Aktion

Obdachlose erhalten Weihnachtsgeschenke

Helfer verteilten in der Obdachlosen-Anlaufstelle Schüttendelle zahlreiche Weihnachtstüten. Finanziert wurde die Aktion von Sponsoren und Spendern. Foto: Doro Siewert
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Helfer verteilten in der Obdachlosen-Anlaufstelle Schüttendelle zahlreiche Weihnachtstüten. Finanziert wurde die Aktion von Sponsoren und Spendern.

Förderverein Hohenhagen und Arbeiterwohlfahrt starteten Aktionen in der Anlaufstelle an der Schüttendelle.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der Morgen des 24. Dezember ist grau, kühl und tief herbstlich. Für Schnee reichen die Temperaturen wohl nicht aus, aber Regen droht. Die trübe Stimmung hält zahlreiche Menschen nicht davon ab, an der Obdachlosen-Anlaufstelle an der Schüttendelle Gutes zu tun. Um kurz vor zehn Uhr wird von fleißigen Händen vor dem Tagescafé der Caritas ein drei mal drei Meter großer Unterstand gebaut. Aus einem Autoradio kann man „White Christmas“ hören. Christian Vogt, Vorsitzender des Fördervereins Hohenhagen, hat sein Auto vollgepackt: 90 Weihnachtstüten müssen in den Unterstand geladen werden. Durch die Hilfe von Mirjam Starke, Susanne Rachuy sowie deren Tochter Zoe und Carmen Vogt gelingt dies in nicht einmal fünf Minuten.

Remscheid: Die Gaben reichen von Mützen und Handschuhen bis zum Obst

Noch bevor sich die ersten Obdachlosen eine oder mehrere der gut gefüllten Tüten nehmen können, schaut OB Burkhard Mast-Weisz vorbei, übergibt Christian Vogt zwei große Scheine („Von Thomas Neuhaus und von mir. Wir unterstützen diese Aktion.“) und ermuntert die Helfer. Vorsichtig und noch etwas scheu nähern sich Obdachlose und werden von Mirjam Starke dazu animiert, sich mit den bereitgestellten Tüten zu versorgen. Hygieneartikel sind Bestandteil der Tüten, Seife und Duschgel, aber auch wärmende Mützen, Handschuhe und Schals, ebenso vitaminreiches Obst. „Die Hilfsbereitschaft in Remscheid ist wirklich bemerkenswert“, ist Christian Vogt beeindruckt. „Zunächst waren für diese Aktion 30 Tüten eingeplant, und nun schauen Sie, was daraus geworden ist: Dreimal so viel. Wir hatten dieses Jahr Corona, und viele haben für die Flutopfer gespendet. Dass die Menschen darüber hinaus die Obdachlosen nicht vergessen haben, ist nicht selbstverständlich. Ich danke allen unseren Spendern sehr.“ Er nennt die Stadtsparkasse Remscheid, Edeka Rötzel, die Firma BGS in Wermelskirchen, die Diakonie Hohenhagen und das Foodsharing-Team.

Auch die Arbeiterwohlfahrt hat Spenden gesammelt, die in den Räumen der Obdachlosen-Anlaufstelle bereitliegen: Dosensuppen in vielen Variationen, Schokolade in Tafel- und Weihnachtsmannform, dicke Jacken, Milch, Ravioli, auch hier Duschgel und Seife, große Pakete Papiertaschentücher. Antonio Scarpino berichtet, dass er sich terminlich an die Aktion des Fördervereins Hohenhagen angedockt hat. „Dann müssen wir nicht zwei separate Termine machen“, sagt der SPD-Politiker. Gemeinsam mit Bircan Aslan hat Scarpino auch 50 Weihnachtstaschen für die Stadtkirche gesammelt. Nach diesem Termin am Caritas-Tagescafé wird man sich am Nachmittag an der Pension Dresden treffen und auch dort wohnungslose Menschen beschenken. Am Vormittag des 1. Weihnachtstages gibt es eine große Verteilungsaktion des Foodsharing-Teams auf dem Schützenplatz. „Wenn ich irgendetwas in diesem Jahr in dieser Stadt auf äußerst positive Art erlebt habe“, verabschiedet sich der OB, „dann ist das Hilfsbereitschaft. Dies hier.“ Dabei weist er einmal in die große Runde der helfenden Menschen: „Es ist die Natur von Weihnachten, nicht an sich selbst zu denken, sondern an andere.“ Am Ende der Aktion sind noch Weihnachtstüten und -taschen übrig. Diese werden in die Räumliche des Cafés getragen, denn das Wetter ist nicht wirklich besser geworden: Regen droht. Und nasse Weihnachtstüten möchte man nicht weitergeben.

Hintergrund

Die Beratungsstelle der Caritas mit dem angeschlossenen Tagescafé bietet Hilfestellung für obdachlose Menschen und berät in viel Problemlagen, Tel. (0 21 91) 20 96 791. Der Förderverein Hohenhagen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gelebte Nachbarschaft zu fördern und die Lebensqualität in der Stadt zu erhalten und wenn möglich zu verbessern, Tel. (0 21 91) 78 91 763.

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