Hochwasserschutz

Nachbarn wollen sich besser auf Wetterextreme vorbereiten

Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versank beim Hochwasser in braunen Fluten.
+
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versank beim Hochwasser in braunen Fluten.

Städte im Bergischen Land diskutieren über Hochwasserschutz und suchen auch in anderen Bereichen den Schulterschluss.

Von Anne Palka

Remscheid. Allein in der Schmiede Halbach hinterließen 20 Tonnen Schlamm einen Gesamtschaden von rund zweieinhalb Millionen Euro. Seit der Flut vom 14. auf den 15. Juli vergangenen Jahres diskutiert die Politik, wie sich die Städte im Bergischen Land besser vor einem solchen Unwetter schützen können.

Thema wurde es jetzt im Bergischen Rat, in dem 50 Stadträte aus Wuppertal, Solingen und Remscheid politische Richtungsentscheidungen für das Städtedreieck besprechen. Der hat nun noch ein neues Format bekommen: die Bergische Konferenz. Zu regionalen Schwerpunktthemen sollen gemeinsame Positionen erarbeitet werden. „Wir wollen die Bergische Integration auf die nächste Stufe heben“, sagte der stellvertretende Vorsitzende David Schichel (Grüne) aus Remscheid.

Die Flut gibt dafür eine gute Aufgabe ab. „Das Hochwasserereignis hat nicht an der Stadtgrenze geendet, sondern uns gemeinsam betroffen“, hielt Henner Pasch, Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer, fest. Als Grundlage für die Diskussion skizzierte Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbands, den aktuellen Stand des „Zukunftsprogramms Hochwasserschutz“.

Wupperverband: 100-prozentigen Schutz gibt es nicht

Es gibt sechs Bereiche, in denen Maßnahmen durchgeführt werden: Der technische Schutz werde verbessert, ebenso der natürliche Schutz, die Talsperrenbewirtschaftung werde angepasst, die Messdaten und Modelle verbessert, ebenso die Kommunikation, und die Schäden würden beseitigt.

„Das ist bis zum heutigen Tage bei Weitem nicht abgeschlossen“, sagte Wulf. Im Sommer wird beispielsweise das Profil des Eschbachs wiederhergestellt. Arif Izgi (SPD Wuppertal) fragte, warum es so lange dauert, das Gewässer von Treibgut zu befreien. „Wir brauchen zum Teil schweres Gerät und Spezialfahrzeuge. Und nicht nur im Wupperverbandsgebiet geht es um Aufräumarbeiten“, antwortete Wulf. In der Diskussion ging es auch darum, wie der Wupperverband vor einem solchen Extremwetterereignis reagieren kann, doch hielt Georg Wulf fest: .„Egal, was wir tun, wir werden nie hundertprozentigen Hochwasserschutz gewährleisten können.“

Hochwasser ist nur ein Aspekt, der Klimafolgenanpassung nötig macht, führte Sabine Ibach vom Umweltamt der Stadt Remscheid aus, auch Trockenheit und Hitze werden zu Problemen. Sie stellte Projekte vor, an denen Remscheid beteiligt ist, von der begrünten Fassade bis zur Blumenwiese für die Artenvielfalt.

Beim Zentrum Klimaanpassung in Berlin ist die Zusammenarbeit für eine gemeinsame Strategie im Bergischen als ein Beispiel für gute Praxis gelistet. Es gibt weitere Felder, in denen die drei Nachbarstädte zusammenarbeiten könnten. Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) zeigt sich sicher: „Es gibt mehr Themen, die die drei Städte verbinden, als wir manchmal glauben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Erstklässler und neue Lehrerin starten mit Schultüte und Waschbär
Erstklässler und neue Lehrerin starten mit Schultüte und Waschbär
Erstklässler und neue Lehrerin starten mit Schultüte und Waschbär
Kiosk am Bismarckplatz steht vor Abriss
Kiosk am Bismarckplatz steht vor Abriss
Kiosk am Bismarckplatz steht vor Abriss
Am Reinshagen soll ein Treffpunkt für die Nachbarschaft entstehen
Am Reinshagen soll ein Treffpunkt für die Nachbarschaft entstehen
Am Reinshagen soll ein Treffpunkt für die Nachbarschaft entstehen
Kreis beschränkt die Wasserentnahme
Kreis beschränkt die Wasserentnahme
Kreis beschränkt die Wasserentnahme

Kommentare