Klare Marschrichtung von Mast-Weisz

OB: Der Stadtparkteich soll neu entstehen – an alter Stelle

Der Stadtparkteich ist mittlerweile verlandet und nur noch zu erahnen.Foto:Roland Keusch
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Der Stadtparkteich ist mittlerweile verlandet und nur noch zu erahnen.

Das Gewässer im Stadtpark steht nach langem Hin und Her vor der Sanierung.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Der Stadtparkteich soll neu entstehen – und zwar an seinem bisherigen Standort. Mit dieser klaren Marschrichtung geht OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) in die kommunalpolitische Debatte, die nach den Sommerferien Fahrt aufnehmen dürfte. „Viele Remscheider wünschen sich eine Wiederherstellung. Sie verbinden mit dem Teich eine lange Geschichte“, sagt der OB über das künstliche Gewässer, das trockengelegt wurde.

Es hatte sich 2014 als Problemfall entpuppt: Durch Brot und sonstiges Futter, mit dem Passanten die dortige Tierwelt über Jahre hinweg verwöhnen wollten, hatte sich in dem See eine meterhohe Schlammschicht aufgetürmt. „Da ist ein Bioreaktor entstanden“, beschrieb Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe Remscheid, den Sondermüll, auf dem nun Wildwuchs gedeiht.

Remscheid: Wasserstand sank auf Schlammniveau

Zudem wurde festgestellt, dass der Teich Undichtigkeiten aufwies. Gerade in Trockenperioden sank der Wasserstand auf Schlammniveau ab. Mehrmals rückte die Freiwillige Feuerwehr an, um Wasser einzuleiten. „Das hielt nur für ein paar Tage und kostete jeweils 1000 Euro“, blickt der OB zurück.

Dass es so nicht weitergehen konnte, war Politik und Verwaltung bewusst. Nach langem Hin und Her stellte der Stadtrat vor eineinhalb Jahren schließlich 500 000 Euro bereit, um den Teich zu sanieren. Bevor dies aber geschehen sollte, wurden Gutachter eingeschaltet.

Sie sollten untersuchen, ob das Gewässer an anderer Stelle besser aufgehoben wäre – in der Nähe der Bühne in der Grünanlage und im Edelhoff-Park. „Dort müsste der Teich wegen der Topographie in den Berg hineingebaut werden“, erklärt OB Mast-Weisz, der den ursprünglichen Standort favorisiert.

Problem ist die Wasserzufuhr, die über die Dachfläche des benachbarten Wasserbunkers hergestellt werden soll. Dabei muss gewährleistet sein, dass es einen Speicher für das Regenwasser gibt, der auch in Trockenperioden dem Teich Wasser zuführt – und die Verdunstung ausgleicht. Eine entsprechende Untersuchung werde zeitnah vorgenommen.

OB Mast-Weisz betont, dass er sich an den Ratsbeschluss gebunden fühlt, der die Teichsanierung unter Betrachtung der alternativen Standorte vorsieht. Er blicke täglich auf die Galionsfigur des Teichs – den Stinthengst, der im Rathaus auf dem Trockenen sitzt. Der Holzfisch, der ansonsten auf dem Teich seine Runden dreht, gilt für die Politiker als Mahner, sich um das Gewässer zu kümmern. Er stammt von der Kreisgemeinschaft Sensburg, deren Familien nach dem Weltkrieg in Remscheid eine neue Heimat gefunden haben. Der Fisch soll der Stadt Glück bringen. „Der Teich gehört zur Stadtkultur“, sagt Burkhard Mast-Weiz. Er wünsche sich, dass er 2022 saniert werde. Im Anschluss könnte dann auch der Stinthengst zurückkehren.

Standpunkt: Frage der Konsequenz

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Der Stadtpark zählt zweifellos zu den schönsten Orten, die Remscheid zu bieten hat. Wer möchte, kann hier im Schatten stattlicher Bäume die Seele baumeln lassen und Ruhe finden. Wer aber den Teich sucht, der über Jahrzehnte zur Aufenthaltsqualität in der Grünfläche beitrug, findet ihn nicht mehr. An die Stelle des Wassers ist Wildwuchs getreten. Es ist höchste Zeit, dass sich daran etwas zum Positiven ändert. Seit mittlerweile über sieben Jahren beschäftigen sich die Ortspolitiker mit dem Thema. Eine junge Wissenschaftlerin befasste sich in ihrer Masterarbeit mit der möglichen Sanierung des Teichs, es gab einen Bürgerworkshop zu seiner Zukunft und zuletzt ein hydrogeologisches Gutachten, dessen Ergebnisse nun vorliegen. Was soll denn noch geschehen, um eine Lösung herbeizuführen? Der Stadtrat hat sich zur Wiederherstellung des Teiche bekannt. Sollten die Politiker nach den Ferien diesen Beschluss rückgängig machen oder weitere Gutachten, Workshops und Diskussionsrunden in Auftrag geben, stellt sich die Frage, ob sie konsequent handeln oder nur debattieren wollen.

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