Vor Gericht

Mutmaßlicher Sexualstraftäter als gefährlich eingestuft

Landgericht Wuppertal
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Landgericht Wuppertal

In einem Fall um einen gewalttätigen, sexuellen Übergriff auf eine Prostituierte galt der Angeklagte aus Remscheid den Behörden schon vor der erneuten Festnahme im Sommer 2020 als hoch gefährlich.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Der 54 Jahre alte Mann ist vorbestraft wegen Vergewaltigung und befand sich bereits einmal in Sicherungsverwahrung. Ein Sozialarbeiter der Justiz ordnete ihn in die höchste Gefährdungsstufe ein und notierte nach einem Betreuungstermin: Der Angeklagte sei rückfallgefährdet, sobald sein Umfeld nicht mehr stimme.

Das war ein Tag vor der mutmaßlichen Tat in der leerstehenden Unternehmer-Villa von Mannesmann in Bliedinghausen. Eine Handhabe, einzuschreiten, bestand vor dem Geschehen nicht. Der Sozialarbeiter berichtete am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht Wuppertal: „Das war so ein Bauchgefühl, deshalb habe ich das aufgeschrieben.“

Remscheid: Unter Beobachtung von Justiz und Polizei

Im Prozess geht es um ein Geschehen rund um einen sexuellen Termin zwischen der Prostituierten und ihm. Laut Aussage der Frau empfing er sie vor dem Villen-Grundstück und führte sie durch eine Lücke im Bauzaun hinein und bis ins Gebäude. Der Angeklagte habe bezahlt, sie dann aber unvermittelt angegriffen. Er habe sie geschlagen und durch das Haus gezerrt. In einem Badezimmer habe er Stricke vorbereitet gehabt und sie damit gefesselt, bis sie um ihr Leben fürchtete. Er habe mit Vergewaltigung gedroht und erst von ihr abgelassen, als sie von ihren Kindern sprach, für die sie sorgen müsse. Sie habe gehen dürfen, nachdem er ihr das Geld wieder abgenommen habe.

Die Frau rief eine Angehörige an, die verständigte die Polizei. Die Beamten fanden den Mann schnell unter seiner Adresse. Er soll den Termin unter seiner eigenen Handy-Nummer gebucht haben.

Bereits ein erster Abgleich mit Datenbanken ergab: Er stand als gefährlicher Sexualstraftäter unter gemeinsamer Beobachtung des Polizeipräsidiums, der Justizbehörden und des Landeskriminalamts. Die überfallene Frau hatte Verletzungen erlitten und laut eigener Aussage seither unter Angstzuständen zu leiden.

Der Angeklagte bestätigt die Gewalt, bestreitet aber den Hintergrund. Er habe sich gleich eingangs umentschieden gehabt, die Frau wegschicken wollen. Darauf hätten sie um die Bezahlung gestritten.

Mitarbeiter einer Haftanstalt sagten aus, ihre Behörde sei gegen eine Entlassung des Mannes gewesen. Während eines probeweisen Ausgangs mit elektronischer Fußfessel habe er sich bei einer Internet-Partnerbörse angemeldet und Pornovideos gekauft. Das sei aufgefallen, nachdem ein Unternehmen die Rechnung eintreiben wollte.

Das Landgericht will nach Ostern weiter verhandeln.

 In einem Prozess um jahrelangen, sexuellen Missbrauch zweier minderjähriger Schwestern in Remscheid hat der angeklagte Vater (39) die Taten gestanden. 

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