Sophie-Scholl

Oberstufenschülerin leitet Französisch-AG an Gesamtschule

Fachbereichsleiterin Julia Hallmann von der Sophie-Scholl-Schule hatte die Idee, in der Oberstufe nach einer Lehrkraft für die Französisch-AG zu suchen – und fand Talea Schiffner. Hans-Jürgen Rühl ist für die Organisation der Arbeitsgemeinschaften zuständig und steht in ständigem Austausch mit der Schule. Foto: Michael Schütz
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Fachbereichsleiterin Julia Hallmann von der Sophie-Scholl-Schule hatte die Idee, in der Oberstufe nach einer Lehrkraft für die Französisch-AG zu suchen – und fand Talea Schiffner. Hans-Jürgen Rühl ist für die Organisation der Arbeitsgemeinschaften zuständig und steht in ständigem Austausch mit der Schule.

Talea Schiffner bringt Sechstklässlern die Fremdsprache bei.

Von Sabine Naber

Remscheid. Als Talea Schiffner so alt war wie ihre Schülerinnen und Schüler heute, da hatte auch sie die Französisch-AG besucht. Jetzt leitet die Oberstufenschülerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule selbst dieses außerschulische Projekt. „Ich gebe mein Bestes und versuche den Unterricht so zu gestalten, wie ich ihn mir damals gewünscht habe. Denn anfangs ist es mir schwergefallen, die Sprache zu lernen“, erzählt sie.

Sie fand es witzig, dass ihre Lehrerin sie fragte, ob sie den Französischunterricht für die Sechstklässler übernehmen wollte. Es sei eine gute Übung für sie, denn nach dem Abitur möchte sie auf Lehramt studieren. „Sie macht das ganz großartig und mit einem guten pädagogischen Ansatz“, lobt Fachbereichsleiterin Julia Hallmann, die auf die Idee gekommen war, in der Oberstufe nach einer Lehrkraft für dieses Angebot zu suchen. „In so einer kleinen Gruppe entfalten sich manche Kinder ganz anders“, nennt sie einen weiteren Vorteil dieses Zusatzangebotes, an dem zurzeit acht Schülerinnen und Schüler teilnehmen.

Partnerschaftsverein hat die Schirmherrschaft übernommen

Seit Februar treffen sie sich immer dienstags, um erste Schritte in die neue Sprache zu wagen. Denn im kommenden Schuljahr müssen sie und ihre Klassenkameraden entscheiden, ob sie Französisch dazunehmen wollen oder eine der vier Alternativen wählen. „Mir macht es Spaß, Französisch zu lernen. Und es ist auch ziemlich einfach“, findet Veronica (12). Im heutigen Kurs sei es ums Einkaufen auf dem Markt gegangen. „Es ist ja wichtig, dass man dann weiß, wie die Sachen alle heißen.“

Das sieht Fabio (12) ähnlich: „Ich finde am besten, dass wir hier zusammen lernen. Und Talea fragen können. Sie erklärt das super.“ Beide sind sich noch nicht sicher, ob sie Französisch wählen wollen. „Ich habe italienische Wurzeln, spreche auch Italienisch. Und in der neunten Klasse werde ich Spanisch als Fremdsprache wählen. Die Sprachen sind ziemlich ähnlich“, ist sich der Zwölfjährige, was diese Entscheidung angeht, allerdings schon sicher.

Die Französisch-AG beinhaltet zehn Unterrichtsstunden. „In der ersten habe ich ihnen erklärt, wie man sich mit Namen vorstellt. Dann ging es um Hobbys, um die Zahlen von 1 bis 20, die ja nicht ganz leicht im Französischen sind“, berichtet Talea. Auch stellte sie verschiedene Länder vor, denn in ihrer bunt gemischten Gruppe kommt etwa eine Schülerin aus Kroatien, eine andere aus der Türkei. „Schreiben ist wichtig, aber hier bei uns geht es eher ums Sprechen“, macht sie den Fokus deutlich.

Die Schirmherrschaft für diesen freiwilligen Französischunterricht, den es an einigen Remscheider Schulen schon seit dem Schuljahr 2005/2006 gibt, hat der Verein Städtepartnerschaft Remscheid-Quimper übernommen – in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk in Berlin, das sich finanziell beteiligt. Die ersten teilnehmenden Schulen waren die Grundschulen Struck, Mannesmann, Dörpfeld, Hackenberg und Reinshagen. Später wurde der Unterricht unter dem Motto „Spielerisch Französisch lernen“ auch auf die weiterführenden Schulen ausgeweitet. Aktuell sind neben der Sophie-Scholl-Gesamtschule auch das Gertrud-Bäumer-Gymnasium, das Leibniz-Gymnasium, die GGS Siepen und die GGS Hasten an diesem Sprachprojekt beteiligt. Und wenn es nach Hans-Jürgen Rühl, der seit vielen Jahren im Partnerschaftsverein aktiv ist, geht, dann dürften es auch gerne noch mehr werden.

Französisch-Arbeitsgemeinschaften

Mehr als 3500 Schülerinnen und Schüler von Grund- und weiterführenden Schulen haben in den vergangenen 16 Jahren an diesen Französisch-Arbeitsgemeinschaften teilgenommen. Zu Beginn wurden sie von Odile Voß, Michelle Ohmes und Heike Lamerz unterrichtet, heute sind Sabine Fiedler und Talea Schiffner dafür verantwortlich. Aktuell beträgt der Zuschuss des Deutsch-Französischen Jugendwerks 13 Euro pro Unterrichtsstunde. Etwaige Ausgaben für Unterrichtsmaterialien übernimmt der Städtepartnerschaftsverein Remscheid-Quimper.

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