Erstbesatz im renaturierten Teich

Neue Bewohner im Schwanenteich

Hier endet die Reise der jungen Forellen vorerst: Gewässerwart Volker Isenberg, der zweite Vorsitzende Christoph Lamm und Kassierer Tim Isenberg lassen einige der 40 000 Fische frei. Foto: Roland Keusch
+
Hier endet die Reise der jungen Forellen vorerst: Gewässerwart Volker Isenberg, der zweite Vorsitzende Christoph Lamm und Kassierer Tim Isenberg lassen einige der 40 000 Fische frei.

Sportfischer setzen 40.000 Bachforellen ein. Von ihnen wird am Ende allerdings nur ein Bruchteil überleben.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid hat 40 000 neue Einwohner. Die jungen Bachforellen, je etwa zwei Zentimeter groß und vier Gramm schwer, wurden am Mittwoch vom Sportfischerverein Remscheid im Schwanenteich unterhalb der Eschbachtalsperre ausgesetzt. In etwa drei Jahren werden einige von ihnen groß genug sein, um geangelt werden zu können. Die anderen werden sich gen Eschbach davon gemacht haben. Oder Futter für Kormorane und andere Vögel geworden sein. Realistisch sei, dass am Ende etwa zwei Prozent, also rund 800 Fische, übrig blieben, sagt der Vorsitzende Jörg Wüstenhagen.

Die jungen Fische sind der Erstbesatz für den umgestalteten Teich. Bis vor etwa einem Jahr war hier die europäische Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt worden. Dabei wurde der bisherige Teich zweigeteilt. Die Inseln, die vorher in der Mitte aus dem Wasser ragten, trennen ihn nun in den fließenden Bach, der das Gebiet wieder für Fische durchgängig macht. Und einen etwa 3600 Quadratmeter großen Teich, der an den Sportfischerverein verpachtet ist.

3200 Euro netto investieren die Fischer in den Besatz, die Hälfte davon trägt der Rheinische Fischereiverband. Die jungen Bachforellen stammen aus einer zertifizierten Zucht an der Hasper Talsperre, erklärt Jörg Wüstenhagen. Dort würden die Tiere naturnah aufgezogen, zum Beispiel indem mit einer Gegenstromanlage die Strömung eines Baches simuliert wird. „Wir haben uns dafür entschieden, auch wenn die etwas teurer sind“, sagt der Vorsitzende. „Besatz soll ja auch Sinn machen.“

Bis die Forellen das richtige Alter und vor allem die Mindestgröße von 25 Zentimetern erreicht haben, bleibt den Sportfischern vorerst nur der Eschbach, um ihrem Hobby nachzugehen. Die wenigen Fische, die ohne Hilfe den Weg in den neuen Schwanenteich gefunden haben, seien kaum der Rede Wert, sagt Wüstenhagen. Und das Hauptgewässer des Vereins, die Wuppertalsperre, ist nach dem Hochwasser im Sommer vergangenen Jahres nach wie vor für Angler gesperrt. Der Wupperverband wartet noch auf Untersuchungsergebnisse, ob die Fische durch die dabei eingebrachten Giftstoffe kontaminier wurden.

Ausweichen könne man zudem auf verschiedene Kanäle, sagt Kassierer Tim Isenberg. „Aber das sind eben keine Vereinsgewässer.“ Das sei auch für den Nachwuchs des Vereins schade. Denn anders als viele andere Vereine verfüge man über eine funktionierende Jugendabteilung, betont Jörg Wüstenhagen: „Bei der Ausbildung sind Hege und Pflege ganz wesentliche Punkte.“

So bleibt die Vorfreude auf die ersten Fische aus dem neu gestalteten Teich. Auch wenn noch gar nicht klar ist, von wo aus die Angler aktiv werden können. „Der Damm darf nicht betreten werden“, sagt Wüstenhagen. „Und am Ufer stehen fast überall Bäume.“ Die halten zwar Kormorane fern, stören aber auch beim Angeln. Trotzdem sei man ausgesprochen zufrieden mit der Umgestaltung, betonen die Sportfischer. Das Areal habe enorm hinzugewonnen, sagt Isenberg: „Und die Wasserqualität ist optimal.“ Nicht ganz unwichtig, denn die Fische, die vom Erstbesatz übrigbleiben, sollen perspektivisch ja mal auf einem Teller landen.

Hintergrund

Gespeist wird der Schwanenteich aus der nahen Eschbachtalsperre, die 1889 bis 1891 nach Plänen von Otto Intze gebaut wurde. Der entwarf auch die Hasper Talsperre, die 1904 eröffnet wurde, Von dort stammen die nun eingesetzten Bachforellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Diese Busse fallen am Dienstag aus
Diese Busse fallen am Dienstag aus
Diese Busse fallen am Dienstag aus
Remscheider bei Streit in Bielefeld schwer verletzt
Remscheider bei Streit in Bielefeld schwer verletzt
Remscheider bei Streit in Bielefeld schwer verletzt
Direkt am Rathaus: Eine kleine Oase mitten in Lüttringhausen
Direkt am Rathaus: Eine kleine Oase mitten in Lüttringhausen
Direkt am Rathaus: Eine kleine Oase mitten in Lüttringhausen
Den Stadtwerken in Remscheid fehlen die Busfahrer
Den Stadtwerken in Remscheid fehlen die Busfahrer
Den Stadtwerken in Remscheid fehlen die Busfahrer

Kommentare