Tat am 7. Juli 2021

Nach Schüssen auf Ehefrau und Sohn: Polizei fasst verdächtigen Bayram Ö.

Die Polizei hatte nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen.  
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Die Polizei hatte nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen.  

Bayram Ö. steht im Verdacht, auf seine von ihm getrennte Ehefrau und den gemeinsamen Sohn geschossen zu haben.

Von Axel Richter

Remscheid. Der 24-jährige Sohn sei dabei am Mittwoch, 7. Juli 2021, von seinem 53-jährigen Vater schwer verletzt worden. Nach der Tat flüchtete der mutmaßliche Schütze und konnte sich lange der Festnahme entziehen.

Am Mittwoch nahmen Polizeibeamte den Verdächtigen im Rahmen einer Personenkontrolle im Bereich Stuttgart fest. Der Beschuldigte wurde einem Haftrichter vorgeführt, der ihn der Untersuchungshaft überstellte.

Mutter und Sohn atmen erleichtert auf: Bayram Ö. kann ihnen nicht noch einmal gefährlich werden. Der Mann, der sie am 7. Juli vergangenen Jahres vor ihrem Haus an der Geibelstraße mit mehreren Schüssen niederstreckte, ist von der Polizei gefasst worden.

„Kommissar Zufall hat dabei gute Dienste geleistet“, sagt der ermittelnde Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt. Bayram Ö., der sich seit den Schüssen auf seine Frau und den gemeinsamen Sohn auf der Flucht befand, war in Stuttgart als Fußgänger in eine Routinekontrolle der Polizei geraten.

Die Beamten stellten fest, dass der 54-jährige Mann per Haftbefehl gesucht wurde und nahmen ihn fest. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung wegen versuchten Totschlags drohen ihm zwischen fünf und 15 Jahren Haft.

Die Polizei hatte Bayram Ö. zunächst in Essen vermutet. Von dort war die Familie wenige Monate vor den Schüssen nach Remscheid gezogen. Unter seinen türkischen Landsleuten galt der Familienvater als „harter Mann“. Den westlichen Lebenswandel seiner Frau (47) duldete er nicht. Wiederholt kam es zu Gewalt. Im März 2021 ließ Bayram Ö. seinen Sohn (24) wissen, dass er beide umbringen werde.

Nach Ermittlungen der Polizei ließ der Vater seinen Drohungen wenig später Taten folgen. Während beide vom Einkaufen heimkehrten, zog Bayram Ö. eine Waffe und gab mindestens sechs Schüsse auf sie ab. Beide überlebten schwer verletzt.

Die Polizei brachte beide an einem geheimen Ort unter − aus Sorge, der Mann könne ihnen weiter nach dem Leben trachten. „Sie können jetzt entspannter leben“, sagt Heribert Kaune-Gebhardt. „Ohne sich ständig umdrehen zu müssen.“

Polizeieinsatz nach Schüssen an der Geibelstraße

Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid.
Die Polizei hat nach Schüssen in der Geibelstraße die Ermittlungen aufgenommen. Am Mittwoch arbeitete die Spurensicherung vor Ort in Alt-Remscheid. © Roland Keusch

Unser Artikel vom 12. Januar 2022: Nach Schüssen: Mutter und Sohn leben in Angst vor Bayram Ö.

Von Axel Richter

Remscheid. Am 7. Juli soll er auf Frau und Sohn geschossen haben. Sechs Monate später hat die Polizei Bayram Ö. aus den Augen verloren. „Der Sachstand ist unverändert“, heißt es auf Nachfrage des RGA kurz angebunden aus der Staatsanwaltschaft in Wuppertal. Das heißt, die Strafverfolger haben keine Ahnung, wo sich der 53-Jährige heute aufhält.

Unter seinen türkischen Landsleuten in Remscheid galt das Familienoberhaupt als „harter Mann“. Als Mann zudem, der mit dem Lebenswandel seiner 47-jährigen Ex-Frau nicht einverstanden war und Widerspruch nicht duldete. Im März 2021 ließ er seinen 24-jährigen Sohn deshalb wissen: „Ich werde dich und deine Mutter umbringen.“

Nach den Ermittlungen der Polizei lässt Bayram Ö. seiner Drohung wenig später Taten folgen. Mutter und Sohn sind vom Einkaufen heimgekehrt und tragen ihre Einkaufstüten in das Haus an der Geibelstraße. Die Familie ist erst vor wenigen Monaten von Essen nach Remscheid gezogen.

Mutter und Sohn werden schwer verletzt

Bayram Ö. wartet im Auto. Anschließend fallen Schüsse. Mindestens sechs Mal drückt der Schütze ab. Er trifft die Frau in den Oberkörper, den Sohn ins Bein. Beide brechen schwer verletzt vor dem Haus zusammen.

Der Täter lässt seine Opfer liegen und rast mit seinem Auto davon. Die anschließende Großfahndung der Polizei mit Einsatz eines Hubschraubers verläuft ergebnislos. Tage später stürmen schwer bewaffneter Polizeikräfte eine Wohnung in Essen, doch auch das erweist sich als Fehlschlag. Bayram Ö. bleibt verschwunden.

Seine Opfer können das Krankenhaus nach Wochen wieder verlassen. Allerdings kehren Mutter und Sohn nur in das Haus an der Geibelstraße zurück, um ihre Sachen zu packen. Die Polizei bringt sie an einen unbekannten Ort – aus Sorge, Bayram Ö. könne ihnen weiter nach dem Leben trachten. Seither ist das Haus verwaist. Nur manchmal fährt noch eine Polizeistreife vor. Ob die Fahnder hoffen, der Täter kehre noch einmal zum Tatort zurück, kommentiert die Staatsanwaltschaft nicht.

Intern hat die Polizei den Fall aufgearbeitet. Nach der Morddrohung des eigenen Vaters im März erstattete der Sohn bei ihr Anzeige wegen Bedrohung. Doch die Polizei kann Bayram Ö. nirgends antreffen – nicht in Remscheid und nicht am früheren Wohnort in Essen. Danach legten die Strafverfolger den Fall zu den Akten. Ob sie sich etwas vorzuwerfen haben? Nein, erklärte die Staatsanwaltschaft nach der Tat gegenüber dem RGA: „Nur wegen einer Bedrohung stellen wir keinen Haftbefehl aus. Davon haben wir nämlich 50 in jeder Woche.“

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