Mit Hygienekonzept

Remscheider Kino macht wieder auf

Cinestar-Chef Jörg Bender freut sich auf die Wiedereröffnung nach der coronabedingten Schließung. Für den Kinobesuch gelten strikte Regeln. So müssen immer drei Sitze freibleiben. Fotos: Roland Keusch
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Cinestar-Chef Jörg Bender freut sich auf die Wiedereröffnung nach der coronabedingten Schließung. Für den Kinobesuch gelten strikte Regeln. So müssen immer drei Sitze freibleiben. Fotos: Roland Keusch

Das Cinestar am Remscheider Hauptbahnhof öffnet am Donnerstag (25. Juni) wieder. Maximal 100 Zuschauer dürfen in einen Kinosaal.

Von Peter Klohs

Remscheid. Das Remscheider Kino Cinestar musste Mitte März wie alle Lichtspieltheater Deutschlands coronabedingt schließen. Über drei Monate konnte man in Remscheid kein Kino besuchen, vom kurzen Intermezzo des Autokinos am Stadtpark einmal abgesehen. Umso erfreuter ist Theaterleiter Jörg Bender zusammen mit seinen Mitarbeitern, dass es nun wieder losgeht. Das Cinestar öffnet am Donnerstag (25. Juni) um 16.30 Uhr zur ersten Vorstellung.

„Theoretisch hätten wir früher öffnen können“, berichtet Bender, „aber die Filmverleiher haben uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es gab keine neue Filmware. Unter dem Strich war das aber gut so. Es bringt ja nichts, vor einer Wiedereröffnung aus der Hüfte zu schießen. Lieber bedacht, aber dafür richtig.“

Die kinolose Zeit in Remscheid ist vorbei.

Gemeinsam mit dem Ordnungsamt haben die Verantwortlichen des Cinestar ein Hygienekonzept für das Kino entwickelt. Sobald die Gäste sich in den Räumen bewegen, gilt die Maskenpflicht, die auf dem Sitzplatz im Kino aufgehoben ist. Die Landesverordnung gibt an, dass sich maximal 100 Gäste in einem Kinosaal aufhalten dürfen.

„Wir haben eine Woche trainiert.“

Theaterleiter Jörg Bender über die Schulung der Mitarbeiter

Jörg Bender ist jedoch die 25-Prozent-Regel extrem wichtig. „Ein Viertel der vorhandenen Sitzplätze können wir belegen, von unseren offiziell 1094 Sitzplätzen also etwas mehr als 270. Die Besucher werden im Saal verteilt, und das sieht dann so aus wie ein Springerzug im Schachspiel. Das entsprechende Programm ist auf unseren Computern, so dass der Gast es nicht merkt.“

Das Cinestar verfügt über sechs Kinosäle, und alle werden in Betrieb sein, wenngleich zeitversetzt, so dass gewährleistet ist, dass sich möglichst wenige Besucher auf den Gängen treffen. Eine Online-Reservierung wird empfohlen, ist jedoch keine Pflicht. Ein spontaner Besuch soll möglich bleiben. Pflicht ist allerdings nach wie vor die Gästeregistrierung. Jeder Kinobesucher muss seinen Namen und die Adresse angeben. Vier Wochen werden diese Angaben aufbewahrt und dann vernichtet. Die Mitarbeiter des Cinestar wurden in einer Personalschulung auf die geltenden Corona-Regeln vorbereitet. „Wir haben eine Woche trainiert“, berichtet Bender, „aber eigentlich war das nicht nötig. Unsere Mitarbeiter waren immer auf dem Laufenden.“

Ein attraktives Filmangebot erwartet die Kinobesucher. „Da gibt es die Actionkomödie ‚Guns Akimbo’ mit Daniel Radcliffe (Harry Potter), den extrem spannenden Thriller ‚Der Unsichtbare’, zahlreiche Filme für junge Besucher wie einige der besten Anime-Filme und ‚Die Känguru-Chroniken’, der Überraschungserfolg nach den Büchern von Marc-Uwe Kling. Für Jung und Alt ist viel dabei.“

Besonders freut sich Bender auf den Disney-Film „Mulan“, der ursprünglich Ende März seine Premiere gehabt hätte, aber Corona wollte es anders. Nun wird der Film am 30. Juli starten. „Und das bleibt auch so“, ist Bender sicher. „Der Film ist bis jetzt nicht verschoben worden und wird es auch nicht mehr.“

Begegnungen in den Gängen sollen möglichst vermieden werden.

Der Theaterleiter weist auf ein Angebot hin. „Alle Inhaber von Bonuskarten erhalten für die nächste Zeit einen Sonderpreis.“ Dessen Höhe mag Jörg Bender noch nicht verraten. Das Cinestar ist gut gerüstet für die Wiedereröffnung. Mit dem Betrieb unter den Coronaregeln gibt es neue Anfangszeiten. Von Montags bis Donnerstag öffnen sich um 16.30 Uhr die Türen, von Freitag bis Sonntag bereits um 14.30 Uhr.

Cinestar

Eröffnung Der Einlass zur ersten Vorstellung ist heute um 16.30 Uhr. Das Hygienekonzept sieht eine Maskenpflicht bis zum Sitzplatz vor. Jeder Gast wird registriert.

Programm Neustart: „Guns Akimbo“, frei ab 16; „Blue Story – Gang of London“ (ab 16); „Weathering With You“ (ab 6); „Detektiv Conan 23: „Die Faust des blauen Saphirs“ (ab 12).

www.cinestar.de/kino-remscheid

Remscheider Kino braucht im August einen neuen Betreiber. Das Bundeskartellamt bleibt trotz Corona-Krise bei seiner Auflage: Cinestar und Cinemaxx müssen binnen sechs Monaten sechs Kinos verkaufen.

Während der kinolosen Zeit besuchten viele Remscheider das Autokino auf dem Schützenplatz. Zum Abschluss der Reihe spielte dort die Band Brings ein Konzert.

Standpunkt: Harte Zeiten fürs Kino

Von Manuel Böhnke

redaktion@rga-online.de

Es war ein Traumstart, den das Remscheider Kino im Dezember 2018 hingelegt hat. Nicht nur die Lokalprominenz war bei der Eröffnung des Cinestars am Hauptbahnhof vertreten, sondern auch der bekannte Schauspieler Florian David Fitz. Die Reaktionen der meisten Remscheider auf den 15 Millionen Euro teuren Neubau waren positiv, mit der Resonanz in den ersten acht Monaten am neuen Standort zeigte sich Leiter Jörg Bender im August vergangenen Jahres zufrieden. Das scheint ewig her zu sein. 

2020 ist für das Kino bislang wohl eher ein Jahr zum Vergessen. Zunächst wurde Anfang März bekannt, dass es einen neuen Eigentümer braucht. Das macht das Bundeskartellamt zur Bedingung für die geplante Übernahme von Cinestar durch den Konkurrenten Cinemaxx. Keine zwei Wochen später musste das Kino coronabedingt schließen. Nun – nach mehr als drei Monaten – geht es endlich wieder los. Mitten im Sommer – einer Zeit, in der es Kino-Betreiber traditionell schwer haben – und mit deutlich reduzierter Sitzplatzzahl. Doch es hilft nichts: Das Kino braucht jetzt vor allem eines – Besucher.

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