Sanierung der Brücke Beckeraue könnte bald beginnen

Nach dem Hochwasser: Erste Lösungen für die Morsbachtaler in Sicht

Hier stand einst die Brücke Ulrichskotten. Ob sie neu gebaut wird, müssen die Städte Wuppertal und Remscheid gemeinsam entscheiden. Foto: Roland Keusch
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Hier stand einst die Brücke Ulrichskotten. Ob sie neu gebaut wird, müssen die Städte Wuppertal und Remscheid gemeinsam entscheiden.

Die Sanierung der Brücke Beckeraue könnte bald beginnen. Für den Neubau Ulrichskotten werden die Kosten ermittelt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Sollte die vom Hochwasser Mitte Juli weggespülte Brücke Ulrichskotten im Morsbachtal wieder aufgebaut werden, könnte dies noch über ein Jahr dauern. Das geht aus einer Antwort der Remscheider Stadtverwaltung auf eine Anfrage der CDU hervor.

Bisher gebe es weder eine Entscheidung gegen noch für einen Neubau, berichtete Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Und reagierte damit auf die angebliche Aussage des Wuppertaler Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig, wonach es statt einer neuen Brücke dort nur einen Wendehammer geben soll.

Stattdessen ermittle die Wuppertaler Verwaltung derzeit die Kosten für einen Neubau, erste Schätzungen gingen von rund 500.000 Euro aus. Liege ein genaues Ergebnis vor, müssten beide Städte entscheiden, wie es weitergeht, so Zirngiebl: „Ab dieser Entscheidung muss man dann etwa ein Jahr rechnen.“ Unter der Voraussetzung, dass man überhaupt ein Unternehmen findet, das den Auftrag ausführt. Die Zeit brauche man auch für die Planung der Brücke, die möglichst nicht beim nächsten Hochwasser wieder kaputt gehen soll: „Das ist nichts, was man übers Knie brechen kann.“

Die Brücke Ulrichskotten führte bis zum Hochwasser über den Morsbach, der an dieser Stelle die Grenze zwischen Wuppertal und Remscheid bildet, und gehörte beiden Städten je zur Hälfte. Laut einer Vereinbarung aus dem Jahr 1950 hat Wuppertal die Zuständigkeit für sie übernommen, Remscheid zahlt aber die Hälfte aller Kosten.

Zudem war die Brücke eine von nur zwei Möglichkeiten, die Straßen Beckeraue, Beckerhof und Morsbacher Berg auf Wuppertaler Seite zu erreichen. Die andere, die Brücke Beckeraue, war bei dem Hochwasser so stark beschädigt worden, dass sie seither nur noch mit maximal dreieinhalb Tonnen schweren Fahrzeugen befahren werden darf.

„Das ist nichts, was man übers Knie brechen kann.“

TBR-Chef Michael Zirngiebl über den Neubau der Brücke Ulrichskotten

Auch dafür gebe es vermutlich Lösungen, berichtete Zirngiebl: Eine Sanierung der Brücke Beckeraue sei bis Jahresende möglich, diese danach wieder voll belastbar. „Wenn man ein Unternehmen findet, was derzeit schwer zu bekommen ist“, schränkte der TBR-Chef allerdings ein.

Bis dahin gebe „Einzellösungen“. Der Wuppertaler Entsorger AWG habe zugesagt, den Müll dort mit kleinen Fahrzeugen abzufahren, so Zirngiebl. Außerdem bestehe Kontakt zu Flüssiggas-Lieferanten, die ebenfalls über entsprechende Fahrzeuge verfügten. Die vom Hochwasser weggespülten Gastanks wird das Remscheider THW wieder an ihren Platz stellen. Und für die Entsorgung der Gruben fahre vorläufig ein leeres Fahrzeug über die Brücke und bringe anschließend erst den Inhalt einer Grube weg, bevor die nächste angegangen werde.

Wie berichtete soll die Brücke Ulrichskotten zeitweise durch eine Behelfsbrücke des THW ersetzt werden, die wird aber wohl nur von Fußgänger und Radfahrern genutzt werden können. Die Brücken Gockelshammer im Süden und Breitenbuch im Norden sind laut des Berichts unbeschädigt geblieben. Die Brücke Prangerkotten wurde wegen einer Unterspülung des sogenannten Widerlagers komplett gesperrt. Die dahinter liegende Ortschaft sei aber auch von Wuppertal aus zu erreichen, so Zirngiebl. Damit führe die Sperrung derzeit nur zu Umwegen und schneide die Wuppertaler Seite von der Remscheider Bushaltestelle ab.

Remscheid habe Glück im Unglück gehabt, betonte Zirngiebl. „Ich stehe mit den Solinger Kollegen in Kontakt, die haben 20 beschädigte Brücken.“

Hintergrund

Die Straßen Beckeraue, Beckerhof und Morsbacher Berg gehören zwar zu Wuppertal, sind aber nur über Remscheid zu erreichen. Nach dem Hochwasser fühlten sich die Bewohner dort von der Stadt Wuppertal vergessen, jetzt gibt es eine Initiative, sich Remscheid anzuschließen.

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