Entsorgung von illegalen Abfällen

Müllferkel: Technische Betriebe bitten um Zeugenhinweise

Tatort Lenneper Straße: Laut dem TBR-Chef handelt es sich hierbei um einen Problemstandort. So auch in der Mebusmühle.
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Tatort Lenneper Straße: Laut dem TBR-Chef handelt es sich hierbei um einen Problemstandort. So auch in der Mebusmühle.
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Die Container im Südbezirk quellen über. Hinweisschilder werden geplant.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Als Barbara Kempf über die Lenneper Straße fuhr, traute sie ihren Augen kaum: Ein Mann zerkleinerte Holzkisten und warf sie in den Papiercontainer. „Ich bin dann umgefahren und habe ihn angesprochen“, erzählt die Remscheiderin, die auch für die Grünen in der Bezirksvertretung Süd sitzt. Es gehört wohl etwas Überwindung und Mut dazu, jemand Fremden auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Aber der Umweltschutz ist Barbara Kempf wichtig. Um für Verständnis zu werben, wählte sie die freundliche, direkte Ansprache. „Der Mann kam von einem nahe gelegenen Geschäft. Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass man kein Holz in den Papiercontainer werfen darf, weil dies den Prozess stört. Er hat mir versprochen, seinem Chef Bescheid zu sagen und nichts mehr dort zu entsorgen.“ Ob er Wort hielt, bleibt fraglich.

Besonders die Lenneper Straße und die Mebusmühle sind laut dem Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), Michael Zirngiebl, Problemstandorte. Daher wurde der Umweltfrevel auch Thema am Mittwoch in der Bezirksvertretung Süd. Das Problem: Die TBR kommen überhaupt nicht mehr hinterher. Die Container quellen über, Bürgerinnen und Bürger entsorgen wild alles, was weg muss. Egal, ob es dort hineingehört oder nicht. „Es ist ein Riesenproblem. Wir fahren schon extra mit dem Sperrmüllwagen“, sagt Zirngiebl.

Was also tun? Mit diesen Schritten wollen die Technischen Betriebe Müllferkeln den Kampf ansagen:

Aufkleber: Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) hat eine Idee: Aufkleber an die Container in mehreren Sprachen anbringen und darauf hinweisen, dass achtlos hingeworfener Müll kein Kavaliersdelikt ist. „Vielleicht schreckt das den einen oder anderen ab“, meint Grote. Die TBR prüfen diesen Vorschlag aktuell. Denn Kameraüberwachung scheidet aus - nicht erlaubt. „Hier ist das Gericht klar aufseiten der Schmutzfinken“, bedauert Michael Zirngiebl.

Zeugenhinweise: Der TBR-Chef appelliert: Wer einen Umweltsünder in flagranti erwischt, solle diesen bitte sofort bei den TBR melden: Tel. 16 28 40, und später auch in einem möglichen Gerichtsverfahren als Zeuge auftreten. Am besten dazu das Auto-Kennzeichen notieren. Denn die TBR brauchen eine Handhabe. Im Müll gefundene Adressen zählen vor Gericht nicht. Auch der Einsatz von Detektiven war nicht von Erfolg gekrönt. „Die Schmutzfinken sind cleverer.“

Perspektive: „Vielleicht wäre es eine künftige Lösung, die Papiercontainer aufzugeben, wie es andere Städte auch getan haben“, schlägt Zirngiebl vor. Politisch sei das aber bislang nie gewollt gewesen.

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