Straße könnte Vorbild werden

Neues Verfahren rettet Straßenbäume

Mehr Platz für Bäume - und ihre Wurzeln: Die Straße Neuenhof könnte zum Vorbild für andere Stellen in Remscheid werden.
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Mehr Platz für Bäume - und ihre Wurzeln: Die Straße Neuenhof könnte zum Vorbild für andere Stellen in Remscheid werden.
  • VonSven Schlickowey
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Die Technischen Betriebe Remscheid haben den Bäumen mehr Platz geschaffen. Dafür musste eine Straße schmaler werden.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. In der Straße Neuenhof hat es funktioniert, nun soll daraus ein Vorbild für andere Stellen in Remscheid werden: Die Technischen Betriebe (TBR) haben erstmals ein Verfahren angewandt, mit dem zu groß gewachsene Bäume am Straßenrand erhalten werden können. Damit komme man weg von der „alten Verhaltensweise, wenn der Baum stört, kommt er weg“, betonte TBR-Chef Michael Zirngiebl im zuständigen Betriebsausschuss.

Drei Bäume - und damit ihre Wurzeln - auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Häuser Neuenhof 78 bis 80 waren so groß geworden, dass die Fahrbahndecke und ein Verbindungsweg zur Breslauer Straße erheblich gelitten hatten. „Wer die Straße ganz am Rand befahren hat, war gut beraten, dafür einen SUV zu nehmen“, so Zirngiebl. Doch statt wie sonst die Bäume einfach zu entfernen und die Straße zu reparieren, entschied man sich diesmal, die Bäume zu erhalten - und ihnen mehr Platz einzuräumen.

Dabei sei unter anderem ein Saugbagger zum Einsatz gekommen, berichtete Zirngiebl. Diese riesigen auf einem Lkw montierten Staubsauger können mithilfe von Unterdruck Erde aufsammeln. Insbesondere da, wo normale Bagger mit ihren Schaufeln nicht in Frage kommen, weil zum Beispiel Leitungen oder Wurzeln beschädigt werden könnten.

Mit dem Saugbagger habe man, nachdem die defekte Fahrbahn über den Wurzeln entfernt worden war, das alte Bodenmaterial zwischen ihnen entfernt, schilderte Zirngiebl das Vorgehen. Anschließend wurden die Lücken mit einem speziellen Substrat verfüllt, die Kante der Fahrbahn verlegt, der kleine Verbindungsweg erneuert und zum Abschluss eine wasserdurchlässige Schicht aus Kies aufgebracht.

„Das war ein spannendes Verfahren“, berichtete Michael Zirngiebl den Ausschuss-Mitgliedern. Allerdings auch kein ganz billiges: „Die gesamte Maßnahme hat fast 50 000 Euro gekostet.“ Trotzdem plane man, das neue Verfahren auch in Zukunft wieder anzuwenden, so der TBR-Chef: „Wir haben in Remscheid ja viele solcher Stellen, ich denke da zum Beispiel an die Martin-Luther-Straße oder auch die Intzestraße.“

Allerdings habe man, um mehr Platz für die Bäume zu erhalten, die Fahrbahn schmaler machen müssen, betonte Zirngiebl: „Das geht logischerweise zu Lasten des Verkehrsraum.“ Die Straße Neuenhof ist nun auf einem kurzen Stück rund 30 Zentimeter enger geworden. Gewonnen habe sie durch die Umgestaltung aber allemal, ist der TBR-Chef überzeugt. Zusammen mit der Sanierung der Gehwege, die im Rahmen des Breitbandausbaus durchgeführt wurden, sei der Bereich deutlich aufgewertet worden.

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