Baumaßnahmen

Nach dem Frost werden in Remscheid die Straßen geflickt

Schadstellen – hier in der Königstraße – werden notdürftig geflickt: TBR-Kolonne mit Thomas Plücker, Horst Grod und Marco Cologna. Foto: Roland Keusch
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Schadstellen – hier in der Königstraße – werden notdürftig geflickt: TBR-Kolonne mit Thomas Plücker, Horst Grod und Marco Cologna.
  • Andreas Weber
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TBR-Kolonnen sind zurzeit permanent unterwegs – Schlaglöcher im Asphalt werden mit Wintermischgut gestopft.

Remscheid. Binnen einer Woche von minus zehn auf plus 20 Grad Celsius. Vom tiefsten Winter in einen vorzeitigen Frühling. Remscheids Asphalt zeigt in dieser abrupten Aufwärmphase sein hässliches Gesicht. Schlaglöcher en masse machen so manchen Asphalt zu einer Ruckelstrecke. „Für uns ist es eine der stressigsten Zeiten im Jahr. Jetzt ist Hochkonjunktur“, stellt Ralf Heinrichs, als TBR-Bereichsleiter für die Straßenunterhaltung zuständig, fest. Täglich tun sich neue Schäden auf, müssen Prioritäten gesetzt werden.

Zwar sind auch die vier Straßenbegeher der Technischen Betriebe unterwegs, gleichwohl sorgen motorisierte Flickkolonnen für schnelle, wenngleich notdürftige Reparaturen. Neun 7,5-Tonner mit je zwei bis drei Mann sind permanent unterwegs, fahren auf und ab, vornehmlich auf Hauptstraßen, um Erste Hilfe am Boden zu leisten. Aufgetragen wird momentan Wintermischgut anstelle von Heißmaterial. „Letzteres hält zwar deutlich besser, ist aber noch nicht verfügbar, weil das Asphaltmischwerk MWR an der Lempstraße am Falkenberg erst jetzt nach der Frostperiode anläuft“, meint Heinrichs.

„Wir versuchen, die Verkehrsgefahren zu minimieren.“

Ralf Heinrichs, TBR

Heißmaterial wäre zurzeit eh schwierig, weil zwar die Außentemperaturen geklettert sind, die Böden aber in den unteren Bereichen noch Zeit brauchen, um richtig aufzutauen. So behelfen sich die TBR-Mitarbeiter mit dem Kaltmischgut, das zwar nicht so gut haftet und ruckzuck bei starker Beanspruchung wieder rausgefahren wird, aber in jedem Fall Kosmetik auf den Straßendecken verspricht. „Wir versuchen, durch diese Kleinschädenbeseitigung die Verkehrsgefahren zu minimieren“, erläutert Ralf Heinrichs. 943 Straßen mit 420 laufenden Kilometern muss die TBR-Unterhaltung im Auge haben.

Regelmäßig werden diese von vier Straßenbegehern begutachtet, die grob aufgeteilt in Innenstadt, Lennep/Lüttringhausen, Südbezirk und Außenbereiche mit ihren Eingabegeräten protokollieren, wo was getan werden muss. Der Zeitraum, in dem sie jede Straße und Weg nach einem festen Plan sehen, liegt zwischen einer und zwölf Wochen. So werden Fußgängerzonen und Hauptverkehrsadern wöchentlich bestreift, während Wirtschaftswege nur alle zwölf Wochen an der Reihe sind.

Die Sanierung des Netzes hinkt weit hinterher. 47,1 Millionen Euro, so stand im Straßenschadensbericht 2019 der TBR zu lesen, müssten investiert werden, um schadhafte Stellen auszubessern. Der für 2020 liegt noch nicht vor. Die Summe muss wohl nach diesem Winter, der nicht vorüber sein muss, weiter nach oben korrigiert werden. Darüber hinaus ruiniert nicht nur bittere Kälte gerade vielbefahrene Asphaltdecken, auch im Sommer entstehen bei Hitze Schäden. Legten die TBR früher jährlich einen Frostschadensbericht vor, so haben sie diesem den neutraleren Namen Schadensbericht gegeben.

620 000 Euro stehen im Etat jährlich für die Straßenunterhaltung zur Verfügung, wobei dieses Budget Schlaglöcher bis zum Grünschnitt beinhaltet. Verständigt hat man sich bei den TBR darauf, einen Teil dieser Summe für die Gehwegunterhaltung im Zuge des Breitbandausbaus zu verwenden.

Ab Frühjahr werden an sechs Straßen die Decken saniert. Gerald Hein, TBR-Geschäftsbereichsleiter, nennt folgende Projekte, die aus Rückstellungen in Angriff genommen werden: Lindenallee (Barmer- bis Lüttringhauser Straße), Lüttringhauser Straße (in zwei Abschnitten: Garten- bis Ringstraße sowie Lindenallee bis Ortsdurchfahrt, Anschluss A1), Wermelskirchener Straße (Steinackerstraße bis Haus-Nr. 29), Bliedinghauser Straße (Burger- bis Einigkeitstraße) sowie in Gänze Höhenweg und Stephanstraße.

Straßen werden täglich kontrolliert

Täglich werden durch die vier Straßenbegeher die öffentlichen Straßen kontrolliert. Das Straßennetz erstreckt sich über 429 km. Die Stadt ist für die Gemeinde-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen innerhalb der „Ortsdurchfahrt“ im Stadtgebiet zuständig. Aufgrund der Wichtigkeit werden die Prüfungen in verschiedenen Zeitintervallen durchgeführt. Festgestellte Mängel oder Schäden werden der zuständigen Straßenmeisterei gemeldet. Remscheid verfügt über drei: Alt-Remscheid, Remscheid-Süd, Lennep / Lüttringhausen.

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