RGA-Serie: Unser Leben mit Hund

Mit Hund zur Arbeit: Murphy und Chico sind Kollegen auf vier Pfoten

„Ihren Mantel, bitte!“: Murphy bedient die Garderobe im Teo Otto Theater. Wenn Besuch im Haus ist, darf er natürlich nicht im Foyer rumwuseln. Dann ist er bei seinem Herrchen Lutz Heinrichs im Büro. Fotos: Roland Keusch
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„Ihren Mantel, bitte!“: Murphy bedient die Garderobe im Teo Otto Theater. Wenn Besuch im Haus ist, darf er natürlich nicht im Foyer rumwuseln. Dann ist er bei seinem Herrchen Lutz Heinrichs im Büro.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Hunde am Arbeitsplatz wirken positiv - und in Corona-Zeiten hat „Kollege Vierbeiner“ nochmal eine ganz neue Bedeutung für viele Arbeitnehmer bekommen. In Remscheid gibt´s nicht nur Bürohunde. Der RGA traf Murphy und Chico an ihren ziemlich ungewöhnlichen „Arbeitsplätzen“.

Remscheid. Hunde sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – und begleiten ihre Herrchen und Frauen dabei auch oftmals zur Arbeitsstelle. Wenn es denn gestattet ist. Zwei dieser Mitarbeiter auf vier Pfoten hat der RGA diese Woche an ihrem „Arbeitsplatz“ getroffen: Murphy, den Theaterhund, und Chico, den Kirchenhund. Murphy (6) streckt sich auf dem Teppichboden zur klassischen Musik der Bergischen Symphoniker. Die proben nämlich gerade im Saal.

Über den Lautsprecher im Geschäftsführer-Büro ertönt leise die Haydn-Symphonie. Dabei kann der Australian Shepherd von Theater-Chef Lutz Heinrichs offenbar bestens entspannen. Sogar seinen weichen Bauch reckt Murphy in die Höhe – eine Einladung zum Knuddeln. Als der stellvertretende technische Leiter Klaus Wasow anklopft, antwortet der Theaterhund auf seiner Sprache mit einem „Herein!“, merkt dann, dass es ein „Kollege“ ist und geht erst mal trinken. Die Stufen zum Büro in der dritten Etage sind für Murphy dabei nur eine Aufwärmübung – schließlich ist der Australien Shepherd ein Hüte- und Treibhund, der stundenlang laufen kann. Wenn man ihn lässt.

Australian Shepherd Murphy muss gefordert werden - er darf sein Futter in den Theatergängen suchen

Familie Heinrichs bekam den tierischen Nachwuchs im Alter von drei Monaten von einem Züchter in der Eifel. Zuvor hatten die Heinrichs schon einmal einen Australian Shepherd, Lucky. Es sollte auf jeden Fall wieder ein „Aussie“ sein, auch wenn diese Rasse arbeiten muss. „Körperlich ist Murphy nie müde zu kriegen. Im Büro ist er allerdings sehr genügsam. Aber er muss geistig gefordert werden“, erklärt Lutz Heinrichs. Daher darf der Vierbeiner, wenn niemand im Haus ist, in den verzweigten Gängen des Theaters auf Schnüffeltour gehen. Lutz Heinrichs versteckt dabei einen Futterbeutel hinter Türen oder auf Heizungen und Murphy darf dann seine Spürnase einsetzen. Finden tut er seine Beute übrigens immer. Dabei nützen ihm auch seine Erfahrungen vom Mantrailing. „Danach ist er ziemlich fertig.“

Chico hat es sich an seiner „Arbeitsstätte“ gemütlich gemacht: Ihn juckt es nicht die Bohne, wenn sein Herrchen Peter Bonzelet die Orgel erklingen lässt.

Der tierische Begleiter auf vier Pfoten darf sein Herrchen nur zum Arbeitsplatz im Teo Otto Theater begleiten, weil Lutz Heinrichs ein Einzelbüro hat. „Bislang hat sich noch niemand beschwert.“ Dem hübschen Hund fliegen dabei oft alle Herzen zu. „Wir hatten mal ein 40-köpfiges Tanzensemble aus Amerika im Haus. Die Frauen haben ihn fast umgebracht vor Freude im Foyer, als sie ihn sahen. Ich musste erst mal Taschenkontrolle machen“, erzählt Heinrichs.

Vorne und hinten ist er Appenzeller, dazwischen weiß man nicht so genau.

Peter Bonzelet über Chico

Meist begleitet Murphy seinen Chef täglich ins Theater. „Jeden Morgen biegt er in die zweite Etage ab zu Frau Meyer. Die hat immer ein Leckerchen“, erzählt der Theater-Geschäftsführer. Wenn Besprechungen im Büro stattfinden, liegt Murphy zu Füßen. „Dann herrscht direkt bessere Stimmung“, hat sein Herrchen festgestellt. Mittags wird der Theater-Mitarbeiter mit den weichen Öhrchen dann von seinem Frauchen abgeholt – und es geht ab in den Wald. Hier kann er Gas geben.

In seinen Urlaubszeiten fährt der Theaterhund übrigens gerne auf dem Stand-up-Paddling-Board mit, läuft neben dem Fahrrad her oder verreist mit dem Wohnmobil. „Und er liebt Wasser heiß und innig“, sagt Lutz Heinrichs. Dabei hat Murphy ein Motto: Je dreckiger, desto besser.

Das wäre gar nichts für Chico. Der sechsjährige Mischlingsrüde von Kantor Peter Bonzelet läuft um jede Pfütze in Lüttringhausen herum und bellt die Nordsee auf Borkum lieber an, anstatt darin baden zu gehen. Chico stammt aus dem Tierheim Remscheid, genauso wie sein Vorgänger Shy. Den Collie-Sheltie-Mix trägt Peter Bonzelet sogar als Tattoo auf dem Oberarm. „Er war ein richtiger Schatz.“ Zwei Jahre später wollte Familie Bonzelet „nur mal im Tierheim gucken“. Wie das ausging, sieht man auf dem Bild unten. Chico wuchs so mit Bonzelets Tochter Johanna (8) auf – und liebt daher Kinder. So ziemlich jeder in der Gemeinde kennt den vierbeinigen Klerikalen. Und der sieht die Kirche und die Wiese davor als sein Wohnzimmer an. Die Nachbarn und er grüßen sich freundlich. Einer wackelt dabei fröhlich mit dem Schwanz.

Ob Gottesdienst, Dienstbesprechung, Chorprobe oder Konzert – Chico ist dabei

Welche Rassen stecken denn in Chico? „Vorne und hinten ist es auf jeden Fall Appenzeller, dazwischen weiß man nicht so genau“, sagt der Kantor der katholischen Kirchengemeinde St. Bonaventura/Heilig Kreuz. Vielleicht Hütehund. Ob Gottesdienst, Dienstbesprechung, Chorprobe oder Konzert – Chico ist dabei. „Das ist für ihn das Wichtigste.“ Selbst wenn Peter Bonzelet an seinem Arbeitsplatz sitzt, der Orgel in der Kirche Heilig Kreuz, liegt Chico mit treuen Augen daneben und zuckt noch nicht mal mit dem Öhrchen, wenn die Pfeifen ertönen. Und er bellt auch nie. „Manchmal tappt er aber auf die Orgel“, erzählt Bonzelet lachend. Chico ist einfach ein lieber Begleiter. Und offenbar auch musikalisch veranlagt.

Oft sorgt der Kirchenhund für leuchtende Augen. Denn in der katholischen Kita St. Martin steht regelmäßig gemeinsames Singen auf dem Programm. Und Chico ist dann mittendrin. „Wenn 30 Kinder auf ihn zustürmen und ihn kraulen, findet er das ganz toll“, erzählt sein Herrchen. Für den Kirchenhund ist das dann ein perfekter Arbeitstag.

Die Serie

In den kommenden Wochen berichtet der RGA in der Serie „Leben mit Hund in Remscheid“ in loser Folge über Hundethemen aus Remscheid.

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