Mehr Remscheider sollen mit dem Bus fahren

Neuer Fahrplan in Remscheid soll ÖPNV attraktiver machen

Auch um einen reibungslosen Umbau des Busbahnhofes zu ermöglichen, der kommende Woche startet, stellt die Stadtwerke ihren Fahrplan am Sonntag, 10. Oktober um. Foto: Roland Keusch
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Auch um einen reibungslosen Umbau des Busbahnhofes zu ermöglichen, der kommende Woche startet, stellt die Stadtwerke ihren Fahrplan am Sonntag, 10. Oktober um.

Kürzere Fußwege, umsteigefreie Anbindung, neue Linien: Um während des Umbaus des Friedrich-Ebert-Platzes einen reibungsfreien Öffentlichen Nahverkehr bieten zu können optimieren die Stadtwerke ihren Fahrplan. Auch das Klima soll damit geschützt werden.

Von Katharina Birkenbeul

Mit dem Bus statt mit dem Auto zur Arbeit, um das Klima zu schützen: Das ist eines der Ziele der Mobilitätsstrategie der Stadt. Bis 2022 sollen zehn Prozent der PKW-Fahrten auf das Fahrrad und den ÖPNV verlagert werden. Außerdem sollen die Treibhausgase bis 2022 um 14 Prozent gesenkt werden.

Dafür sind unter anderem Elektrobusse sowie kürzere Fußwege zu Haltestellen, eine umsteigefreie Anbindung entlang der Innenstadtachse und neue Linien von Nöten. Dazu beitragen soll ein neuer Fahrplan, der am Sonntag in Kraft tritt.

Laut Umweltbundesamt verursacht ein Auto durchschnittlich 154 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer (Pkm). Ein Linienbus stößt dagegen nur 83 Gramm pro Pkm aus. Durch das Umsteigen auf den ÖPNV kann also sehr viel CO2 eingespart werden.

Eine derart konsequente ÖPNV-Abdeckung existiert in keiner anderen Stadt.

Armin Freund, Stadtwerke

Doch: In Remscheid fahren seit der Corona-Pandemie weniger Menschen mit dem Bus. „Es wird in den nächsten Jahren eine immense Herausforderung sein, dass Vertrauen in die Nutzung des ÖPNV zu stärken und durch die Pandemie verlorene Fahrgäste wieder zurückzugewinnen“, sagt Armin Freund, Geschäftsleiter im Bereich Mobilität, bei den Stadtwerken. Tagsüber seien in Remscheid 79 Busse im Einsatz, nachts etwa zehn. Damit werde bereits seit langem ein flächen- und zeitdeckendes ÖPNV-Angebot geboten. „Eine derart konsequente ÖPNV-Abdeckung existiert in keiner anderen Stadt im weiteren Umkreis“, sagt Freund.

Natürlich nachhaltig: Künftig soll der Busverkehr am Individualverkehr vorbeigeleitet werden

Mindestens eine Fahrt pro Stunde werde in jedem Siedlungsgebiet angeboten, ab 3000 Bewohnern in einem Gebiet fahren alle zehn Minuten Busse. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag sollen zusätzlich der Ortskern in Lüttringhausen mit noch kürzeren Fußwegen an den Busverkehr angebunden sein, der Fahrplan noch besser auf die S-Bahn 7 abgestimmt sein und die Innenstadtachse vom Hauptbahnhof bis zum Allee-Center mit jeder Innenstadtlinie umsteigefrei erreichbar sein.

Die Ziele der gesamtstädtischen Mobilitätsstrategie der Stadt Remscheid für eine umweltfreundliche Mobilität

Die Lebensqualität hat sich durch umweltfreundliche Mobilität erhöht.

Die Mobilitätswende in Remscheid trägt zum Klima- und Immissionsschutz bei.

Die Mobilität ist für alle Einwohnerinnen und Einwohner gesichert.

Es gibt einen respektvollen Umgang mit schwächeren Verkehrsteilnehmern.

Die Barrierefreiheit ist bei allen Mobilitätsangeboten zu realisieren.

Der Umweltverbund (Öffentlicher Personennahverkehr, Schienenpersonennahverkehr, Fuß-und Fahrradverkehr, Carsharing) mit einer verkehrsmittelübergreifenden Mobilität genießt hohe Priorität.

Der Einsatz alternativer und innovativer Antriebe hat sich bei allen Verkehrsmitteln durchgesetzt.

Der ÖPNV und der SPNV sind so attraktiv, dass sie auch städteübergreifend genutzt werden und eine bessere Alternative zum Autofahren darstellen.

Die Aufenthaltsqualität für Fußgänger im Stadtraum genießt hohe Priorität.

Alle Fuß- und Radwegeverbindungen sind sicher und in einem guten Zustand nutzbar.

Alle wichtigen Punkte sind mit dem Fahrrad gut erreichbar und komfortable, diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten sind vorhanden.

Carsharing wird an mehreren Standorten in der Stadt verstärkt angeboten und genutzt.

Paketdienste bündeln und koordinieren ihre Fahrten im Stadtgebiet.

Die Unternehmen vor Ort betreiben ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement. Geschäftsreisen und private Arbeitswege werden umweltfreundlich organisiert.

Künftig soll neben dem erweiterten Angebot auch die Infrastruktur verbessert werden. Dazu haben Stadtwerke und Stadt mehrere Vorschläge ausgearbeitet, wie durch kurze Busspuren vor stauanfälligen Kreuzungen der Busverkehr am Individualverkehr vorbeigeleitet werden kann.

Deshalb optimieren die Stadtwerke das ÖPNV-Angebot – auch, um einen reibungslosen Nahverkehr während der Umbauzeit des Friedrich-Ebert-Platzes zu gewähren, der in der kommenden Woche startet.

Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen im Fahrplan in Remscheid:

Linie CE 63: Die neue Schnelllinie fährt montags bis freitags während der Hauptverkehrs- und Schulzeiten zwischen Alt-Remscheid und Lüttringhausen über die A 1.

Linie 615: Neben der Streckenverlängerung bis zum Pirnaplatz ersetzt eine Frühfahrt um 5.01 ab Remscheid HBF die bisherige Fahrt der Linie 653.

Linie 620: Einige Fahrten der Linie entfallen. Dafür gibt es die neue Linie 666.

Linie 666: Die Linie 666 fährt künftig von Lüttringhausen Rathaus bis Ronsdorf Bahnhof.

Linie 652/672: Neben der grundsätzlichen Streckenverlängerung bis zum Allee-Center halten die Linien auch an der Haltestelle Hochstraße.

Linie 654: Die Linie 654 fährt in Lüttringhausen einen anderen Weg.

Linie 660/664: Der Streckenabschnitt zwischen Kremenholl und Stadtmitte entfällt und wird von der Linie 664 übernommen. Die Linie 660 beginnt und endet jetzt an der Haltestelle Rathaus.

Alle Änderungen des Busfahrplans gibt es online: www.stadtwerke-remscheid.de.

Barrierefreiheit

Auch Barrierefreiheit gehört zur Nachhaltigkeit: Die Busse haben deshalb keine Stufen und können abgesenkt werden. Außerdem gibt es einen Bereich für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen. Rot markierte Flächen helfen Menschen mit Sehbehinderung bei der Orientierung.

Busbahnhof

Mit dem Abriss erster Gebäude auf dem Busbahnhof ab Montag ändern sich einige Haltestellen: So wird der Bussteig B komplett gesperrt. Die Linien, die sonst auf B 1 B 2 und B 3 halten würden, fahren A 1, A 2 und A5 an. Die Haltestellen erhalten zusätzliche Schilder. Der Busbahnhof soll 2025 fertig sein.

Die Serie

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In den kommenden Wochen werden wir uns in unserer neuen Serie „Natürlich nachhaltig“ mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Bereichen Ernährung, Mobilität und Konsum beschäftigen.

Sie haben eine Themenidee oder leben selbst so nachhaltig wie es geht? Dann schreiben Sie uns unter dem Stichwort „Natürlich nachhaltig“ per Mail (redaktion@rga.de), Post (Remscheider General-Anzeiger, Redaktion, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid) oder in den sozialen Netzwerken.

Hier findet ihr eine Übersicht über die anderen Teile der großen Nachhaltigkeitsserie „Natürlich nachhaltig“: rga.de/nachhaltigkeit.

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