Schützenplatz

Mitmachzirkus: Der Mut der Schulkinder ist sensationell

Die Auftritte der verschiedenen Disziplinen wie Trapez, Clown, Bodenakrobatik und Co. werfen ihre Schatten voraus.
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Die Auftritte der verschiedenen Disziplinen wie Trapez, Clown, Bodenakrobatik und Co. werfen ihre Schatten voraus.

Circus Jonny Casselly übt auch in der zweiten Ferienwoche mit 140 Teilnehmern ein Gala-Programm ein.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Im Mitmachzirkus auf dem Schützenplatz ist die zweite Woche angelaufen. Der Dienstag, der zweite Tag des sechstägigen Ferienprogramms, bietet dabei einen besonderen Einblick: Denn an diesem Tag kommen die 140 Teilnehmer zwischen sieben und zwölf Jahren erstmals in ihren Gruppen zusammen. Da treffen sich dann also Akrobaten, Trapezkünstler oder Clowns das erste Mal mit ihren Trainern – und müssen hier und dort vor allem Berührungsängste mit ihrer Disziplin abschütteln. So wie die Feuerfakire. Da geht es am Dienstagmorgen gleich mal ans Eingemachte.

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Der Circus Jonny Casselly hat einmal mehr seine Zelte auf dem Schützenplatz aufgeschlagen und bietet insgesamt 280 Kindern ganz besondere Herbstferien an. Initiiert von der Jugendförderung, erlernen die Teilnehmer eine von zehn Disziplinen, die zur Auswahl stehen. Jens Stuhldreier von der Stadt hat vergangene Woche beobachtet, was den Dienstag, den zweiten Tag, so besonders macht: „Jetzt gehen die Kinder das erste Mal in ihre Workshops. Das ist ein ganz wichtiger Moment, wenn sie die ersten Schritte in ihrer Disziplin gehen.“ Die Kinder kommen am zweiten Tag nicht mit Furcht her, sondern mit Vorfreude – und jeder Menge Ehrgeiz. Sie wollen gleich ausprobieren und am liebsten auch schon zeigen, was in ihnen steckt.

Und am Samstag glänzt der Diamant.

Dennis Hackländer beschreibt die Zirkus-Reise der Kinder

In manchen der Casselly-Circusprofis steckt bisweilen mal eine brennende Fackel: Denn auch die Feuerkünstler sind mit von der Partie und bringen den Kindern auch die furchteinflößendsten Tricks bei. Die Trainerin der Feuerfakire ist Jessica Casselly. Am Morgen scharrt sie ihre Gruppe in einer dunklen Ecke – die alsbald von Feuerfackeln und Feuerstäben ausgeleuchtet ist – um sich, um das Einmaleins ihrer Kunst zu vermitteln. „Das wichtigste ist“, erklärt sie, „dass die Kinder ihre große Angst vor dem Feuer verlieren, aber weiter großen Respekt davor haben.“

Die zehnjährige Franziska scheint aber gar keine Angst mitgebracht zu haben, ohne Probleme führt sie ihre Hand durch das Feuer einer Fackel. Erst schnell, dann immer langsamer. Kurz darauf öffnet sie sogar ihre Handfläche und lässt ihre Trainerin die Flamme kurz ablegen. Klar, die Requisiten sind präpariert, die Flammen werden nicht so heiß wie Feuer sonst. Und dennoch: Hier gehört Mut dazu. „Nachdem ich in den Vorjahren in anderen Gruppen war, wollte ich unbedingt mal was Neues ausprobieren“, sagt Franziska. Warum sie sich gleich so viel traut? Sie hat am Eröffnungstag, dem Montag, die Profis beobachtet, die ihre jeweiligen Disziplinen vorgestellt haben, und dabei festgestellt: „Die passen sehr gut auf und man darf das Feuer nur kurz berühren.“ Dann aber sei das alles halb so wild.

Das gilt auch für den Rest der Gruppe, Scheu gibt es erst gar nicht. Alle Feuerfakire greifen beherzt zu einer der drei Requisiten, die für die große Abschlussgala zur Verfügung stehen. Nun geht die Gruppe aus dem Zelt und übt – noch ohne Flammen – die Bewegungen, die für die große Choreographie vorgesehen sind. „Ich bin letztes Jahr hier sogar über Feuer gelaufen. Das war eine schöne Erfahrung“, sagt Pooja. Die Zwölfjährige ist ein bisschen wehmütig, es wird ihr letzter Feriencircus sein. „Zu den Feuerfakiren wollte ich unbedingt“, sagt sie.

Der Aufbau der Woche verläuft linear: Erst schauen die Kinder zu, dann werden sie eingeteilt, ehe der Ist-Zustand abgeprüft wird – um sich dann von Tag zu Tag zu steigern. Das beschreibt auch Dennis Hackländer so, der Trainer der Magic Kids. Er entwirft für die Woche das Bild eines Diamanten: „Gestern haben wir den Diamanten gefunden, heute ausgebuddelt, jetzt wird er geschliffen, dann poliert – und am Samstag glänzen wir.“

Wie die Artisten die Kinder packen

Begeisterung: „Man merkt allen Artisten ihre Begeisterung für die eigene Disziplin an. Die Liebe, die zum Beispiel Alfons Casselly für das Trapez hat, transportiert sich auf die Kinder. Alfons hat ein Lieblingswort, das ist sensationell.“ Die erste Ferienwoche, die Abschlussgala: Das sei sensationell gewesen, sagt Jens Stuhldreier. Und auch diese Woche sind die Kinder wieder sensationell mutig, findet der Vertreter der Jugendförderung.

Gala: Zu jeder Ferienwoche gehört die interne Gala am Samstag, die vor Familienmitgliedern und Freunden stattfindet. Stuhldreier: „Die Darbietung war auf Circus-Niveau.“

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