Tag des Handwerks an der Hauptschule

Neues Format bringt Schüler und Handwerker zusammen

In der Mensa und auf dem Schulhof kamen die Handwerksbetriebe und die Schüler ins Gespräch.
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In der Mensa und auf dem Schulhof kamen die Handwerksbetriebe und die Schüler ins Gespräch.

Die neue Veranstaltung soll kleiner, übersichtlicher und persönlicher sein.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Burhan Sahin hat eine klare Botschaft für die Schüler: „Ich war auch auf der Hauptschule“, sagt der 31-Jährige. „Und jetzt habe ich ein eigenes Unternehmen mit vier Mitarbeitern.“ Vor 15 Jahren machte der Elektromeister seinen Abschluss an der Hauptschule Hackenberg, nun kehrte er als Aussteller zum Tag des Handwerks dorthin zurück. Mit dem Ziel, den Neunt- und Zehntklässlern das Handwerk und dessen Chance näherzubringen. „Alle wollen ins Büro“, hat er festgestellt. Dabei würden gerade handwerkliche Ausbildungen sehr gute Perspektiven bieten.

Wie Sahin haben sich am Donnerstag auch andere Handwerksbetriebe zur Zweigstelle der Hauptschule in der Wilhelmstraße aufgemacht, darunter ein Malerbetrieb, eine Gebäudereinigungsfirma und eine Firma für Orthopädietechnik. Eingeladen hat sie Sylvia Morasch. Die Pädagogin kümmert sich zusammen mit ihrer Kollegin Daniela Butte-Reiter um den Übergang Schule-Beruf – und hat dafür die neue Veranstaltung erdacht.

Zwar würden ihre Schüler auch regelmäßig zum Remscheider Ausbildungsmarkt gehen, berichtet Morasch. „Aber uns wurde klar, dass wir ein anderes Format benötigen.“ Kleiner, übersichtlicher, persönlicher. „Wir müssen die Schülerinnen und Schüler direkt ansprechen.“ Bei der Kreishandwerkerschaft sei der Vorschlag auf offene Ohren gestoßen, sagt Sylvia Morasch. Und auch andere Remscheider Schule fanden die Idee gut und schlossen sich an. Darunter die Alexander-von-Humboldt- und die Albert-Schweitzer-Realschule.

„Viele unserer Schüler werden später ihr Geld mit ihrer Hände Arbeit verdienen“, ist die Pädagogin überzeugt. Und dafür biete das Handwerk gute Möglichkeiten. Übrigens auch gute Verdienstmöglichkeiten. Allerdings nur, wenn man den Schülern das Handwerk schmackhaft macht. „Sonst wollen alle Ärzte oder Rechtsanwälte werden.“

Wie man es schmackhaft macht, dafür ist Burhan Sahin sicher ein gutes Beispiel. Er erreicht die jungen Menschen nicht nur mit seiner eigenen Geschichte, sondern auch mit seinem Beruf. „Ich zeige hier Grundlagen, was wir so in der Elektrotechnik machen.“ Und das besteht heute eben auch aus Ladesäulen für E-Autos und Photovoltaik-Anlagen.

Dabei hätte er auch genug anderes zu tun, sagt Sahin: „Ich habe eigentlich gar keine Zeit für so etwas.“ Doch ohne Nachwuchs gehe es langfristig halt nicht. Und für Burhan Sahin hat sich der Besuch seiner alten Schule schon gelohnt: Ein Schüler gab direkt seine Bewerbung ab. Ein andere möchte sich bald wegen eines Praktikums melden.

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