Sportplätze

Neuenkamp und Fürberg: NRW-Ministerin mahnt RSV zur Eile

Vor dem Tennisplatz, der im Rahmen der Modernisierung beim RSV zu einem Multifunktionsspielfeld werden soll (v. l.): Dezernent Thomas Neuhaus, CDU-Landtagsabgeordneter Jens Nettekoven sowie die Hausherren Dennis Bonna, Hartmut Bau und Norbert Tix.
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Vor dem Tennisplatz, der im Rahmen der Modernisierung beim RSV zu einem Multifunktionsspielfeld werden soll (v. l.): Dezernent Thomas Neuhaus, CDU-Landtagsabgeordneter Jens Nettekoven sowie die Hausherren Dennis Bonna, Hartmut Bau und Norbert Tix.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Ein Besuch von NRW-Ministerin Ina Scharrenbach bringt Schwung in die stockenden Gespräche über 1,5-Millionen-Euro-Förderung der Sportanlagen in Remscheid.

Remscheid. Seit einem Jahr liegt der Bewilligungsbescheid bei der Stadt vor. 1,5 Millionen Euro soll der RSV erhalten, um seine Anlage am Fürberg mit Mitteln aus einem NRW-Sportfördertopf zu modernisieren. Der Weiterleitungsvertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben. Der RSV möchte hundertprozentige rechtliche Sicherheiten, die die Verwaltung nicht geben kann. Die Gespräche laufen zäh. Am Mittwoch könnte der Besuch von Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin Ina Scharrenbach, zuständig für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, den Durchbruch gebracht haben.

Die CDU-Politikerin hatte an der Seite von ihrem Landtagskollegen Jens Nettekoven dem RSV-Vorstand klar gemacht, dass die Zeit drängt. Das 300 Millionen Euro schwere Investitionspaket läuft aus, ist x-fach überzeichnet. An weiteren Abnehmern für die Förderung mangele es nicht, stellte die Ministerin fest und verbarg ihr Erstaunen nicht, dass die Landesförderung in Remscheid noch auf Eis liegt. Zu den 1,35 Millionen Euro (plus zehn Prozent Eigenanteil der Kommune) gesellen sich weitere 750.000 Euro für den Kunstrasen-Umbau auf der Sportanlage Neuenkamp.

Rat der Ministerin: Prioritäten setzen, Lose einzeln ausschreiben

Letzterer kann erst angegangen werden, wenn am Fürberg die Mittel fließen. Der RSV zaudert jedoch den Weiterleitungsvertrag zu unterschreiben, will keine Risiken eingehen, möchte der Stadtverwaltung ein „Rundumsorglos-Paket“ abringen. Der Vorstand des großen Sportvereins mit knapp 2000 Mitgliedern in zwölf Abteilungen und 30 Sportarten möchte nicht haften, falls etwas schiefläuft.

Eine Befürchtung ist, dass die Baumaßnahmen länger als bis Ende 2025 dauern. Dann endet die Umsetzungsfrist. Ina Scharrenbach riet den Vorstandsmitgliedern Dennis Bonna, Hartmut Bau und Präsident Norbert Tix, den Bauantrag schnell zu stellen. „Gehen Sie davon aus, dass Sie Handwerker finden werden.“ Sie berichtete, dass Sportplatzbauer noch Platz in ihren Auftragsbüchern haben.

Scharrenbach zerstreute auch eine weitere Angst des Vereins, dass europaweit ausgeschrieben und ein Generalunternehmer gefunden werden muss. Zum einen würde dies den Baubeginn noch mal um sechs bis neun Monate verzögern, zum anderen reiche die finanzielle Dimension des Projektes nicht an die EU-Schwelle.

Vor allem nicht, wenn der RSV die geplanten Maßnahmen nach einer Prioritätenliste angehe und die Lose einzeln ausschreibe, fügte die Ministerin hinzu. „Nehmen Sie die 1,5 Millionen und arbeiten Sie die Module ab, soweit Sie mit der Summe kommen. Die restlichen Maßnahmen stellen Sie zurück“, ermunterte Jens Nettekoven.

Ganz oben bei der Modernisierung stehen ein Multifunktionsspielfeld, das den Freiluft-Tenniscourt 1 ersetzen soll, ein größerer Gymnastikraum und ein Aufzug, der Barrierefreiheit bringt. Beim Bau eines Multifunktionsspielfeldes erwartet die Ministerin keine Wartezeiten. Denn Sportplatzbauer hätten Kapazitäten in ihren Auftragsbüchern, berichtete Scharrenbach.

Dass die 1,5 Millionen Euro angesichts explodierender Baukosten nicht reichen werden, um alle Planungen der Architektin umzusetzen, ist klar. „Kein Förderprogramm wächst mit der Inflation mit“, konstatierte Sportdezernent Thomas Neuhaus. Umso wichtiger sei es, dass der RSV keine Zeit vergeude. Baudezernent Peter Heinze machte deutlich: „Nichts ist risikolos zu bekommen. Trauen Sie sich, springen Sie. Denn die Endlichkeit des Projektes bringt es mit sich, anzufangen.“

Am 15. November findet das nächste Gespräch zwischen Stadt und RSV statt. Es sei eine historische Chance, die nicht vertan werden dürfe, beschwor Nettekoven den RSV. „So viel Geld für den Sport werden wir nie wieder nach Remscheid bekommen.“

Erst der RSV, dann Neuenkamp

Wenn der Weiterleistungsvertrag unterschrieben ist, die NRW-Fördergelder durch den Zuwendungsempfänger, die Stadt Remscheid, aufs Vereinskonto überwiesen sind, wird der RSV das Grundstück am Sportplatz Neuenkamp verkaufen. Dieses soll für eine kleine symbolische Summe an die Stadt gehen, damit diese dort für den BV 1910 einen Kunstrasen plus Multifunktionsstätte bauen kann. Zuvor müssen dort aber noch die Altlasten (das sogenannte Marsberger Kieselrot) abgetragen und entsorgt werden.

Standpunkt von Andreas Weber: Unter Druck

andreas.weber@rga.de

Ist es Unsicherheit, Pokerspiel oder Vorsicht vor unabsehbaren Konsequenzen, falls die 1,5-Millionen-Euro-Modernisierung am Fürberg wider Erwarten aus dem Ruder läuft?

Nicht nur der Sportbund rätselt und ist verärgert, dass der RSV den Weiterleitungsvertrag nicht unterschreibt. Viel Geld ist vorhanden für den Umbau des Sportplatzes Neuenkamp zu einer repräsentativen Sportstätte, kann aber nicht eingesetzt werden, weil der RSV auf Maximalforderungen beharrt. Die Uhr tickt. Denn die Fördergelder aus Düsseldorf sind an eine Zeitschiene gebunden. Der Verein steht unter Druck.

Der Besuch der Ministerin sollte ein Weckruf gewesen sein. Dass der RSV-Vorstand nickte, als ihm Ina Scharrenbach Wege aufzeigte, wie er das Förderprozedere anzugehen hat, aber auch die Dringlichkeit klarmachte, jetzt zu handeln, darf als Zeichen verstanden werden, dass es in der Gemengelage Fördergeld RSV und Umbau Neuenkamp endlich vorangeht.

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