Ideen für Röntgen-Stadion, Jahn- und Kirmesplatz

Nach DOC-Aus: Städtebau-Wettbewerb für Lennep

Vor dem Übergang zur Altstadt sollte das DOC entstehen. Stattdessen startet ein Wettbewerb, wie die Flächen bebaut werden.
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Vor dem Übergang zur Altstadt sollte das DOC entstehen. Stattdessen startet ein Wettbewerb, wie die Flächen bebaut werden.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Eine Jury soll die Entwürfe für die ehemaligen Outlet-Flächen sichten und die Preisträger küren.

Remscheid. Seit Februar 2022 ist es amtlich: Es wird nach dem entscheidenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts kein Designer Outlet Center (DOC) in Lennep geben. Fast ein Jahr später steht fest, dass die Suche nach neuen Ideen für das Röntgen-Stadion, für Jahn- und Kirmesplatz längst nicht abgeschlossen ist. Denn: „Wir wollen einen städtebaulichen Wettbewerb für Architekten und Raumplaner starten“, kündigt Baudezernent Peter Heinze an.

Bevor es soweit ist, setzt erst einmal das Team des Fachbüros Stadtguut mit Sitz in Bochum seine Arbeit fort. Es ist unter anderem für die Bürgerbeteiligung zuständig. Zwei Lennep Konferenzen gab es schon, eine dritte soll im Februar folgen. Dann können Interessierte die Debatte über die neuen Quartiere vertiefen, wie die ehemaligen DOC-Flächen getauft wurden. „Es gab ja bislang ganz unterschiedliche Varianten – von ökologischer Bewässerung über einen Mix aus Wohnformen bis hin zu Freizeitaspekten“, nennt Heinze Beispiele aus der bisherigen Ideenbörse.

Grundlage sollen die Ideen der Lenneper sein

Die Mitarbeiter von Stadtguut sollen die Ergebnisse der Debatten zusammenfassen und eine Marschrichtung vorgeben. Und wenn dies erledigt ist, kann es losgehen – mit dem Wettbewerb, bei dem Architekten und Raumplaner Konzepte entwickeln. Die Frage, welche Entwürfe das Rennen machen, soll im Anschluss eine Jury beantworten, die sich nicht nur aus Experten und „Leuten aus der Wirtschaft“ zusammensetzen soll, wie es Baudezernent Peter Heinze formuliert. Neben diesen Fachpreisrichtern soll es auch Sachpreisrichter geben – also interessierte Bürgerinnen und Bürger, denen das Schicksal Lenneps besonders am Herzen liegt. Somit sei auch auf dieser Ebene für Beteiligung der Bewohner gesorgt.

Von diesem Konzept erfuhr Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins Lennep, im RGA-Gespräch. „Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Strategie ist, die zum Ziel führt“, erklärt er mit Blick auf den Wettbewerb. Einen solchen hatte sein Verein auch einmal für die Kölner Straße in Lennep gestartet – unter Beteiligung von Studierenden. Ideen und Konzepte verschwanden im Anschluss in der Schublade. Zudem hätte er sich Informationen über den zusätzlichen Planungsprozess bei der zweiten Lennep Konferenz im Oktober gewünscht. „Da fehlt mir auch vom Oberbürgermeister die Transparenz“, beklagt der Vorsitzende des Verkehrsvereins.

Die Zukunft der DOC-Flächen ist längst nicht das einzige Lennep-Thema, mit dem sich das Baudezernat derzeit beschäftigt: Auch die Umgestaltung der Kölner Straße steht auf der Agenda. „Dabei ist die mögliche Einbahnstraßenregelung ja nur eine Facette, die jetzt erst einmal näher untersucht wird. Danach wird sich herausstellen, ob man das will oder nicht“, sagt Heinze. Stadtplanerin Christina Kutschaty hatte kürzlich die Variante vorgestellt, auf einem Bereich von 100 Metern den Verkehr nur in eine Fahrtrichtung zu lenken. Damit verbunden sei Gestaltungsspielraum für die Planer – und nach der Umgestaltung mehr Ruhe auf der belebten Verkehrsader. „Aber wir haben ja auch noch viele andere Ideen, den Straßenraum neu aufzuteilen – zum Beispiel durch temporäres Grün“, merkt Peter Heinze an.

Auch bei Plänen für die Kölner Straße hilft ein Fachbüro

Auch bei der Suche nach neuen Perspektiven für die Kölner Straße soll ein externes Fachbüro helfen: Fischer Teamplan wurde engagiert, Verkehrsströme zu analysieren und Ideen für die ehemalige Einkaufsmeile zu entwickeln. Die politische Diskussion darüber wird 2023 Fahrt aufnehmen.

Fachbüros

Drei Planungsbüros befassen sich aktuell mit der Zukunft Lenneps. Neben Stadtguut und Fischer Teamplan auch urbano aus Düsseldorf. Inhaber David R. Froessler hat die Aufgabe übernommen, beim Kampf gegen Leerstände Geschäftsleute und Vermieter in Kontakt zu bringen.

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