Veranstaltung

Offene Gartenpforte: Verborgene Schätze dürfen besichtigt werden

Sigrid und Michael Lindenmann zeigen gerne den Besuchern ihren Feng-Shui-Garten an der Hülsberger Straße in Lüttringhausen
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Sigrid und Michael Lindenmann zeigen gerne den Besuchern ihren Feng-Shui-Garten an der Hülsberger Straße in Lüttringhausen.

Zwei Remscheider Gartenbesitzer beteiligen sich an der Veranstaltung „Offene Gartenpforte“ an diesem Wochenende.

Von Peter Klohs

Remscheid. Normalerweise ist der heimische Garten für Fremde tabu und nur Familienmitgliedern oder engen Freunden wird er gezeigt. Die „Offene Gartenpforte“ will dies ändern und verborgene Gartenschätze an bestimmten Tagen für die Allgemeinheit zugänglich machen. Andere Gartenfreunde können dann zu Besuch kommen, was einen fruchtbaren Austausch möglich macht. Andere lassen sich von fremden Gärten inspirieren oder wollen ihren Wochenendausflug einmal anders gestalten. Alles dies ist bei der „Offenen Gartenpforte“ möglich. Die Veranstaltung wird im Rheinland seit 2002 durchgeführt.

Remscheid gehört zum nördlichen Rheinland und ist in diesem Jahr mit zwei Gärten vertreten. Zu ihnen gehört der Garten von Michael Lindenmann. Das 300 Quadratmeter große Areal ist nach den Prinzipien des Feng Shui angelegt. Harmonische Linien und Proportionen werden groß geschrieben, denn Feng Shui ist die Lehre der gegenseitigen Beeinflussung und Harmonisierung von Menschen und ihrer Umgebung. Der Garten ist in acht Zonen aufgeteilt. Außerdem werden fünf Materialien berücksichtigt: Wasser, Feuer, Erde, Holz und Metall. Die fünf himmlischen Tiere des Feng Shui werden integriert.

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Die Kunst ist, alles dies zu einem harmonischen Ganzen zu verschmelzen. Das ist im Garten der Familie Lindenmann gelungen. Im Areal an der Lüttringhauser Hülsberger Straße versinnbildlicht ein großer Bambus einen Drachenkopf, ein Wasserlauf durchzieht den Garten, ein Quittenbaum strahlt Erhabenheit aus, direkt daneben eine Mädchenkiefer, ein großer Ilex, ein Ginkgo. In der Mitte des Gartens steht ein Mandarinenbaum, der im Winter weiße Blüten zeigt und im Herbst geerntet werden kann.

Michael Lindenmann erklärt, welche Elemente und welche Tiere in den verschiedenen Himmelsrichtungen im Garten Platz gefunden haben. Selbst die weiße Gartenpforte (mit Auge) hat einen Sinn.

Die Naturnähe ist denEheleuten Horsch wichtig

„Ich war Landvermesser“, erzählt der Hausherr. „Bei mir muss alles seine Zuordnung haben.“ Nachdem er 2010 in Rente ging, hat er den Garten, der zuvor kindergerecht konzipiert war, umgestaltet.

Auch der Garten der Familie Horsch an der Sperberstraße ist 300 Quadratmeter groß und Teil der diesjährigen „Offenen Gartenpforte“. Wie Renate Horsch, die als Heilpraktikerin arbeitet, erzählt, ist ihr und ihrem Mann Arnold die Naturnähe des Gartens wichtig. „Bis in den November hinein haben wir in unserem Garten blühende Pflanzen, damit die Insekten hier ihre Nahrung finden können. Aus diesem Grund bevorzugen wir auch heimische Pflanzen.“ Das Prinzip funktioniert, wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die es sich im Garten gut gehen lassen, beweisen.

Auch der Garten von Arnold und Renate Horsch an der Sperberstraße steht Besuchern offen. Sie legen besonderen Wert auf die Insektenfreundlichkeit ihres grünen Paradieses.

Auch Experimentierbeete sind Bestandteil des Gartens. „Hier ändern wir jährlich die Bepflanzung“, erläutert das Ehepaar. Beim Rundgang stechen ein Riesenfingerhut ins Auge, die den Carport überwachsende Ramblerrose, großer und farbenprächtiger Zierlauch (Allium), Rittersporn, Akelei, Phlox. Der Garten ist in verschiedene Beete aufgeteilt: Ein alpiner Steingarten, ein mediterranes Beet mit sonnenhungrigen Gewächsen, ein kleiner Asia-Garten, in dem nur Gräser, Farne und Ahorn wachsen, nichts blüht und in dem man zur Ruhe kommen kann, in Hochbeeten baut die Familie Gemüse an. „Bis zum Winter kommen wir mit dem selbstangebauten Gemüse aus“, sagt Arnold Horsch.

Renate Horsch möchte andere Gartenfreunde motivieren, im Garten für insektenfreundliche Bepflanzung zu sorgen. „Das ist ein langfristiges Projekt“, weiß sie. „Unser Garten wächst seit 15 Jahren.“ Und ihr Mann ergänzt: „Mit einem Vorurteil möchte ich gerne aufräumen: Es ist nicht wirklich viel Arbeit.“

Öffnungszeiten der Gärten

Die „Offene Gartenpforte Rheinland“ ist eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL), der Stadt Bonn sowie der Stiftung Schloss Dyck in Jüchen. Die Ursprünge der Aktion liegen im England der ausgehenden 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. In diesem Jahr stehen zwei Remscheider Gärten für Besucher offen. Der Feng-Shui-Garten von Michael Lindenmann (Hülsberger Straße 32) ist am heutigen Samstag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzlich wird der Garten am 2. Juli und am 17. September für Besucher offen sein. Renate und Arnold Horsch öffnen ihren Garten (Sperberstraße 24) am morgigen Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Auch am 3. Juli ist der Garten zu denselben Öffnungszeiten zugänglich.

Offene-gartenpforte-rheinland.de

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