Hilfsbereitschaft war groß

Nach Brand: Familie hat wieder eine eigene Wohnung

Hier wird die Küche entstehen: Aida und Nehad Colovic vor den Komponenten, die noch eingebaut werden müssen.
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Hier wird die Küche entstehen: Aida und Nehad Colovic vor den Komponenten, die noch eingebaut werden müssen.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Welle der Hilfsbereitschaft: Ganz viele Spender wollen Aida und Nehad Colovic Neustart in Rath erleichtern.

Remscheid. Familie Colovic, die vor Weihnachten nach einem Dachstuhlbrand in der Hastener Straße obdachlos wurde, hat wieder ein Dach über dem Kopf. In Rath bezog das Ehepaar eine Mietwohnung. Einen Haken hat ihr Glück. Die Heizung läuft noch nicht. Strom kommt seit Donnerstag im 2. Stock des Mehrfamilienhauses an, Gas fehlt. Die EWR stellten am Freitag vor Ort fest, dass ein Sicherheitsventil und eine Pumpe kaputt sind. Der Vermieter muss dies nun ersetzen.

Aida und Nehad Colovic bleiben deshalb am Wochenende notgedrungen in ihrem Hotel in der Stockder Straße, in dem sie sich nach der Brandkatastrophe einquartieren mussten. „Meine Frau und ich würden auch in einer kalten Wohnung schlafen, aber für unser einen Monat altes Baby wäre das nicht gut, zumal Maida in den letzten Tagen stark erkältet war“, sagt der Familienvater. Andererseits reißt jede weitere Nacht im Hotel Löcher auf dem ohnehin leeren Konto. 140 Euro inklusive Frühstück kostet dort die Übernachtung. Finanziell ist es extrem eng. Umso dankbarer war das serbische Paar für die überwältigende Anteilnahme, die ihnen von den Remscheidern nach der Zeitungsberichterstattung am Silvestertag entgegenschlug.

34 Hilfsangebote gingen per Mail beim RGA ein und wurden direkt weitergeleitet. Kleidung für die drei Kinder, aber auch die Erwachsenen wurde angeboten, Schränke, Tische, Couch, Betten, Küche bis zu Fernseher und Staubsauger. Und viele halfen mit Geldbeträgen – von 50 bis 600 Euro. Aida und Nehad macht diese Welle der Hilfsbereitschaft sprachlos: „Es gibt so unfassbar viele liebe Menschen. Alle helfen uns, obwohl das Leben für sie selbst in den letzten Monaten so teuer geworden ist.“

Jetzt muss die Wohnung nur noch warm werden

Nicht jedes freundliche Angebot haben die Brandopfer bislang abarbeiten können angesichts der zahlreichen Dinge, die auf sie eingestürzt sind in den vergangenen zwei Wochen, nicht alles werden sie nehmen können. Denn das meiste brauchen sie nur einmal.

Noch sind die 74 Quadratmeter eine Baustelle. „Aber es ist schön zu sehen, dass es langsam vorangeht“, erklären sie zufrieden. Ansatzweise ist zu erkennen, dass hier eine neue Heimat nach den traumatischen Erlebnissen entstehen wird. Von den ersten Spenden, die sie erhalten haben, wurden günstig Kinder- und Babybett gekauft, Lampen und im Baumarkt eine Küche, die zusammengebaut und angeschlossen werden muss. Nehad Colovic ist zwar Bauhandwerker, aber beim Thema Elektrizität ist er vorsichtig und möchte auch beim Einbauen der Küchenkomponenten nichts falsch machen, hofft, dass sich jemand findet, der ihm zur Hand geht.

Im Wohnzimmer steht eine gebrauchte Couchgarnitur. Platz nehmen kann die Familie Colovic schon. Am Wochenende werden die beiden Ältesten Seid (7) und Lejla (6) von Aidas Eltern, die in Rotterdam wohnen, zurückkehren. Ihre Hastener Grundschule hat auch fleißig gespendet. Viel Kinderspielzeug, Bücher und Malmaterialien warten auf die Erstklässler. Kein Tag vergeht in Rotterdam, an dem die Kinder nicht über den Verlust ihrer Wohnung in Hasten sprechen. Aber es gibt auch Vorfreude auf die neue Umgebung in Nachbarschaft der Tennisanlage des Haddenbacher Turnvereins. „Meine Kinder lieben den Wald“, strahlt Nehad Colovic. Jetzt muss nur noch die Wohnung warm werden.

Nachts auf der Straße gestanden

In der Nacht zum 22. Dezember brannte die fünfköpfige Familie Colovic in der Hastener Straße 72 aus. Der Spitzboden über ihnen und drei weitere Wohnungen waren in Flammen aufgegangen. Nur mit ihren Ausweisen, noch im Pyjama, hastig angezogenen Jacken, Mützen und Schuhen standen die Colovic nachts gegen 3 Uhr hilflos auf der Straße. Ihre erste Anlaufstelle war ein Hotel in der Stockder Straße.

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