Ursache jetzt klar

Nach Rohrbruch: Rohrbruch sorgt länger für Behinderung

Überflutung in Lennep: Der Schaden am Rohr ist behoben, es fehlt an Asphalt. Die Ursache für die Überflutung ist jetzt auch geklärt.

+++ Update +++ Remscheid. Der Wasserrohrbruch, der am Dienstag in einzelnen Straßen in Lennep für Überflutungen gesorgt hat, wirkt sich auf den Verkehr im Stadtteil aus. Das teilt das Rathaus mit. So dauere die Reparatur der geborstenen Decke der Fritz-Reuter-Straße voraussichtlich bis Freitag, 27. Januar.

Bis dann ist die Einfahrt von der Ringstraße in die Fritz-Reuter-Straße voll gesperrt. In letzterer gelten beidseitige Haltverbote, so dass die bisher geltende Einbahnstraßenregelung vorerst aufgehobensei. Aus Richtung Hentzenallee ist die Einfahrt weiter möglich. -tl-

Artikel vom 21.12.2022

Von Sven Schlickowey

Die Reparaturarbeiten dauerten bis tief in die Nacht.

Remscheid. Nach dem Rohrbruch in Lennep ist der Schaden an der Leitung inzwischen behoben und die Wasserversorgung wieder hergestellt. Bis die Fritz-Reuter-Straße an der Abzweigung von der Ringstraße wieder freigegeben wird, könnten allerdings noch einige Wochen vergehen - es fehlt derzeit an Asphalt. Nach Angaben der Baufirma ist das Material voraussichtlich erst Mitte Januar wieder lieferbar.

Bis tief in die Nacht hatten Mitarbeiter der EWR und des beauftragten Tiefbauunternehmens am Dienstag an der Schadensstelle gearbeitet. „Einige Haushalte in der unmittelbaren Umgebung hatten ja kein Wasser, das wollten wir natürlich so schnell wie möglich beheben“, berichtet Mike Giera, Leiter des Geschäftsbereichs Netze. Nachdem zudem im näheren Umkreis teils verfärbtes Wasser aus den Leitungen gekommen war, spülten die EWR die Rohre, was sich unter anderem durch Wasseraustritt an Hydranten in dem Bereich bemerkbar machte.

Ursache für die Überflutung, bei der schätzungsweise mehr als eine Millionen Liter Wasser in die Fritz-Reuter-Straße, mehrere Keller von anliegenden Häusern und auf einen Garagenhof geflossen waren, sei ein sogenannter Schalenbruch gewesen, so Giera. Dabei platzte ein verhältnismäßig großes Stück plötzlich aus dem Rohr. Ausgelöst vermutlich durch die über Jahre andauernde Bewegung im Erdreich. Dabei spiele nicht zuletzt Frost eine große Rolle, sagt Mike Giera. Der Straßenverkehr sei in diesem Fall hingegen als Ursache vermutlich auszuschließen, das Rohr lag in 1,20 Metern Tiefe.

Die betroffene Leitung sei Baujahr 1955 und bestehe aus sogenanntem Grauguss, erklärt Giera. Eigentlich ein langlebiges Material, das sonst 80 und mehr Jahre halte. „Grauguss hat aber die unangenehme Eigenschaft, dass, wenn etwas kaputt geht, direkt große Schäden entstehen.“ Deswegen tausche die EWR solche Leitungen bereits seit Jahren sukzessive aus.

In den besonders betroffenen Wohnhäusern Fritz-Reuter-Straße 6, 8, 10 und 13 waren die Keller teils bis knapp unter der Decke vollgelaufen. Bewohner berichten von erheblichen Schäden, unter anderem an Waschmaschinen und Wäschetrocknern. Zudem sollen mehrere Autos auf dem Garagenhof beschädigt worden sein, dort habe das Wasser bis zu 70 Zentimeter hoch gestanden, hieß es von der Feuerwehr.

Die Bäckerei-Filiale in der Fritz-Reuter-Straße konnte am Mittwochmorgen ihren Betrieb wieder aufnehmen, ist aber durch die Straßensperrung derzeit mit dem Auto nur über Umwege erreichbar. Die Zufahrt erfolgt nun von hinten über die Christhauser Straße und die Hentzenallee, die Einbahnstraßenregelung auf der Fritz-Reuter-Straße ist dafür vorübergehend aufgehoben worden.

Artikel vom 20.12.2022

Millionen Liter Wasser fluten Lennep

Trinkwasserleitung entlang der Ringstraße platzt: Wasserrohrbruch sorgt für Versorgungsstörungen mit Frischwasser.

Von Sven Schlickowey

Gegen 12 Uhr wurde damit begonnen, die Straße zu öffnen, um die Ursache zu finden und den Schaden beheben zu können.

Remscheid. Der Bruch einer Haupttransportleitung für Trinkwasser hat am Dienstagvormittag zu einer Überschwemmung im Bereich der Kreuzung Ring- und Fritz-Reuter-Straße in Lennep geführt. Nach ersten Erkenntnissen platzte kurz nach 9 Uhr eine unter dem Gehweg der Ringstraße verlaufende Leitung mit 300 Millimeter Durchmesser, der Druck des austretenden Wassers ließ die Fahrbahn der Fritz-Reuter-Straße zerbersten. Die Wassermassen liefen die Straße runter, in die Keller der benachbarten Häuser und auf einen Garagenhof.

Wie viel Wasser austrat, war zunächst unklar. Der Wasserbehälter Knusthöhe, aus dem diese Leitung gespeist wird, habe innerhalb kürzester Zeit rund eine Millionen Liter verloren, berichtete Mike Giera, Leiter des Geschäftsbereichs Netze bei der Stadtwerketochter EWR. Ein Rohr dieser Größe fasst auf 100 Meter Länge mehr als 7000 Liter. Mitarbeiter der EWR sperrten den Abschnitt an mehreren Stellen ab, das Rohr lief allerdings noch minutenlang leer.

Der Wasserdruck ließ die Fahrbahn im Kreuzungsbereich Ring-/Fritz-Reuter-Straße zerbersten, das Wasser lief in die Straße, die Keller der Häuser, auf die Terrasse der Bäckerei und den Garagenhof. Schätzungsweise traten mehr als eine Millionen Liter aus.

Die Feuerwehr war mit Kräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Wehren Lennep und Lüttringhausen im Einsatz. Die Feuerwehrleute mühte sich mit Sandsäcken, das Wasser in den Griff zu bekommen, zudem wurden Keller leergepumpt. Während der Arbeiten wurde eine Fahrbahn der Ringstraße gesperrt, die Polizei regelte den Verkehr, der zum Teil über die Christhauser Straße umgeleitet wurde.

Der Schaden beeinträchtige offenbar auch die Trinkwasserversorgung in dem Bereich, der Ausfall der Hauptleitung konnte nicht direkt durch andere Rohre kompensiert werden. Im direkten Umfeld seien einige Häuser komplett von der Versorgung abgeschnitten gewesen, im weiteren Umkreis sei das Wasser teils verfärbt gewesen, hieß es von den EWR.

Zu der Ursache konnte der Versorger zunächst keine Angaben machen. „Das kann alles mögliche sein“, erklärte Giera. Gegen 12 Uhr kam an der betreffenden Stelle ein kleiner Bagger an und öffnete die Fahrbahn. „Wir müssen erstmal wissen, was kaputt ist“, so Giera. Erst dann könne man abschätzen, wie lange die Reparatur dauert und die Fritz-Reuter-Straße gesperrt bleibt. Auszuschließen sei aber vorerst ein Fremdverschulden: „Da war ja keine Baustelle oder etwas in der Art in der Nähe.“

„Wir müssen erstmal wissen, was kaputt ist.“

Mike Giera (EWR)

Schäden an solchen Hauptleitungen seien relativ selten, betont Mike Giera. Etwas Vergleichbares habe es zuletzt vor einigen Jahren in der Sensburger Straße gegeben. Dort habe man schlussendlich einige Meter Rohrleitungen austauschen müssen: „Das dauert schon einige Tage.“

Der benachbarte Garagenhof stand wie die Keller der anliegenden Häuser unter Wasser, die Feuerwehr war im Einsatz.

Die benachbarte Bäckerei-Filiale blieb weitgehend verschont. „Wir hatten Glück im Unglück“, fasste es Evertzberg-Geschäftsführer Thomas Bischzur zusammen. Nur die Terrasse sei verschmutzt worden. Wenn irgend möglich, solle die Verkaufsstelle am Mittwoch wieder öffnen. Unklar sei aber noch, ob bis dahin die Wasserversorgung wieder hergestellt sei. Wenn nicht, beliefere man die Filiale mit Backwaren aus anderen Niederlassungen, so Bischzur: „Dann muss aber das Café geschlossen bleiben.“

Schäden

Zum Umfang der Schäden konnten am Dienstag noch keine Angaben gemacht werden. Die meisten Fremdschäden an Gebäuden und Fahrzeugen dürften aber zu einem Fall für den Versicherer der EWR werden. Mit dem stehe man bereits in Kontakt, so Mike Giera: „Geschädigte sollen sich vertrauensvoll an unsere Rechtsabteilung wenden.“

Standpunkt von Sven Schlickowey: Weitermachen

sven.schlickowey@rga.de

Viele Jahre tun sie unbemerkt und unterirdisch ihren Dienst, erst wenn mal so ein Rohr kaputt geht, werden wir daran erinnert, wie selbstverständlich eine funktionierende Infrastruktur für uns alle ist. Doch dann stehen nicht nur plötzlich Menschen ohne Toilettenspülung da, dann stehen auch Keller, Garagen und Autos unter Wasser. Und eine Bäckerei weiß nicht, ob sie am nächsten Tag wieder öffnen kann. Das zeigt uns einmal mehr, dass Leben immer auch Risiko beinhaltet.

Und dass wir die Arbeit der vielen, vielen Menschen, die unser Land und diese Gesellschaft nahezu unbemerkt am Laufen halten, deutlich mehr schätzen sollten. Und wenn dann doch mal etwas schief geht, so wie jetzt in Lennep? Dann wird es nicht besser, indem man sich beklagt. Sondern, indem man macht, was Remscheid immer gemacht hat: aufräumen, zusammenhalten, weitermachen.

Mehr Blaulicht-Meldungen aus dem Bergischen.

Rohrbruch an der Fritz-Reuter-Straße.

+++ Update 13.20 Uhr +++ In Folge des Wasserrohrbruchs kommt es zu Versorgungsstörungen mit Frischwasser im Bereich Lennep. Laut EWR fehlt teilweise der Wasserdruck auf der Leitung, außerdem ist das Wasser teils verfärbt. Man arbeitet an einer Lösung.

+++ Update 12.10 Uhr +++ Gegen 9.30 Uhr soll es zu dem Schaden gekommen sein. Der Grund ist noch unklar. Die Fahrbahn war durch den Druck des austretenden Wassers geborsten. Die Leitung ist jetzt abgesperrt und läuft derzeit leer. Der Bereich wird jetzt freigelegt. Die Feuerwehr pumpt derweil die Keller der benachbarten Häuser leer, auch ein Garagenhof steht unter Wasser.

Rohrbruch an der Fritz-Reuter-Straße.

+++ Erstmeldung +++ An der Kreuzung Ringstraße/Fritz-Reuter-Straße in Lennep sorgt aktuell der Bruch einer großen Wasserleitung für einen großen Wasserschaden und Überflutung auf Höhe der Bäckerei. Die Ringstraße ist halbseitig gesperrt. -wey, kaz-

Die Feuerwehr pumpt die Keller der benachbarten Häuser leer.
Der vom Wasserdruck beschädigte Bereich wird freigelegt.

Rubriklistenbild: © Sven Schlickowey

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