Die große Nachhaltigkeitsserie

Natürlich nachhaltig: Nachfrage nach E-Autos steigt stetig

Daniel Meyer und Leonie Tracht vom Autohaus Büsgen sind Verkäufer für E-Autos. Meyer ist unsicher, ob sich E-Autos am Ende in Remscheid durchsetzen werden.
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Daniel Meyer und Leonie Tracht vom Autohaus Büsgen sind Verkäufer für E-Autos. Meyer ist unsicher, ob sich E-Autos am Ende in Remscheid durchsetzen werden.

Lautlos und emissionsfrei fahren elektrische PKW durch die Stadt. Bis zur Nachhaltigkeit ist es trotzdem noch weit.

Von Katharina Birkenbeul

Lautlos und emissionsfrei fahren sie durch die Straßen. Waren die Autos mit dem E am Ende des Kennzeichens vor einigen Jahren noch selten, sind sie nun fast überall zu erblicken. E-Autos erobern den Markt als nachhaltige Alternative. Noch werden weniger Elektroautos als Verbrenner in Remscheid verkauft. Doch die Nachfrage wächst stetig, wie Daniel Meyer, Automobilverkäufer beim Autohaus Büsgen, bestätigt. „Aufgrund der geringeren Reichweite greifen die meisten noch auf ein Plug-in-Hybrid zurück“, weiß er.

Bis es richtig nachhaltig ist, muss sich noch einiges tun.

Daniel Meyer, Autohaus Büsgen

Waren im Jahr 2019 nur 130 reine Elektrofahrzeuge und 132 Plug-In-Hybride zugelassen, stieg die Zahl innerhalb eines Jahres um mehr als das Doppelte. Bis zum ersten Januar 2021 waren von insgesamt 63 336 Fahrzeugen 304 reine Elektrofahrzeuge sowie 410 Plug-In-Hybride. Welchen Prozentanteil die E-Autos in Remscheid ausmachen, würde derzeit erhoben, heißt es von der Stadtverwaltung. Zum Vergleich: In Solingen fahren 4379 reine Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride. Die Stadt Remscheid begrüßt den positiven Trend der E-Mobilität in der Stadt aus Klimagründen, so Frank Frisch, Abteilungsleiter des Fachdienstes Umwelt bei der Stadt.

Die Autowelt verändert sich schneller als gedacht

„Die meisten Menschen steigen auf ein E-Auto um, da sie Angst haben, ihren Benziner bald nicht mehr verkaufen zu könne. Das Umweltbewusstsein ist dem noch unterzuordnen“, schätzt Meyer ein, der die E-Autos noch als wenig nachhaltig empfindet. Grund dafür sei die Gewinnung von Rohstoffen zur Herstellung sowie die Entsorgung, also: „Bis es richtig nachhaltig ist, muss sich noch einiges tun.“

Ladeinfrastruktur in Remscheid muss verbessert werden

Beim Neukauf würden sich auch viele Fragen aufwerfen: „Die Menschen kennen das erstmal nicht, sie wollen dann ein begleitetes Probefahren und fragen als allererstes nach den Lademöglichkeiten und wie schnell es lädt“, sagt Meyer. Viele Menschen hätten das Problem, dass sie nicht in einem Einfamilienhaus mit Garage und im besten Fall Solarzellen wohnen und deshalb auf öffentliche Ladesäulen zurückgreifen müssen.

Um E-Autos noch attraktiver zu machen, müsste deshalb aus Sicht des Automobilverkäufers die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden – derzeit gibt es elf öffentliche Ladepunkte in der Stadt. Das Defizit bestätigt auch ein Ranking des Verbandes der Automobilindustrie über die Attraktivität des Ladenetzes in den Kommunen. Die Stadt Remscheid nimmt in dem Ranking nur einen der unteren Plätze – den 399. – ein. (Zum Vergleich Solingen belegt Platz 109 und Wuppertal 292.)

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Aber: „Mit der Umsetzung des beschlossenen Lade-Infrastrukturkonzeptes ist von einer deutlichen Verbesserung auszugehen“, sagt Frisch, Abteilungsleiter des Fachdienstes Umwelt. Im privaten Raum seien in den vergangenen zwei Jahren bereits fast 300 Ladepunkte von der EWR eingerichtet worden.

Setzen sich E-Autos am Ende durch? „Das kann noch keiner wissen. Da spielt auch Wasserstoff eine Rolle“, sagt Daniel Meyer.

Förderung

Die Bundesregierung fördert den Kauf von Elektrofahrzeugen. Bis Ende 2025 können Interessierte eine Kaufprämie erhalten, den „Umweltbonus“, der seit Mitte 2020 bei rein elektrischen Autos bis 40 000 Euro Kaufwert bis zu 9000 Euro beträgt, für einen Hybriden bis zu 6750 Euro. Eine zusätzliche Innovationsprämie verdoppelt den staatlichen Anteil.

Serie

Alle Folgen der RGA-Serie „Natürlich nachhaltig finden Sie hier.

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