Abendfüllendes Programm

Musikfestival Viertelklang begeisterte in Lennep

Bläserklang trifft auf Zupfmusik: In der Welle spielten Jazz-Online, in der Evangelischen Stadtkirche die Sixty1Strings. Der Viertelklang hatte wieder viel zu bieten. Fotos: Roland Keusch
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Bläserklang trifft auf Zupfmusik: In der Welle spielten Jazz-Online, in der Evangelischen Stadtkirche die Sixty1Strings. Der Viertelklang hatte wieder viel zu bieten.

Sechs Orte wurden zur Kulturbühne.

Von Peter Klohs

Remscheid. Das Musikfestival Viertelklang sorgt seit Jahren für einen spannenden und interessanten musikalischen Abend in der Stadt. Am Freitag waren in sechs verschiedenen Veranstaltungsräumlichkeiten zahlreiche Musikerinnen und Musiker zu Gast, die in unterschiedlichsten Genres zu Hause sind und Lennep derart zum musikalischen Cross-Over-Herz im Bergischen machten.

Durch fünf verschiedene Anfangszeiten bekamen die Besucher Gelegenheit, möglichst viel Musik an diversen Orten aufzusaugen. Bereits zum achten Mal machte das Viertelklang-Festival in Remscheid Station.

Der kulturelle Gang durch den Stadtteil konnte beispielsweise am Röntgenmuseum beginnen, wo um 19 Uhr die Solinger Autorin Lilian Muscutt aus ihrem Roman „Flussrauschen“ las, vorzüglich unterstützt durch das Roan River Projekt, Robin Graff und Andreas Merten, die nicht nur Gitarre spielen können, sondern auch die eine und andere durchaus gewichtige Sprechrolle zu bewältigen haben. Ein Live-Hörspiel ist das Ergebnis, und die etwas mehr als zehn Zuhörenden lauschten konzentriert.

Im Rotationstheater gab es Gitarrenmusik

Ein kurzer Gang zur „Welle“, wo zeitgleich das junge a-capella-Quartett Baff fünfzig begeisterte Besucher mit ihrem anspruchsvollem Pop begeisterte und wo die charmante Stimmung von Aufbruch und Freude in der Luft lag. Michael Schiffer, Geschäftsführer in der Welle, äußerte sich enthusiastisch. „Sie glauben gar nicht, wie sich das anfühlt: Endlich mal wieder etwas machen zu können.“ Außerdem gefielen ihm die Gesangskünste von Baff außerordentlich. Das sahen die Besucherin Anne und Brigitte ähnlich. „Tolle Musiker“, waren sich die jungen Frauen einig, „und viel zu wenig bekannt.“ Schade fanden sie nur die mit einer halben Stunde arg begrenzte Auftrittszeit.

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Aber Baff sollten noch einmal die Gelegenheit eines kurzen Konzertes bekommen, um 22.30 Uhr im Rotationstheater. Genau dort, wo gut zwei Stunden zuvor das Gitarrenduo Sascha Blejwas und Markus Conrad mit einer Mischung aus Flamenco, anderer Weltmusik und Jazz das volle Haus zu Begeisterungsstürmen hinriss. Die beiden Gitarrenlehrer spielten eigene Kompositionen. Das Theater war durch elektrisches Kerzenlicht würdig beleuchtet und sorgte so für die Basis eines anspruchsvollen und musikalisch hochwertigen Abends. Johannes Schmidt vom Rotations-Café zeigte sich hoch erfreut über Musik und Gästeanzahl.

In der Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule konnten Klassikliebhaber dem Streichtrio von Uta Niessner lauschen, das Mozart, Klein und Beethoven intonierte. Später gab es noch Pop und um 21.30 Uhr beinharten Jazz des Trios Turn.

In der Stadtkirche gab sich am frühen Abend das Trio Fiesta Poets die Ehre. Südamerikanisch angehauchte Musik voller Swing und Emotionen stand auf dem halbstündigen Programm, das gut 30 Gäste interessierte. Die Musik sprang über. Auch auf Martin Fellke, der wegen Schlagzeuger Peter Funda gekommen war. „Aber das ganze Trio ist Klasse“, urteilte der Hobby-Musiker.

In der Klosterkirche gab Justin Michael Klever Klaviermusik zwischen Abba und Falco zum Besten, während in der Welle unterdessen Jazz-Online die Stimmung anheizte. Und der kulturelle Gang durch Lennep mochte dort enden, wo er drei Stunden zuvor begann: Im Röntgenmuseum. Dort war das Roan River Projekt noch immer aktiv, diesmal als Begleiter des Autors Hagen Thiele, der die düstere und blutreiche Stimmung seines Romans „Bluttinte“ eindrücklich an die 30 Zuhörenden weitergab.

Festival

Die musikalische Vielfalt des Viertelklang-Festivals wurde in Lennep gut aufgenommen. Hier und da gab es noch eine gewisse Vorsicht der Musikinteressierten. Vor allem Jüngere und Junggebliebene kamen zu den Veranstaltungen, die von barocker Musik bis Jazz reichten.

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