bar nicht bis 24 Uhr öffnen. Und weil das so ist, darf die Stadt gerne darüber nachdenken, die Stadtmitte zu erweitern.“ Dass sich in diesem Fall zahlreiche Anwohner der betroffenen Straße dagegen aussprechen würden, war den Gastronomen klar. Mit weiteren Reaktionen der Anwohner müsse gerechnet werden. Da sich die Remscheider Gäste der Gastronomie viel lieber im Freien aufhalten als in der entsprechenden Örtlichkeit, wurde das Thema Heizpilze angesprochen.

Grünen-Politiker David Schichel spricht sich gegen Heizpilze aus

Auch, wenn sich der anwesende Grünen-Politiker David Schichel gegen die gasbetriebenen Geräte aussprach, so ist die Meinung von Torsten Dehnke dazu klar: „Es ist nicht besonders schön für die Umwelt, aber mir als Gastronom haben die Heizpilze immer sehr geholfen. Die Gäste sitzen bei zehn Grad lieber unter einem Heizpilz als drinnen.“ Dazu komme, dass in Remscheid ein Verbot für das Aufstellen von Heizpilzen nicht existiert.

Ein weiteres drängendes Thema war die Intransparenz der Corona-Auflagen in der Gastronomie. Viele Gäste wissen nicht, was der Besuch einer Kneipe oder einer Bar mit sich bringt. Da müssen viele Gastronomen wortreich die Gäste aufklären, warum sie ihre persönlichen Daten hinterlassen und bis zum Sitzplatz eine Maske tragen müssen. Deutlich wurde hier die Stadt Remscheid ins Gebet genommen, für Transparenz zu diesem Thema zu sorgen.

Ob Parkbuchten für die Außengastronomie freigegeben werden? Das war ein weiterer Punkt im Vaßbendersaal. Im Einzelfall wurden bereits einige Parkbuchten für Außengastronomie zur Verfügung gestellt. „Aber das Prozedere für die Genehmigung dauert noch immer zu lange“, kritisieren die Gastronomen. „Obwohl es jetzt vergleichsweise recht zügig geht.“

Viele von den angesprochenen Themen sind ohne das Okay der Stadt Remscheid nicht zu realisieren. Und auch wenn die Stadt etwas genehmigt: Am Ende muss es das Ordnungsamt durchsetzen. Und wenn das „Nein“ sagt, können die Gastronomen dagegen nichts tun.

Am Montagabend war kein Vertreter des Ordnungsamtes anwesend.

Diskussionsrunde

Gäste: Die Gastronomen-Runde, von MyViertel in den Vaßbendersaal eingeladen, bestand am Montagabend aus Samantha Jannosch (Café Sahnetörtchen), Simon Riesebeck (ErlebBar), Tino Calculli (Bei Tino), Torsten Dehnke (Miro) sowie Vertretern der Pizzeria Rocky und der Saxobar, außerdem David Schichel von den Bündnisgrünen.

Zeitplan: Sollte die Stadt zu den Problemen der Gastronomen Entscheidungen treffen, wird dies erst nach den Kommunalwahl am 13. September der Fall sein.

Bundesarbeitsminister (SPD) sprach in der Klosterkirche über Corona und die Folgen – Mitarbeiter müssten nun qualifiziert werden, sagte er.

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