Ohne Glanz und Gloria

Nur drei Abi-Jahrgänge richten Party aus

Abi-Zeugnis-Übergabe 2020 in der Sophie-Scholl unter Corona-Bedingungen; rechts Oberstufenkoordinator Klaus Haberstroh. Archivfoto: Andreas Weber
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Abi-Zeugnis-Übergabe 2020 in der Sophie-Scholl unter Corona-Bedingungen; rechts Oberstufenkoordinator Klaus Haberstroh.

Auch dieses Jahr wird es an den Gymnasien und Gesamtschulen keinen Abschluss mit Glanz und Gloria geben.

Von Andreas Weber

Remscheid. Auch 2021 bleibt Remscheids Abiturienten ein Abschied mit Glanz und Gloria verwehrt. Alle Abi-Bälle sind abgesagt, und wenn sie als Party stattfinden, dann nur im internen Rahmen unter den Schulabgängern – ohne Eltern, Geschwister und Lehrer. Immerhin: Bei der feierlichen Zeugnisausgabe greifen die vier Gymnasien und zwei Gesamtschulen zum Teil auf die Erfahrungen des Vorjahres zurück.

Aber auch die Wahl des Saales erweist sich aufgrund der pandemischen Unsicherheiten als kniffelig. Draußen oder drinnen? Das ist die Frage. Das Gertrud-Bäumer-Gymnasium macht am 19. Juni (11 Uhr) den Anfang bei der Ausgabe der Reifezeugnisse. Vergangenes Jahr überreichte das Kollegium um Schulleiter Stefan Döring diese in der Halle West. Das Sportzentrum ist mittlerweile belegt durch das Impfzentrum. Deshalb entschied sich das GBG für die gediegene Atmosphäre des Teo Otto Theaters.

In dessen Saal gibt es freilich auch Restriktionen. 164 Plätze dürfen belegt werden. 66 der 68 Abiturienten sind am GBG durch, zwei noch in den Nachprüfungen, die diese Woche laufen. „Damit beide Eltern untergebracht werden können, wird es im Barbereich des Theaters zusätzlich einen Livestream von der Veranstaltung geben, den 40 Gäste mitverfolgen können“, erläutert Stefan Döring. Er freut sich, dass ein würdiger Rahmen geschaffen ist, bei dem Jungen und vor allem die Mädchen wenigstens einmal Festgarderobe tragen.

Einen Abi-Ball gibt es am GBG nicht, ebenso wenig an der Sophie-Scholl-Gesamtschule. Auch dort konzentriert sich die Organisation auf die Abi-Zeugnisse, die am 24. Juni (16 Uhr) an der frischen Luft verteilt werden. Bleibt es trocken, ist die Konzertmuschel im Stadtpark die erste Wahl für die 91 Abiturienten, von denen fünf in der Nachprüfung sind. Jahrgangsstufenkoordinator Klaus Haberstroh geht einen Schritt weiter: „Bei etwas schlechterem Wetter tut es auch ein Schirm, nur bei Starkregen weichen wir in unsere Aula aus.“ In dieser hatte die Sophie-Scholl 2020 in vier Durchgängen die Abiturienten in kurzen Zeremonien durchgeschleust. Im Stadtpark sind alle im großen Rahmen vereint, jedoch müssen auch dort die Corona-Spielregeln gewahrt bleiben.

„Bei schlechterem Wetter tut es auch ein Schirm.“

Klaus Haberstroh, Sophie-Scholl

Die Wetterfrage beschäftigt auch das EMA-Gymnasium. „Wir haben mit der Konzertmuschel gute Erfahrungen im Vorjahr gemacht“, betont Schulleiter Rainer Schulz. Um auf der sicheren Seite zu sein, wurde für den 25. Juni nachmittags – die genaue Uhrzeit steht noch nicht fest – das Teo Otto Theater zusätzlich geblockt. Das EMA stellt mit über 120 Absolventen, momentan sind 125 im Rennen, den größten Abschlussjahrgang in Remscheid. Gefeiert wird in einem Rutsch. Nahtlos geht’s am Abend des 25. Juni zur Abi-Party über, der in der Alten Schlossfabrik in Unterburg steigt, jedoch nur im Kreis der EMA-Abgänger, die aber bei ihrem krönenden Abschluss auf nichts verzichten und für je 50 Euro (der Rest kommt aus der Abi-Kasse) Party machen.

Mehrgleisig fährt auch das Leibniz-Gymnasium. Für die Zeugnisübergabe am 25. Juni (19 Uhr) sind drei Optionen im Spiel: Zum einen ist die Sporthalle Klausener Straße gemietet, die eigene Aula käme nach den Lockerungen ebenfalls infrage: „312 Plätze könnten wir bei uns im Normalfall reinlassen, schachbrettmusterartig könnten wir 156 platzieren“, rechnet Leiter Thomas Giebisch. Bei maximal 74 Abiturienten, ein kleiner Jahrgang, wäre ein Elternteil dabei. Klarer Favorit ist die Zeugnisausgabe auf dem Jahnplatz in Lüttringhausen. Das hat 2020 top funktioniert und soll – wenn das Wetter mitspielt – wieder so sein. Der Abi-Ball, ursprünglich angedacht am 26. Juni in der Eventarena am Hauptbahnhof, ist abgeblasen. Eine kleinere Veranstaltung steht bei den Abiturienten am 20. August im Kalender. Der Ort ist noch nicht bestätigt.

Das Röntgen-Gymnasium hat sich bei seinen Planungen vom Teo Otto Theater verabschiedet. „Wir hätten für unsere 101 Abiturienten und ihre Begleiter 400 Plätze benötigt, aber die gibt es angesichts der Einschränkungen nicht“, stellt der kommissarische Schulleiter Thomas Benkert fest. Stattdessen werden die Zeugnisse am 26. Juni (9.30 Uhr) in der Rögy-Aula in vier Durchläufen und im Stundentakt vergeben. Es gibt eine feste Sitzordnung mit Namensschildern, vor Eintritt müssen die Gäste ein negatives Testergebnis vorweisen. Vorab findet um 8 Uhr ein Gottesdienst in St. Bonaventura statt. Die Fete der Lenneper steigt am 27. Juni abends in der Alten Papierfabrik in Wuppertal.

Ganz besonders

An der Albert-Einstein-Gesamtschule (AES) gibt es eine ganz besondere Situation. Die 46 Abiturienten werden am 25. Juni (17 Uhr) ihre Zeugnisse in der modernisierten AES-Aula erhalten. Weil dort aber seit Monaten die Kommunalpolitik tagt, sind die Tische fest installiert. Und daran werden sich Schüler und Eltern setzen müssen. „Es ist eine komische Optik“, weiß Oberstufenkoordinator Dieter Klein. Einen Abi-Ball richtet die AES nicht aus.

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