Lüttringhausen

Streuobstwiese: Müll und Zerstörung verderben den Spaß

Der Zaun ist zerstört, die Plakate wurden heruntergerissen: Niclas, Bosse, Felix, Paul (v. l.)und ihre Mitschüler von der Leibniz-for-future-AG sind sauer. Foto: Roland Keusch
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Der Zaun ist zerstört, die Plakate wurden heruntergerissen: Niclas, Bosse, Felix, Paul (v. l.)und ihre Mitschüler von der Leibniz-for-future-AG sind sauer.

Weil die Streuobstwiese des Leibniz-Gymnasiums immer wieder verdreckt wird, kann die Schule sie kaum nutzen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Es ist ein Fleckchen Erde, das das Zeug dazu hätte, ein echtes Highlight fürs Leibniz-Gymnasium zu sein. Quasi auf halbem Weg zwischen der Schule und der Sporthalle an der Klausener Straße liegt eine Streuobstwiese, die von verschiedenen Arbeitsgemeinschaften des Gymnasiums genutzt wird. Oder besser: genutzt werden könnte. Wenn sie nicht immer wieder Ziel von Chaoten würde.

„Immer, wenn wir dahin gehen, müssen wir den Zaun reparieren oder Müll wegräumen“, berichtet Paul. Der Zehnjährige gehört zur Leibniz-for-future-AG und würde auf der Wiese eigentlich gern Tiere beobachten oder das Obst von den Bäumen und Sträuchern ernten. Aber selbst, wenn die Fläche gerade vom Dreck befreit sei, „geht man nach einer Stunde da lang und es ist alles wieder zugemüllt“. Ein Problem, das auch Verena Leberling und Uta Öhl sauer aufstößt. Die beiden Lehrerinnen betreuen die vor rund drei Jahren gegründete AG. Wenn die Arbeitsgemeinschaft nicht gerade Naturkosmetik herstellt oder für ein veganes Angebot in der Cafeteria sorgt, kümmert sie sich auch um die Wiese. „Aber das macht nicht so viel Spaß, wenn alles dreckig ist“, sagt Uta Öhl. So sei die Arbeit eher frustrierend.

„Die Vermüllung ist das Problem, so kann man natürlich kein Biotop anlegen.“
Verena Leberling

Wer für den Dreck verantwortlich ist, darüber können die Lehrerinnen und ihre AG nur spekulieren. „Das sind sicherlich auch Schüler unserer Schule“, sagt Verena Leberling. Aber auch die Nachbarn aus dem nahen Wohngebiet seien vermutlich für die eine oder andere Hinterlassenschaft verantwortlich. Viele nutzten die Streuobstwiese zum Beispiel als Hundewiese, berichtet Leberling. Die Folgen davon fänden sich dann regelmäßig an den Schuhen der Schüler.

Deswegen hatte die Stadt den oberen, zugänglichen Teil der Wiese vor drei Wochen eingezäunt. Zudem hatten die Kinder Plakate gestaltet, die darauf hinweisen, dass das Leibniz-Gymnasium die Wiese nutze. Genützt hat es allerdings wenig. Die Plakate wurden zum Teil abgerissen. Und der Zaun stellenweise zerstört. An einer Stelle wurde der Draht fein säuberlich durchtrennt. „Da hat jemand extra ein Werkzeug von zu Hause mitgebracht, um den Zaun kaputtzumachen“, sagt der 15-jährige Bosse.

Umso erstaunlicher, weil der Zaun ein Tor hat, das nicht abgeschlossen wird. „Es ist ja auch kein Problem, wenn Passanten die Wiese nutzen“, sagt Verena Leberling. Auch an den Obstbäumen dürfe sich gerne jeder bedienen – so lange er sich angemessen benimmt. „Die Vermüllung ist das Problem, so kann man natürlich kein Biotop anlegen.“

Genutzt wird die Streuobstwiese schon seit den 1980er Jahren vom Leibniz-Gymnasium. Gleich nach dem Umzug aus der Innenstadt nach Lüttringhausen habe die Stadt sie der Schule zur Verfügung gestellt, berichtet Schulleiter Dr. Thomas Giebisch. Vor allem Dr. Matthias Schuster, einer der damaligen Lehrer, habe an der Gestaltung mitgewirkt: „Ich habe noch Fotos, auf denen er zusammen mit Schülern die Obstbäume pflanzt.“

Inzwischen gibt es auf der Wiese auch eine Trockenmauer und Igelhäuser als Unterschlupf für verschiedene Tierarten. Ein Imker habe sich bereiterklärt, dort Bienenstöcke aufzustellen, sagt Uta Öhl. Aber nur, wenn die Tiere dort sicher sind. Helfen würde da wohl nur ein massiverer Zaun, sagen Uta Öhl und Verena Leberling, was aber vermutlich an den Kosten scheitern dürfte. So bleibt der AG nur, auf die Einsicht der Menschen zu setzen. Unterstützen sollte dabei eigentlich ein Streuobstwiesenfest, um mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. „Aber das fiel wegen Corona natürlich flach“, sagt Uta Öhl. Könnte aber im Frühjahr nachgeholt werden. Wenn die Schüler und ihre Lehrerinnen bis dahin nicht den Spaß an der Wiese verloren haben.

Hintergrund

1967 wird aus dem Städtischen Gymnasium das Leibniz-Gymnasium, damals noch in der Brüderstraße in der Innenstadt. 1986 zog die Schule schließlich nach Lüttringhausen um, stattdessen entsteht im bisherigen Gebäude eine Gesamtschule, die heutige Albert-Einstein-Schule.

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