Sternsinger sind nicht im Einsatz

Neujahrssegen liegt in diesem Jahr im Briefkasten

Marion Kurp vom Organisationsteam zeigt den Aufkleber mit dem Segenswunsch („Christus segne dieses Haus“) und den Brief, in dem die Kirchengemeinschaft St. Suitbertus um Spenden bittet.
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Marion Kurp vom Organisationsteam zeigt den Aufkleber mit dem Segenswunsch („Christus segne dieses Haus“) und den Brief, in dem die Kirchengemeinschaft St. Suitbertus um Spenden bittet.

Nur die Begleiter der Pfarrei St. Suitbertus verteilen Aufkleber und bitten um Spenden.

Von Sabine Naber

Remscheid. Um die Häuser ziehen, den Segen zu den Menschen bringen und dabei um Spenden für benachteiligte Kinder bitten - das können die jungen Sternsingerinnen und Sternsinger in der derzeitigen Lockdown-Situation nicht möglich machen.

„Lange haben wir uns deshalb überlegt, wie wir den Segen in diesem besonderen Jahr in die Häuser und zu den Menschen bringen können“, sagt Marion Kurp von der katholischen Pfarrei St. Suitbertus. Sie gehört bereits seit rund 12 Jahren zum Sternsinger-Organisationsteam und beteiligt sich seitdem mit ihren Kindern an der Spendensammlung.

„Viele Kinder sind in diesem Jahr natürlich enttäuscht, dass sie nicht von Haus zu Haus gehen können.“
Marion Kurp, Organisatorin

Unter dem Motto: „Sternsingen - aber sicher“ wollten sich die verkleideten Könige mit ihren erwachsenen Begleitern eigentlich am bevorstehenden Wochenende auf den Weg von Haus zu Haus machen – mit einer Sternlänge Abstand, Mund-Nase-Maske und dem Desinfektionsmittel im Gepäck. Aber dann wurde entschieden, dass das Infektionsrisiko sowohl für Kinder und Begleiter, als auch für die Besuchten zu groß sei.

Weil in diesen Zeiten ohnehin so vieles anders ist, hat man sich überlegt, den Segen und das Spendensammeln digital zu gestalten. Nur die Begleiter sind unterwegs, um all den Haushalten in Alt-Remscheid und dem Südbezirk, die sonst immer besucht wurden, einen Umschlag in den Briefkasten zu stecken.

Sternsinger wie Pia (13), Kim (10) und Ann-Sophie (14) haben in diesem Jahr fast gar keine Auftritte. Am heutigen Mittwoch werden sie allerdings den Segen ins Remscheider Rathaus bringen.

Darin enthalten sind Segenswünsche, ein Stück geweihter Kreide oder Aufkleber mit dem Kürzel CMB plus der Jahreszahl 2021. Das steht für die lateinischen Worte Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus. Es wird wie auch in den Vorjahren um eine kleine Spende gebeten, die Kindern zu Gute kommen wird.

Das Leitwort der 63. Aktion Dreikönigssingen heißt in diesem Jahr: „Segen bringen, Segen sein. Kindern halt geben - in der Ukraine und weltweit.“ Im Internet können sich Interessierte unter www.sternsinger.de auch eine gesungene Videobotschaft anschauen. Klickt man dort den goldenen Stern an, sieht man die kleinen Könige, die singend ein gesegnetes Jahr wünschen. Eine Ausnahme gibt es allerdings auch in Corona-Zeiten: Einige ganz kleine Gruppen besuchen in dieser Woche die Altenheime. „Wir stehen mit den Kindern draußen, die Bewohner an den Fenstern oder auf den Balkonen. Da können wir dann auch singen“, schildert Marion Kurp das Prozedere. Und auch dem Remscheider Rathaus wollen Kinder und ihre Begleiter heute einen Besuch abstatten und das Haus vom Rathausplatz aus segnen.

„Es ist eine großartige Aktion von Kindern für Kinder. Und viele sind in diesem Jahr natürlich enttäuscht, dass sie nicht von Haus zu Haus gehen können. Sie ziehen nämlich gerne für den guten Zweck durch die Stadt“, weiß Marion Kurp. „Und wir wissen natürlich auch, dass in jedem Jahr viele Menschen auf uns warten, um den fröhlichen Kinderstimmen und dem Sternsingerlied zu lauschen.“

Zum Trost für die Kinder - und auch, damit sie im nächsten Jahr wieder dabei sind - hält das Organisationsteam, zu dem neben Marion Kurp auch Susanne Kuhstoß und Rafaela Peil gehören, für jedes der rund 70 Kinder eine Sternsingermaske und eine kleine Süßigkeit bereit.

In den vergangenen Jahrzehnten sammelten die Sternsinger bundesweit rund 1,9 Milliarden Euro für mehr als 75 600 Projekte zugunsten von Kindern in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa. Dabei kam jährlich ein fünfstelliger Betrag davon aus Remscheid. Wer spenden will, kann einen Geldbetrag auf das Konto der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Suitbertus überweisen.

Weitere Informationen zum Spenden gibt es auf der Internetseite der Gemeinde oder im Pfarrbüro.

https://t1p.de/farp

Hintergrund

Im Februar 1846 wurde in Aachen der „Verein der Heiligen Kindheit“ gegründet. Heute ist daraus eine riesige Bewegung geworden, die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Jedes Jahr ziehen die als die Heiligen Drei Könige gekleideten Kinder von Haus zu Haus, um den Segen Christi zu bringen und dabei auch für Kinder in Not zu sammeln.

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Remscheid? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Remscheid.

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