Vernetzung

Netzwerk will Ukraine-Flüchtlingen Starthilfe geben

Bernd Steinhoff erklärte die Idee des Projekts. Archivfoto: Doro Siewert
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Bernd Steinhoff erklärte die Idee des Projekts. Archivfoto: Doro Siewert

Evangelischer Kirchenkreis stößt kurzfristiges Integrationsprojekt an.

Von Monika Meurs

Remscheid. Sie sind in Remscheid angekommen und brauchen dringen Hilfe: Der Evangelische Kirchenkreis Lennep hat nun federführend ein großangelegtes, weit verzahntes Projekt für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine auf den Weg gebracht: Er rief am Freitag zum „Netzwerktreffen Ukraine-Hilfe“ auf. Im Gemeindehaus Hackenberg trafen sich dazu 50 Vertreter von sozialen Einrichtungen, Verbänden verschiedenster Ausrichtung, Ärzten, Psychologen, privat engagierten Unternehmern, Kirchenvertretern, persönlich Betroffenen, Flüchtlingen und Menschen, die ihre Kompetenzen, Erfahrungen und Ressourcen für die Kriegsopfer verknüpfen wollen und so Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

„Diese Menschen sind gewillt, ihr Leben weiterhin in eigener Regie zu führen. Aber es braucht eine Art Starthilfe, erst recht in einem völlig fremden Land. Deswegen vernetzen wir uns“, so Diakon Bernd Steinhoff, Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep und Geschäftsführer der Augusta Hardt Horizonte. „Wir führen durch den Behördendschungel und helfen bei Antragserstellungen, stellen Dolmetscher, ermöglichen die Vermittlung zu ärztlicher oder psychologischer Versorgung, helfen bei der Wohnraumvermittlung. Wir zeigen die Möglichkeiten zur Fortführung von Ausbildungs- und Schulwegen auf, bieten Transportmöglichkeiten an. Kurz gesagt: Wir stehen mit Rat und Tat bei jedweder Frage zur Seite. Auch wenn es nur darum geht, wo ich meine Kleidung waschen kann.“

Viele Dinge sind in den letzten Tagen durch die Initialzündung des Evangelischen Kirchenkreises Lennep angestoßen worden; am 13. April wird die „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Gemeindehaus Hackenberg starten und auch ans Netz gehen. „Dann steht unser Haus zur Verfügung“, so Bernd Steinhoff. „Noch haben wir für Rückfragen keine Internetadresse; im Moment sind wir auch noch nicht telefonisch erreichbar. Wir hatten bis jetzt nur fünf Tage Zeit, um das alles einzustielen.“

Wir führen durch Behördendschungel, helfen bei Anträgen, stellen Dolmetscher, vermitteln ärztliche oder psychologischer Versorgung.

Diakon Bernd Steinhoff, Geschäftsführer der Augusta Hardt Horizonte

Tenor des ersten Treffens: Hier geht es um fundamentale Unterstützung für die Menschen, die alles verloren haben. „Und es ist großartig, dass hier unkonfessionell an einem Strang gezogen wird“, so Florian Schäfer vom Träger, dem Diakonischen Werk. „Dieses Netzwerk braucht Leute, die sich mit einbringen; selbst Kleines kann groß sein – und wenn es ,nur‘ Decken sind, Lebensmittel oder einfach ein offenes Ohr.“

Hilfskonvoi aus Remscheid sendet Zeichen der Solidarität

Steinhoff war beim ersten Netzwerktreffen sehr berührt, als unverhofft ein Industriekopierer gespendet, die Idee einer Gemeinschaftsaktion zwischen dem benachbarten Kindergarten und den Flüchtlingen geboren wurde, dass gemeinsam mit den Flüchtlingen eine Flagge bestickt werden könne. Die Selbsthilfe wird aufgebaut in Kooperation zwischen dem Evangelischen Kirchenkreis Lennep, der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep, der freien Wohlfahrtspflege, der Stadt und Remscheider Bürgern.

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