Historisches Foto

Das neue Rätsel: Welche Gasse wird hier gesucht?

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In unserem neuen Rätsel geht es aus dem Remscheider Zentrum nach Lennep, wie unschwer zu erkennen ist.

Mit dem Rätselbild verbinden gerade viele ältere Remscheider schöne Kindheitserinnerungen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die ersten 24 Jahre seines Lebens hat Gerd Kaib an der Hindenburgstraße gelebt. Es gäbe eine Menge dazu zu erzählen, schreibt er, beschränkt sich aber auf nicht mehr existierende Geschäfte als damalige Eckpfeiler:

So sieht es an dieser Einmündung heute aus.

„Auf der linken Seite des Bildes zweigt die Wilhelmstraße ab. Links auf der Hindenburgstraße gab es einen Schuster, eine Konditorei, eine Drogerie und einen Friseur. Rechts ein Lebensmittelgeschäft und die Eisbude Grüterich.“ An die Eisdiele erinnert sich Manfred Armbrust gut. Sie sei beliebte Anlaufstelle für Stadtpark-Besucher und Schüler gewesen. „Auch die Straßenbahn fuhr früher durch die Hindenburgstraße“, fügt Armbrust hinzu. Für ihn ist entscheidend: „Im Gegensatz zur restlichen Innenstadt hat die Hindenburgstraße die Angriffe im 2. Weltkrieg ohne Verluste überstanden.“

Klaus Müller weiß: „Von 1956 bis 1959 musste ich, auf meinem Weg zur Volksschule Wilhelmstraße die Hindenburgstraße überqueren. Elterntaxis waren unbekannt. Wir mussten zu Fuß bei Wind und Wetter in die Schule gehen und haben überlebt.“

Hindenburg-/Ecke Wilhelmstraße im Jahr 1998.

Müller erzählt eine traurige Episode aus der Nachkriegszeit: „Überall im Stadtgebiet waren die Reste von ausgebombten Häusern beliebte Abenteuerspielplätze. Ein Klassenkamerad von mir überlebte das nicht, als er beim Spielen auf einem Trümmergrundstück an der Wilhelmstraße ausrutschte und sich an einer Wurzel festhalten wollte. Die Wurzel war ein blankes, stromführendes Kabel. Man fand ihn erst am nächsten Tag tot an dem Kabel hängend. Wir, die zweite Klasse der Wilhelmschule, wurden von der Stadt mit einem Bus zur Beerdigung gefahren.“

Michael Rosahl erinnert sich an seine Fahrschulzeit: „Während einer meiner ersten Stunden fuhr mir 1967 in der Hindenburgstraße ein anderer Autofahrer von hinten auf.“ Bernd Burkert steuert auch ein Verkehrserlebnis bei: „Ich wurde an der Hindenburgstraße/Ecke Wilhelmstraße von einer Verkehrskontrolle geblitzt, weil ich angeblich zu schnell gefahren war. Beim näheren Hinsehen wurde klar, dass man mich beim Rückwärtsfahren aufgenommen hatte.“ Was natürlich keine Strafe nach sich zog. „Aber eine Entschuldigung vom Straßenverkehrsamt gab es nicht.“

Brigitte Weischet kann auch viel zum Rätsel beisteuern. Ihre Eltern haben fast 60 Jahre an der Hindenburgstraße gewohnt: „Wenn in der 2. Juli-Woche Kirmes war, haben wir alle vom Fenster aus auf die tollen Aufmärsche und Umzüge der Schützen geschaut und uns an der Blasmusik und den prachtvollen Uniformen der Musikkorps erfreut.“ Weischet könnte die ganze Straße mit ihren Geschäften aufzählen - von der Bäckerei Neubert über Lebensmittel Paas bis zum Konsum gegenüber.

Carmen Vogt denkt an den beliebten Pfingsttrödel, der nicht zuletzt die Hindenburgstraße zu einer der lebendigsten Meilen in der Innenstadt macht. Thomas Groß, dessen Mutter schräg gegenüber vom Polizeigebäude am Quimperplatz lebt, ist ein Kind der auf dem Foto gesuchten Straße: „Dort gab es gegenüber der Stadtparkschule die Bäckerei Neubert. wo meine Eltern Brot und Brötchen kauften. Ein paar Meter weiter an der Ecke Beethovenstraße befand sich das Lebensmittelgeschäft Theil, wo man mit Namen begrüßt wurde, wenn man reinkam.“

Roland Benscheid bleibt die Ecke in besonderer Erinnerung. „Auf den Straßenbahnschienen verkehrte bis 4. Januar 1958 die Linie Markt - Stadtpark.“ Gerade zur Kirmes war die Bahn überfüllt, um Besucher zum Festplatz zu bringen. „Die Schienen waren bis Anfang der 70er Jahre eine erhebliche Gefahr, auch für mich als Mopedfahrer. Die Stahlrillen lagen teilweise höher als das Kopfsteinpflaster.“ Immer wieder kam es beim Überfahren der Schienen zu Unfällen.

Dieter Prill verbrachte hier seine ersten gymnasialen Schuljahre am Hindenburg-Gymnasium, bis die Schule an die Brüderstraße umzog.

Heinz Jürgen Schmitz geht auf den Namensgeber der Straße, Feldmarschall und Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847 bis 1934) ein und bedankt sich beim RGA für das Bild, das viele schöne Erinnerungen geweckt habe: „Ich habe in der angrenzenden Mozartstraße bis zum schweren Bombenangriff 1943 meine ersten Kindertage verbracht.“ Neben anderen Details erwähnt Schmitz das im bergischen Stil gehaltene Doppelschieferhaus der Familie Robert Röhrig, die dort einen Land- und Futterhandel betrieb.

Weitere richtige Einsendungen erreichten den RGA, u.a. von Heinz-Peter Riedemann, Cornelia & Rüdiger Fallbach, Ernst Erdmann, Brigitte Herbertz.

Unserer neues Rätsel

In unserem neuen Rätsel geht es aus dem Remscheider Zentrum nach Lennep, wie unschwer zu erkennen ist. Welche Gasse suchen wir? Wenn Sie die Lösung wissen, schicken Sie sie uns bis Donnerstag, 23. Juli, per E-Mail oder Post, gerne verbunden mit persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid.  redaktion@rga-online.de

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