Tat am 7. Juli 2021

Nach Schüssen: Mutter und Sohn leben in Angst vor Bayram Ö.

Unter seinen türkischen Landsmännern gilt Bayram Ö. als „harter Mann“. Nach dem Angriff auf Frau und Sohn ist er verschwunden.
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Unter seinen türkischen Landsmännern gilt Bayram Ö. als „harter Mann“. Nach dem Angriff auf Frau und Sohn ist er verschwunden.

Die Polizei hat weiterhin keine Spur von dem brutalen Familienvater.

Von Axel Richter

Remscheid. Am 7. Juli soll er auf Frau und Sohn geschossen haben. Sechs Monate später hat die Polizei Bayram Ö. aus den Augen verloren. „Der Sachstand ist unverändert“, heißt es auf Nachfrage des RGA kurz angebunden aus der Staatsanwaltschaft in Wuppertal. Das heißt, die Strafverfolger haben keine Ahnung, wo sich der 53-Jährige heute aufhält.

Unter seinen türkischen Landsleuten in Remscheid galt das Familienoberhaupt als „harter Mann“. Als Mann zudem, der mit dem Lebenswandel seiner 47-jährigen Ex-Frau nicht einverstanden war und Widerspruch nicht duldete. Im März 2021 ließ er seinen 24-jährigen Sohn deshalb wissen: „Ich werde dich und deine Mutter umbringen.“

Nach den Ermittlungen der Polizei lässt Bayram Ö. seiner Drohung wenig später Taten folgen. Mutter und Sohn sind vom Einkaufen heimgekehrt und tragen ihre Einkaufstüten in das Haus an der Geibelstraße. Die Familie ist erst vor wenigen Monaten von Essen nach Remscheid gezogen.

Mutter und Sohn werden schwer verletzt

Bayram Ö. wartet im Auto. Anschließend fallen Schüsse. Mindestens sechs Mal drückt der Schütze ab. Er trifft die Frau in den Oberkörper, den Sohn ins Bein. Beide brechen schwer verletzt vor dem Haus zusammen.

Der Täter lässt seine Opfer liegen und rast mit seinem Auto davon. Die anschließende Großfahndung der Polizei mit Einsatz eines Hubschraubers verläuft ergebnislos. Tage später stürmen schwer bewaffneter Polizeikräfte eine Wohnung in Essen, doch auch das erweist sich als Fehlschlag. Bayram Ö. bleibt verschwunden.

Seine Opfer können das Krankenhaus nach Wochen wieder verlassen. Allerdings kehren Mutter und Sohn nur in das Haus an der Geibelstraße zurück, um ihre Sachen zu packen. Die Polizei bringt sie an einen unbekannten Ort – aus Sorge, Bayram Ö. könne ihnen weiter nach dem Leben trachten. Seither ist das Haus verwaist. Nur manchmal fährt noch eine Polizeistreife vor. Ob die Fahnder hoffen, der Täter kehre noch einmal zum Tatort zurück, kommentiert die Staatsanwaltschaft nicht.

Intern hat die Polizei den Fall aufgearbeitet. Nach der Morddrohung des eigenen Vaters im März erstattete der Sohn bei ihr Anzeige wegen Bedrohung. Doch die Polizei kann Bayram Ö. nirgends antreffen – nicht in Remscheid und nicht am früheren Wohnort in Essen. Danach legten die Strafverfolger den Fall zu den Akten. Ob sie sich etwas vorzuwerfen haben? Nein, erklärte die Staatsanwaltschaft nach der Tat gegenüber dem RGA: „Nur wegen einer Bedrohung stellen wir keinen Haftbefehl aus. Davon haben wir nämlich 50 in jeder Woche.“

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