Vor-Ort-Termin

Morsbach: Anwohner suchen Gespräch mit dem Wupperverband

Anwohner und Vertreter des Wupperverbands trafen sich beim Vor-Ort-Termin am Morsbach: (v. l.) Heike Hartwich, Marlene Liebeskind, Sebastian Arns, Martin Vollmer, Dagmar Jaspers und Thomas Klein. Foto: Stefan Fries
+
Anwohner und Vertreter des Wupperverbands trafen sich beim Vor-Ort-Termin am Morsbach: (v. l.) Heike Hartwich, Marlene Liebeskind, Sebastian Arns, Martin Vollmer, Dagmar Jaspers und Thomas Klein.

Experten informierten über Möglichkeiten zur Sanierung des Morsbachs.

Von Michael Bosse

Remscheid. Derzeit präsentiert sich der Morsbach für Martin Vollmer so, wie man ihn als Anwohner kennt und schätzt: Er plätschert harmlos und unauffällig vor sich hin. Dass das nicht immer so ist, musste Vollmer Mitte Juli erleben, als der Bach wegen des historischen Hochwassers über die Ufer trat, Straßen, Wohnungen und Häuser überflutete und erhebliche Schäden verursachte. Damit sich das möglichst nicht wiederholt, würde der Anwohner gerne die Böschung vom Grundstück seines an der Breitenbruch-Brücke gelegenen Hauses terrassieren und mit Steinen absichern.

In diesen Tagen hat der Hausbesitzer deshalb Besuch von Vertretern des Wupperverbandes und der Unteren Wasserbehörde der Städte Wuppertal und Remscheid erhalten. Dass die Verantwortlichen keine konkreten Lösungsvorschläge im Gepäck haben oder gar Zusagen machen können, ist dem Anwohner klar. „Mir ist es wichtig, dass wir im Gespräch bleiben“, sagt er. Er wolle wissen, wer wofür zuständig ist, wenn Sicherungsarbeiten im Uferbereich anfallen, wer für die Kosten aufkommt, wer die Arbeiten übernimmt. Die Antwort des Wupperverbandes klingt da vermutlich ernüchternd. „Wir übernehmen die Räumarbeiten im Bach, für die Arbeiten auf dem Grundstück ist der Eigentümer zuständig“, sagt der Geschäftsbereichsleiter Technik und Flussgebietsmanagement, Thomas Klein.

Immerhin: Grundsätzlich erteilen die Verantwortlichen Vollmer ihre Zustimmung für die Sicherungsarbeiten, empfehlen dem Anwohner Grauwacken für die Böschung zu nehmen und auch die Begrünung nicht zu vergessen. Empfohlen werden Erlen, weil deren Wurzeln sich zum Wasser hinziehen und für eine gute Stabilität im Böschungsbereich sorgen. Die Station an der Breitenbruch-Brücke ist eine von mehreren Etappen, die an diesem Tag entlang des Morsbachtals anstehen. Die Gespräche der Anwohner mit den Verantwortlichen hat Heike Hartwich organisiert. Über ihre Initiative „Helfende Hand“ hat sie den Kontakt hergestellt und die Begehung angesetzt – auch der Wuppertaler Stadtdirektor Johannes Slawig setzte sich für den Termin ein. Es sei eine „einmalige Chance, dass man den Wupperverband befragen kann“, sagt Hartwich. Dass jetzt nicht jeder Betroffene die Antwort bekommt, die er sich erhofft, sei vermutlich nicht zu vermeiden: „Auch eine schlechte Antwort ist besser als keine!“

98 Prozent der Wohnungen seien zerstört

Während Martin Vollmer beim Hochwasser von Mitte Juli keine Schäden an seinem etwas erhöht gelegenen Haus hatte, bekam Anwohner Stefan Mecke die Welle voll ab. Bei ihm stand das Wasser einen halben Meter in der erst vor Kurzem renovierten Wohnung – das Haus, in dem seine Mietwohnung liegt, befindet sich direkt am Morsbach. „98 Prozent der Wohnung sind zerstört“, sagt er. Die Soforthilfe in Höhe von 2500 Euro hat er bereits erhalten, nun hat er noch 25 000 Euro aus dem Aufbaufonds beantragt. Ihn stört vor allem, dass der Morsbach östlich der Brücke ein deutlich niedrigeres Bett als vor dem Hochwasserereignis hat. Seiner Ansicht nach sollte das Bett an dieser Stelle ausgebaggert werden.

Die Verantwortlichen des Wupperverbandes und der Kommunen hören sich die Anfragen der Anwohner aufmerksam an, verweisen auf Handwerksbetriebe, die für die Arbeiten rund um das Gewässer zur Verfügung stünden. Wie groß die für den Wupperverband anstehenden Aufgaben sind, macht die Bereichsleiterin Gewässerunterhaltung, Marlene Liebeskind, deutlich. Sie hat einen Zettelstapel dabei, auf dem einige der größten Schäden zu sehen sind. Dazu gehört auch eine Statistik: Der zufolge hat der Verband bislang rund 850 Schadensmeldungen aus seinem Gebiet erhalten, 100 davon müssen noch erfasst werden. Auf einer Karte sind vor allem in den Bereichen Morsbach, Eschbach und Weltersbach viele rote Punkte zu sehen. „Das sieht da teilweise echt katastrophal aus“, sagt sie. Bis alle Schäden beseitigt seien, dürfte es noch Jahre dauern.

Auch interessant: Netzwerk unter Brücken - Neues Warnsystem revolutioniert den Hochwasserschutz

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Einbrüche in Remscheid
Drei Einbrüche in Remscheid
Drei Einbrüche in Remscheid
37-Jähriger muss auf Dauer in Psychiatrie
37-Jähriger muss auf Dauer in Psychiatrie
37-Jähriger muss auf Dauer in Psychiatrie
Schwere räuberische Erpressung: Verdächtiger in Untersuchungshaft
Schwere räuberische Erpressung: Verdächtiger in Untersuchungshaft
Schwere räuberische Erpressung: Verdächtiger in Untersuchungshaft
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne

Kommentare