Berufsorientierung

Mit Jump und Karate in die Ausbildung

Meister Bodo Monschau begeisterte die Schüler für Karate, BZI und Awo fürs Thema Ausbildung.
+
Meister Bodo Monschau begeisterte die Schüler für Karate, BZI und Awo fürs Thema Ausbildung.

Neues Angebot für Jugendliche verbindet Sport mit Berufsorientierung.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Über den Sport in die Ausbildung, nach diesem Prinzip arbeitet das Projekt Jump. Nachdem es sich bereits seit einigen Jahren in Düsseldorf bewährt hat, kommt es nun nach Remscheid. Am Mittwoch fand die erste von mindestens zehn Aktionen statt, in der Kampfsportschule von Bodo Monschau in der Ludwigstraße probierten 19 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Hackenberg Karate aus, erfuhren etwas über Berufsorientierung und Bewerbung – und kombinierten beides.

Denn der Sport diene nicht nur dazu, die Jugendlichen anzulocken, erklärt Christian Klewinghaus von der Awo Düsseldorf, die das Projekt zusammen mit dem BZI in Remscheid durchführt: „Wir verbinden das, zum Beispiel indem wir zeigen, dass Softskills wie Teamfähigkeit und Pünktlichkeit im Sport und im Beruf gefragt sind.“ Gewünscht sei auch, die Sportvereine als Netzwerk zu nutzen. Und natürlich mache die Bewegung einfach Spaß. „Das ist etwas anderes als in der Schule.“

Und so lernen die jungen Teilnehmer erst einige Grundtechniken des traditionellen Shotokan-Karate-Do vom Träger des 7. Meistergrad – und sprechen dann über ihre beruflichen Interessen, üben Vorstellungsgespräche in Rollenspielen und schauen auf Wunsch auch ihre Bewerbungsunterlagen durch.

So will Remscheid dem Nachwuchsmangel entgegenwirken

Gedacht sei das Angebot für alle ab der neunten Klasse, erklärt Gerda Becker vom BZI. Teilnehmen könnten Schulen aber auch Gruppen von Bildungsträgern und Sprachkursen, der inhaltliche Schwerpunkt verschiebe sich entsprechend: Während neunte Klassen vor allem über Praktika zur Berufsorientierung sprechen, gehe es bei zehnten meist schon konkret um Bewerbungen auf Ausbildungsstellen. Und bei älteren Teilnehmern zum Beispiel um die Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse.

Für die Zukunft seien weitere Termine mit anderen Sportarten geplant, so Becker. Zum Beispiel Fußball beim FCR, Schwimmen, Boxen, Handball oder Tanzen. Der Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven, im Ehrenamt Präsident des Deutschen Ringer-Bund, habe zudem zugesagt, einen Trainer fürs Ringen zu besorgen.

Auch Bodo Monschau musste Gerda Becker nicht zweimal fragen. Er sei sofort dabei gewesen, sagt der Karate-Trainer, der vor einigen Jahren die Ehrennadel des Remscheider Sportbundes für seine Verdienste in der Jugendarbeit erhielt: „Jeder Jugendliche soll die Chance haben, einen Beruf zu erlernen.“ Das Thema mit Sport zu verbinden, sei „eine gute Sache“ findet Monschau. Auch weil das junge Menschen zum Sport bringen könnte. Das eine oder andere Talent sei bei der ersten Jump-Gruppe bereits dabei gewesen, lässt er durchblicken: „Die stellen sich gut an.“

In Düsseldorf gebe es Jump, ein Akronym für „Jugendliche mit Perspektive“, bereits seit dem Jahr 2016, berichtet Christian Klewinghaus von der Awo, das Feedback sei bisher überwiegend positiv. Anfangs habe sich das Projekt an Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund und Fluchtgeschichte gerichtet, inzwischen stehe es aber allen offen, die Unterstützung benötigen. Gefördert wird Jump vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, in Remscheid zunächst für insgesamt zehn Veranstaltungen. Doch danach soll nicht automatisch Schluss ein, hofft Gerda Becker: „Wir wünschen uns, dass sich das verstetigt.“

Hintergrund

Jump (Jugendliche mit Perspektive) wird in Remscheid in einer Kooperation des Berufsbildungszentrums der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf mit dem Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie (BZI) durchgeführt. Eine Teilnahme an den zukünftigen Veranstaltungen ist noch möglich, das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9. Ansprechpartnerin in Gerda Becker vom BZI, Tel. (0 21 91) 9 38 72 50.

g.becker@bzi-rs.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Metallverwerter retten Lenneper Gans
Metallverwerter retten Lenneper Gans
Metallverwerter retten Lenneper Gans

Kommentare