Touristisches Highlight

Müngstener Brücke: „Brückensteig“ führt auf 100 Meter Höhe

Die schmale Treppe mit 777 Stufen, die den großen Bogen der Müngstener Brücke hinaufführt, bietet den Besuchern ein abenteuerliches Erlebnis. Fotos: Christian Beier/Roland Keusch
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Die schmale Treppe mit 777 Stufen, die den großen Bogen der Müngstener Brücke hinaufführt, bietet den Besuchern ein abenteuerliches Erlebnis.

Wuppertaler Unternehmen schafft in Müngsten eine neue Touristenattraktion.

Von Andreas Tews

Die Müngstener Brücke spielt touristisch und verkehrstechnisch eine wichtige Rolle im bergischen Städtedreieck. 

Remscheid. Eine schmale Treppe, die ursprünglich für Wartungsarbeiten an der Müngstener Brücke gedacht war, soll jetzt zu einer neuen Touristenattraktion werden. Ab August können geführte Gruppen die Brücke über den großen Bogen des Stahlbauwerks bis in 100 Meter Höhe besteigen und dort die Aussicht genießen.

Etwas Vergleichbares habe er bei seinen Recherchen nur in Australien gefunden, sagte Søren Walla, einer der Initiatoren von der Wuppertaler Firma Deepwood. Die Pläne für den „Brückensteig“ stellten Vertreter von Deepwood, der Deutschen Bahn (DB) und der drei beteiligten Städte bei einem Internet-Livestream vor.

Die Müngstener Brücke und der sie umgebende Park ziehen bereits jetzt mehrere Hunderttausend Besucher pro Jahr an. Diese Zahl dürfte durch den „Brückensteig“ noch steigen. Parallel zu diesem Projekt laufen auch die Bemühungen des Vereins „Brückenschlag“ um einen Rad- und Fußweg direkt unter den Gleisen der Müngstener Brücke weiter.

„Wir brauchten kindlichen Optimismus für dieses Projekt.“

Søren Walla, Initiator

Auf die Idee für den „Brückensteig“ sei er vor zehn Jahren bei kleinen Kletterevents unter der Brücke gekommen, schilderte Walla gestern im Gespräch mit Moderatorin Csilla Letay. Die Kernkompetenz seiner Firma liegt in Veranstaltungen für Unternehmen im Bereich der Team- und Organisationsentwicklung. Mit dem „Brückensteig“ betreten die Wuppertaler geschäftliches Neuland. Walla: „Wir brauchten kindlichen Optimismus für dieses Projekt.“

Die Müngstener Brücke wird Europas erster Brücken-Klettersteig

Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern.
Ab August kann man auf der Brücke bis zu einer Aussichtsplattform klettern. © Christian Beier

Speziell geschulte Führer („Guides“) werden ab dem 1. August Gruppen mit bis zu zwölf Personen (ab sechs Jahren) über die 777 Stufen bis kurz unter die Eisenbahn-Gleise der 107 Meter hohen Brücke führen. Eine Tour wird laut Gottfried Engendahl von Deepwood rund zweieinhalb Stunden dauern. Oben sei Zeit, die Aussicht zu genießen.

Die Teilnehmer sollen Helme tragen und werden über ein Seil gesichert, das innen an der Stahlkonstruktion der Brücke befestigt sei. Auch ansonsten gelten laut Engendahl strenge Sicherheitsbestimmungen, die mit der DB als Brückeneigentümerin vertraglich festgelegt seien. So werde gewährleistet, dass keine Gegenstände von der Brücke fallen. Zudem sei sicherzustellen, dass die Besucher nicht auf die Gleise der Brücke gelangen. Der Zugang zum Steig wird verschlossen, damit keine Unbefugten ihn betreten. Zudem werde die Treppe durch Radartechnik gesichert.

Der Aufwand, das neue Angebot zu schaffen sei vergleichsweise gering gewesen. Der „Brückensteig“ sei nichts anderes als ein alter Inspektionsgang, der jetzt im Zuge der Sanierung der Brücke gesichert worden sei, erklärte Ludger Staymann, Leiter Betrieb bei der DB-Netz-Region West.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach lobte, die neue Attraktion beruhe auf einem „klassisch bergischen“ Vorgehen. Eine gute Idee, sei mit viel Optimismus und großen Beharrungsvermögen umgesetzt worden. Der „Brückensteig zeige, dass die Städte kooperieren müssen, wenn sie den Tourismus in der Region beleben wollen. Auch Wuppertals OB Professor Uwe Schneidewind hält es für wichtig, dass die Menschen das Städtedreieck mit positiven Erlebnissen verbinden. In einem eingespielten Video zeigte sich Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz bei einer Besteigung des Brückenbogens begeistert: „Das macht Laune, das ist ein Abenteuer.“

Die Müngstener Brücke und der sie umgebende Park ziehen bereits jetzt mehrere Hunderttausend Besucher pro Jahr an. 

Remscheids Baudezernent Peter Heinze verwies nicht nur auf die positive Außenwirkung für die Städte. Dadurch, dass Menschen der Region das Bauwerk näher erleben, entstehe auch eine stärkere Identifikation mit der Brücke. Dies könne den Prozess für den angestrebten Welterbe-Staus befeuern. Und dieser Status, das betonten alle Beteiligten, werde durch den „Brückensteig“ nicht gefährdet.

Preise, Fotos und Videos

Termine: Die „Brückensteig“-Touren werden an den Wochenenden und an ein bis zwei Werktagen angeboten.

Buchung: Gutscheine können ab sofort für 55 Euro im Internet bestellt werden: www.brueckensteig.de

Preise: Der reguläre Preis beträgt 79, ermäßigt 69 Euro.

Standpunkt: Großes Potenzial

Von Andreas Tews

Andreas Tews

Der neue „Brückensteig“ an der Müngstener Brücke ist mehr als nur eine gute Geschäftsidee zweier Wuppertaler Unternehmer. Er hat das Potenzial für eine Besucherattraktion, deren Reichweite weit über das Bergische Land hinausgehen kann. Davon können die Anrainerstädte Solingen, Remscheid und Wuppertal nur profitieren. Es sind solche Angebote, mit denen die Region im Wettbewerb um Touristen, die länger als nur ein paar Stunden bleiben wollen, punkten kann. Es sind viele Bausteine, die dabei zählen, und dabei müssen die drei Städte zusammenarbeiten. Denn es ist das Zusammenspiel von Attraktionen – wie der Müngstener Brücke, dem in einigen Jahren frisch sanierten Schloss Burg, dem Deutschen Röntgenmuseum in Remscheid-Lennep, der Schwebebahn, der Talsperren und der waldreichen Natur –, das Gäste von außerhalb anlocken kann. Geplante Pauschalangebote wie Übernachtungen in Kombination mit einem Besuch des „Brückensteigs“ gehen in die richtige Richtung. Diese gilt es jetzt weiterzuentwickeln und gemeinsam und vor allem attraktiv zu vermarkten.

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